Australien-Blog: Zurück nach Brisbane

Bocholt/Australien - Genug ist genug! Ex-BBV-Redakteurin Christina Schreur hat vom Obstpflücken die Nase voll. Außerdem springt beim Job nicht genug heraus. Nach zwei Wochen zieht es sie zurück in die große Stadt - und in Brisbane findet sie gleich einen neuen (alten) Job...

Australien-Blog: Zurück nach Brisbane

Christina Schreur vor der Skyline von Brisbane.

Länger als zwei Wochen halte ich es in Caboolture nicht aus. Die Stadt ist zu langweilig, das Hostel zu klein und dazu kommt die schlechte Bezahlung auf der Farm von umgerechnet 95 Euro für sechs Tage Arbeit. Mitten in der Woche nehme ich mir einen Tag frei, überarbeite meinen Lebenslauf und bewerbe mich auf jeden Job, den ich finden kann.

Als mein Telefon klingelt, bin ich trotzdem überrascht. Denn der Anruf kommt von Oxfam. Bei der Hilfsorganisation hatte ich bereits letzte Woche ein Vorstellungsgespräch. Danach hatte sich niemand mehr gemeldet und ich hatte das als Absage verstanden. Tatsächlich werde ich zum zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen.

Und das sieht anders aus, als ich es erwarte: Wir sind acht Bewerber, die quasi gegeneinander antreten. Mitten in der City müssen wir Passanten ansprechen und sie zum Beispiel nach dem besten Eis oder dem Lieblingsort in Brisbane fragen. Die zweite Aufgabe ist schwieriger. Wir bekommen eine Klammer mit der Aufgabe, sie so oft wie möglich gegen was Besseres einzutauschen.

Das ist nicht so leicht, wie es sich vielleicht liest. Einige Passanten denken erst, ich will ihnen was verkaufen, andere haben einfach gerade nichts zum Tauschen dabei. Nach zwei Mal Tauschen habe ich nur ein Feuerzeug. Meine Mitbewerber sind alle erfolgreicher als ich: Eine hat eine Powerbank und fünf Dollar bekommen, ein anderer jemandes Mittagessen. Mit gemischten Gefühlen fahre ich zurück nach Caboolture. Als ich gerade im Hostel ankomme, geht mein Handy. Ich bekomme den Job.

Mein anfänglicher Enthusiasmus weicht schnell wieder der Realität. Während ich in Sydney noch von Tür zu Tür gegangen bin und einfach geklingelt habe, muss ich nun die Menschen auf der Straße aktiv stoppen. Und das ist schwieriger als gedacht, denn Fundraiser gibt es in den Straßen von Brisbane genug.

Die meisten Menschen ignorieren mich, laufen weiter oder sind in Eile – sagen sie zumindest. In meiner ersten Woche bekomme ich nur eine Passantin dazu, monatlich für Oxfam zu spenden. Die Vorgabe war mindestens drei Leute an Board zu bekommen.

Trotzdem werde ich den Job machen, solange ich nicht gekündigt werde. Der Grund: das Gehalt. Etwa 500 Euro verdiene ich pro Woche – das reicht fürs Hostel, die Verpflegung, mindestens drei Partyabende in der Woche und zum Sparen für die nächsten Reisen. Schließlich steht noch einiges auf der To-Do-Liste, bis es zurück nach Deutschland gehen soll: Die Fraser und Whitsunday Islands erkunden und im Great Barrier Reef Tauchen gehen.

Teil 1: Ex-BBV-Redakteurin berichtet aus „Down Under“

Teil 2: Partys, Sightseeing und Jobsuche

Teil 3: Erfolgreiche Jobsuche

Teil 4: Ein anstrengender Job

Teil 5: „Schatz, bitte kündige!“

Teil 6: Viele Abschiede

Teil 7: Wellen und Sonnenuntergänge

Teil 8: Surfcamp in Byron Bay

Teil 9: Kein Geld, kein Osternest

Teil 10: Zurück nach Brisbane

Teil 11: Vom Pech verfolgt