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Katastrophen

Unzählige Menschen in der Türkei bangen um das Leben von Freunden und Angehörigen. Vielerorts beklagen sie auch mangelnde Unterstützung der Behörden. Allmählich wird das Ausmaß der Katastrophe deutlich.

Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet ist die Zahl der Toten allein in der Türkei nochmals um mehrere tausend Opfer gestiegen. Inzwischen gebe es 12 391 bestätigte Todesopfer, teilte die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu in der Nacht zu Donnerstag mit.

Im Landtag von Nordrhein-Westfalen können sich Bürgerinnen und Bürger in ein Kondolenzbuch für die Opfer des Erdbebens in der Türkei und in Syrien eintragen. Es liege in der Wandelhalle gegenüber dem Plenarsaaleingang täglich in der Zeit zwischen 9.00 und 17.00 Uhr aus, teilte der Landtag am Mittwoch in Düsseldorf mit. Für den Zutritt zu dem Parlamentsgebäude benötigten die Bürgerinnen und Bürger ein Ausweisdokument. Wie lange das Kondolenzbuch im Landtag ausliegen wird, stehe noch nicht fest. Es werde im Anschluss an das türkische Generalkonsulat übergeben.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe koordiniert nach eigenen Angaben staatliche Hilfe aus Deutschland für die Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien. Das Ausmaß der Zerstörung und die Betroffenheit so vieler Menschen bei eisigen Temperaturen in den von dem Erdbeben betroffenen Gebieten verlangten nach schneller und effektiver Hilfe, erklärte der Präsident des Bundesamtes, Ralph Tiesler, am Mittwoch.

Ein 50-köpfiges Team des Technischen Hilfswerks (THW) spezialisiert auf die Ortung und Rettung verschütteter Menschen ist am Mittwoch in der Türkei eingetroffen. Das sagte eine THW-Sprecherin in Bonn. Das Einsatzgebiet werde nach Stand von Mittwoch die Provinz Hatay sein. Die Gruppe war mit 16 Tonnen Technik und Ausrüstungen mit einem Charterflugzeug vom Flughafen Köln/Bonn aus gestartet.

Die Zahl der Todesopfer nach den Erdbeben im syrisch-türkischen Grenzgebiet ist auf mehr als 10 000 gestiegen. Wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch sagte, liege die Zahl alleine für die Türkei nun bei mehr als 8500. Aus Syrien wurden zuletzt 2270 Tote gemeldet.

Kälte, Regen, Schnee und große Zerstörung - die Retter in der Türkei und Syrien kämpfen mit widrigen Bedingungen. Ihnen läuft die Zeit davon. Die Menschen sind verzweifelt - und wütend.

Einen Tag nach den Erdbeben in der türkisch-syrischen Grenzregion haben deutsche Hilfsteams am Dienstag ihren Einsatz aufgenommen. Helfer der Organisation I.S.A.R. seien am Dienstag an der Rettung einer verschütteten Frau beteiligt gewesen, teilte die Organisation am Abend mit, deren Retter zuvor in die stark beschädigte Stadt Kırıkhan in der Nähe der türkisch-syrischen Grenze geflogen sind. Die Einsatzstelle sei „brandgefährlich“, sagte Einsatzleiter Michael Lesmeister. „Es muss viel abgestützt werden, da jederzeit weitere Gebäudeteile einstürzen können.“

Das Technische Hilfswerk (THW) rechnet angesichts des Ausmaßes der Zerstörungen und der Nachbebengefahr mit einem schwierigen und möglicherweise auch längeren Einsatz im Erdbebengebiet der Türkei. Das sagte THW-Präsident Gerd Friedsam vor dem Abflug eines 50-köpfiges Teams, das auf die Ortung und Rettung von verschütteten Menschen spezialisiert ist.

Nach der Erdbeben-Katastrophe im türkisch-syrischen Grenzgebiet hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zu Spenden aufgerufen. Allen, die spenden wollten, empfehle er, dies über die „Aktion Deutschland hilft“ zu tun, sagte er am Dienstag in Düsseldorf. Hier werde durch bewährte Kanäle professionell sichergestellt, dass das, was vor Ort gebraucht werde, dorthin gebracht werde.

Nach den schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet haben unter anderem im Ruhrgebiet mehrere private Initiativen Hilfsgüter in die Region geschickt. In Gelsenkirchen wurden in der Nacht zum Dienstag vier Lastwagen beladen. Nach Aufrufen in sozialen Netzwerken seien Menschen auch aus Nachbarstädten gekommen und hätten warme Kleidung vorbeigebracht, sagte Mitorganisator Ercüment Salman. „Hunderte von Leute waren hier.“ Schließlich hätten keine Spenden mehr angenommen werden können, weil alle verfügbaren Lastwagen voll gewesen seien.

Ein Team der Hilfsorganisation I.S.A.R., die auf die Rettung Verschütteter spezialisiert ist, hat am Dienstagmorgen die Türkei erreicht. Die 42 Experten und sieben Spürhunde seien nun auf dem Weg in die stark beschädigte Stadt Kırıkhan in der Nähe der türkisch-syrischen Grenze, sagte Sprecher Stefan Heine. Türkische Mitarbeiter der Hilfsorganisation hätten den Einsatzort bereits angeschaut und Fotos geschickt. „Darauf sieht man viele zerstörte Häuser.“ Bislang fehle es vor Ort noch an professioneller Hilfe.

Die Grenzregion zwischen Syrien und der Türkei ist zerrüttet vom Krieg, geplagt von wirtschaftlicher Not und Heimat von Millionen Flüchtlingen. Schwere Erdbeben vergrößern das Leid unermesslich.

