Sport

WM-Traumstart für Hinze und Co.: Gold und Weltrekord

Freitag, 14. Oktober 2022 - 11:32 Uhr

von Stefan Tabeling, dpa

© Christophe Ena/AP/dpa

Völlig entkräftet, aber überglücklich fielen sich Emma Hinze, Lea Sophie Friedrich und Pauline Grabosch auf dem Holzoval in die Arme.

Die deutschen Teamsprint-Frauen haben mit einer Weltrekord-Show einen Traumstart bei der Bahnrad-WM auf der Olympia-Bahn von Paris hingelegt. Hinze, Friedrich und Grabosch rasten zum dritten Titel in Serie und haben ihre Erfolgsserie im Sprintbereich eindrucksvoll fortgesetzt.

Karte

Das Trio wurde nach drei Runden auf dem Holzoval von Saint-Quentin-en-Yvelines in der Weltrekord-Zeit von 45,967 Sekunden gestoppt und ließ damit den Chinesinnen Yufang Guo, Shanju Bao und Liying Yuan (46,631) keine Chance. Bereits 2020 in Berlin und 2021 hatten die deutschen Teamsprinterinnen die Konkurrenz dominiert - 663 Tage vor dem Olympia-Showdown zeigten sich Hinze und Co. bereits bestens gerüstet.

„Ich bin sehr stolz, wie wir das gemacht haben, auch als Team“, sagte Hinze und fügte hinzu: „Der Druck ist schon groß. Das habe ich auch nach dem ersten Lauf bei uns allen gemerkt. Es macht aber auch irgendwie Spaß, wenn man weiß: Wir gehen auf die Bahn und fahren solche Zeiten.“ Auch bei Friedrich war die Erleichterung riesengroß: „Das ist auf jeden Fall eine Motivation, so weiterzumachen.“

Gala-Auftritt auf Olympia-Bahn

Es war ein Gala-Auftritt der drei Sprintasse. Hatte es in der Qualifikation beim Fehlstart noch eine Schrecksekunde gegeben, zeigten die Golden Girls im zweiten Lauf ihr ganzes Potenzial. In 45,983 Sekunden toppte das Trio sogar den Weltrekordlauf von der WM in Roubaix vor einem Jahr (46,064). Und im Finale ging es noch einmal einen Tick schneller.

Für den deutschen Frauen-Vierer ging dagegen nach dem personellen Umbruch die Siegesserie erwartungsgemäß zu Ende. Die beiden Tokio-Olympiasiegerinnen Mieke Kröger und Franziska Brauße wurden zusammen mit Lena Charlotte Reissner und Lea Lin Teutenberg in der Qualifikation mit einer Zeit von 4:16,898 Minuten gestoppt und belegten damit den fünften Platz. Damit ist für das Quartett am Donnerstag maximal noch das Rennen um Platz drei möglich.

In Bestbesetzung waren aber die deutschen Teamsprinterinnen an den Start gegangen. In allen Läufen waren die BDR-Fahrerinnen am schnellsten - und das alles innerhalb von gut drei Stunden.

Damit könnten es wieder goldene Weltmeisterschaften für die deutschen Sprinterinnen werden. In den vergangenen beiden Jahren hatten Hinze und Friedrich alle WM-Titel unter sich ausgemacht.

Frauen-Vierer-Serie endet

Nach dem neuerlichen Coup stehen die beiden Bahnrad-Stars jeweils bei sechs WM-Titeln. Und in Frankreich haben beide noch einiges vor: Die Disziplinen Sprint, 500-Meter-Zeitfahren und Keirin stehen bei Hinze und Friedrich bis Sonntag auf dem Programm.

Für den Frauen-Vierer ging dagegen eine große Erfolgsserie zu Ende, hatte das Team doch nahezu alles gewonnen. Nach Gold in Tokio triumphierte der bei der Sportler-Gala zur Mannschaft des Jahres gekürte Vierer auch bei der WM 2021 sowie bei den Europameisterschaften 2021 und 2022. Nach der EM 2022 in München hatte allerdings die mehrmalige Weltmeisterin Lisa Brennauer ihre Karriere beendet. Dazu verzichtet Lisa Klein nach gesundheitlichen Problemen auf einen WM-Start. Und Nachrückerin Laura Süßemilch ist nach ihrer Sturzverletzung bei der Tour de France noch nicht wieder voll genesen. 

Noch etwas schlechter schnitt der ebenfalls personell umgestellte deutsche Männer-Vierer ab. Theo Reinhardt, Tobias Buck-Gramcko, Nicolas Heinrich und Leon Rohde verfehlten in 3:52,057 Minuten mit der siebtbesten Zeit klar die Finalläufe. 

Auch die deutschen Teamsprint-Männer fahren ohne Medaille heim. Der vierte Platz war aber ein Achtungszeichen. Den WM-Titel gewann überraschend Australien.


Die Kommentarfunktionalität wurde für diesen Artikel deaktiviert.

Gegen Costa Rica braucht es einen Sieg und Tore. Also Niclas Füllkrug, oder? Der Bundestrainer grübelt über die passende Offensivbesetzung. Ein WM-Veteran betont nach dem Spanien-Comeback das „Wir“.