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Bocholt

Stadtgeschichte zum Stadtjubiläum

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Stadtgeschichte zum Stadtjubiläum

Der Historiker Professor Dr. Hans-Walter Schmuhl stellt sein Konzert für die Erweiterung der Stadtchronik vor.FOTO: sven betz

von Theo Theissen

Bocholt Es soll ein Buch zur Bocholter Stadtgeschichte werden, deren Kernstück die Jahre 1896 bis heute sein werden, sagte Professor Dr. Hans-Walter Schmuhl von der Universität Bielefeld. Zusammen mit seiner Kollegin Dr. Alexandra Bloch-Pfister stellte der Historiker am Donnerstag im Medienzentrum vor knapp 20Zuhörern das erste städtische Projekt zum 800-jährigen Stadtjubiläum vor, das die Bocholter in zwei Jahren feiern. Bis dahin soll die vom Stadtarchiv geplante Stadtgeschichte Bocholts im 20.Jahrhundert abgeschlossen sein.

Die Monografie soll an die von Friedrich Reigers verfasste und 1907 erschienene Stadtchronik anschließen. Die beiden Historiker Schmuhl und Bloch-Pfister werden sich die Arbeit teilen. Schmuhl wird über Bocholts Stadtgeschichte in der Zeit von 1896 bis 1945, Bloch-Pfister über die Jahre von 1945 bis 2022 schreiben.

Unter anderem soll in dem Buch neben historischen Fotos auch die Entwicklung der Bevölkerungszahlen, der Wirtschaft und der Kommunalpolitik berücksichtigt werden. Auch Verteilung der sozialen Schichten sowie die kulturelle und städtebauliche Entwicklung Bocholts sollen in den texten erfasst werden. Dies gelte auch für die Reorganisation der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg unter den Alliierten, für die kommunale Neuordnung, für Bocholts Lage in der Grenzregion und für die Entwicklungen und Veränderungen in der Bocholter Textilindustrie, sagte Schmuhl.

„Letztendlich geht es um die Kernfrage, wie sich die von der Textilgeschichte geprägte Stadt Bocholt im 20. Jahrhundert neu erfunden hat“, fügte Schmuhl hinzu. Das geplante Buch zur Stadtgeschichte möchte er mit dem Jahr 1896 beginnen. Dieses Jahr stelle für Bocholt eine Zäsur dar – unter anderem, weil es in Bocholt unter dem damaligen Bürgermeister Rudolf Geller eine umfassende und längst überfällige Verwaltungsreform gegeben habe.

In Ihrem Teil der Bocholter Stadtgeschichte werde sie unter anderem auf die Stilllegung der Eisenbahnlinie nach Münster und in die Niederlande und auf die Straßen- und Busanbindung eingehen, sagte Alexandra Bloch-Pfister. Weitere Themen würden beispielsweise der Bezug zu den Niederlanden, der Aufbau Bocholts, die „Erhebung“ zum Fachhochschulstandort sowie die Eingemeindung von 1976 sein.

Darüber hinaus planen die beiden Historiker zehn Kurzbeiträge anderer Autoren zu unterschiedlichen Themen ein. Diese werden sich unter anderem mit dem Einfluss des Radios auf Bocholt, mit dem katholischen Milieu, der Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung der Stadt – beispielsweise zu Themen wie Stadtmarketing und Tourismus – aber auch mit den Anfängen der Digitalisierung sowie der Geschichte von Festen beschäftigen. Weitere Themen wie die Bedeutung der Bocholter Aa für die Stadt oder die Verkehrsentwicklung im deutsch-niederländischen Raum würden ebenfalls berücksichtigt, sagte Bloch-Pfister.

Von den Zuhörern wurde angeregt, weitere Themen wie Bocholter Schulen, das Lebensgefühl der Bocholter, die Nachbarschaften sowie Währungseinbrüche, Geldströme und die plattdeutsche Sprache zu berücksichtigen. Beide Historiker waren sich einig, im Buch beispielhaft auch über Einzelschicksale von Bocholtern und über kleine Geschichten aus dem Leben in der Stadt zu berichten.

In knapp einem Jahr sollen im Gesprächskreis Bocholter Stadtgeschichte an mehreren Abenden erste Zwischenergebnisse zu dem wissenschaftlich begleiteten Projekt vorgestellt werden.

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