Ein drohender Schneesturm könnte die Situation in den Erdbebengebieten in der Türkei und Syrien nach Einschätzung der Hilfsorganisation Care deutlich verschärfen. Aktuell befinden sich unzählige Menschen aufgrund von Warnungen vor Nachbeben oder, weil ihre Häuser und Unterkünfte eingestürzt sind, im Freien - trotz eisiger Kälte, wie Care am Montag in Bonn mitteilte.

Die auf die Rettung Verschütteter spezialisierte Hilfsorganisation I.S.A.R. will noch in der Nacht zum Dienstag ein Team mit 50 Experten in die türkisch-syrische Erdbebenregion entsenden. Die Zeit dränge, sagte ein Sprecher der Organisation am Montag in Duisburg. Normalerweise blieben 75 bis 100 Stunden, um Verschüttete zu retten, aber bei den derzeit sehr niedrigen Temperaturen vor Ort sei von einem deutlich reduzierten Zeitraum auszugehen. „Es kommt jetzt darauf an, dass wir sehr schnell agieren“, sagte der Sprecher.

Das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ stellt eine Million Euro Soforthilfe für die Erdbebenopfer in der Türkei und in Syrien zur Verfügung. Möglichst schnell sollten zudem mobile Einsatzteams in die Krisenregion aufbrechen, sagte am Montag ein Sprecher des Zusammenschlusses in Bonn. Wichtig sei jetzt, die Hilfe der verschiedenen Organisationen gut aufeinander abzustimmen, so dass nicht alle das gleiche täten. So werde der Bundesverband Rettungshunde ein großes Team mit Spürhunden losschicken, um nach Verschütteten zu suchen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat sich entsetzt über die tödlichen Folgen des schweren Erdbebens in der türkisch-syrischen Grenzregion geäußert. Gleichzeitig stellte er Hilfe in Aussicht.

Ein weiteres Erdbeben der Stärke 7,5 hat die Südosttürkei erschüttert. Das Epizentrum habe in der Provinz Kahramanmaras gelegen, meldete die Erdbebenwarte Kandilli in Istanbul am Montag.

Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben ist in der Türkei auf 912 gestiegen. Das sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag.

Von Stunde zu Stunde sinken die Chancen, noch Überlebende unter den Trümmern zu finden. Die stetig steigenden Opferzahlen zeigen, dass inzwischen fast nur noch Tote geborgen werden.

Wassermassen überfluteten die Küsten der Niederlande und Großbritanniens. Rund 2500 Menschen starben in der Jahrhundertflut 1953. Gigantische Wehre halten das Wasser nun ab. Aber reichen sie aus?

Neue Wahlperiode, der gleiche Vorwurf: Liefert Kommunalministerin Scharrenbach dem Untersuchungsausschuss zur Hochwasser-Katastrophe nicht alle relevanten Dokumente? Die SPD-Opposition will, dass die Ministerin umgehend Rede und Antwort steht. Macht sie aber nicht.

Eineinhalb Jahre nach der Hochwasserkatastrophe in der Eifel beginnen in Euskirchen die Vorbereitungen für den Neubau einer Brücke über die Erft. Das viel befahrene Bauwerk war im Juli 2021 durch die Flut unrettbar beschädigt worden. Ein Teil der Brücke ist bereits ersetzt. Am Montag und Dienstag, 30. und 31. Januar, gehen die Arbeiten am neu zu bauenden Teil weiter, teilte der Landesbetrieb Straßen.NRW mit.

Ein plötzlicher Extremregen mitten im neuseeländischen Sommer hat Teile von Auckland, der größten Stadt des Landes, überflutet und Erdrutsche ausgelöst. Auch am Wochenende regnete es weiter.

Bei der Ahr-Flutkatastrophe 2021 starben mindestens 134 Menschen. Wo drohen bei einem möglichen neuen Hochwasser weitere Hangrutsche und Aufstauungen? Wissenschaftler forschen nun mit Spezialdrohnen.

Bei staatlichen Hilfen für Privathaushalte und die Wohnungswirtschaft nach der Flutkatastrophe 2021 sind bislang 210 Betrugsverdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen identifiziert worden. Das geht aus einem Bericht von NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) an den Fachausschuss des Düsseldorfer Landtags hervor. Dabei gehe es um ein Gesamtvolumen von 9,4 Millionen Euro.

Bei einem Hubschrauberabsturz nahe der Hauptstadt Kiew ist nach Polizeiangaben der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj ums Leben gekommen. Bei dem Absturz in der Kleinstadt Browary habe es mindestens 16 Tote gegeben, teilte Polizeichef Ihor Klymenko am Mittwoch bei Facebook mit. Unter den Toten seien auch der Vize-Innenminister Jehwhenij Jenin und ein Staatssekretär.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung plant, die eigentlich Ende Juni auslaufende Antragsfrist für die Hochwasserhilfe 2021 zu verlängern. Der Bund habe die Möglichkeit grundsätzlich geschaffen, berichtete das NRW-Wirtschaftsministerium am Dienstag in Düsseldorf. Allerdings seien noch formale Voraussetzungen zu erfüllen - unter anderem durch einen Bundesratsbeschluss. „Derzeit stimmen sich die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ab, um dem Bund die jeweiligen Bedarfe für die Fristverlängerung zu melden.“

Das Unglück, bei dem fast 160 Menschen starben, sorgte für Entsetzen. Die Vorwürfe gegen die Behörden, nicht genug getan zu haben, werden lauter. Jetzt übernimmt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen.