Fußball

2:2 in Nachspielzeit: Löw verpasst Mainzer Aufholjagd

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Samstag, 13. Februar 2021 - 17:45 Uhr

von Von Holger Schmidt, dpa

dpa Leverkusen. Joachim Löw hat eine erfolgreiche Aufholjagd vom FSV Mainz 05 verpasst. Der Bundestrainer hatte das 2:2 (1:0) der Mainzer bei Bayer Leverkusen eigentlich in der BayArena verfolgen wollen, fehlte nach Angaben der Gastgeber aber kurzfristig wegen „Problemen bei der Anreise“.

Leon Bailey (l-r) verpasste mit Leverkusen den schon sicher geglaubten Sieg gegen Mainz. Foto: Federico Gambarini/dpa

Leverkusen schien nach Treffern der beiden Torjäger Lucas Alario (14.) und Patrik Schick (84.) der klare Sieger. Doch die abstiegsbedrohten Mainzer schlugen durch späte Treffer der Joker Robert Glatzel (89.) und Kevin Stöger (90.+2) eindrucksvoll zurück und verkürzten den Rückstand auf den Relegationsplatz zunächst auf drei Punkte. Mit sieben Zählern holte Mainz aus den letzten vier Spielen so viele Punkte wie in der gesamten Hinrunde. Leverkusen kehrte trotz der verschenkten Punkte zumindest für eine Nacht auf einen Champions-League-Platz zurück.

Löws Kandidaten fielen nicht sonderlich auf. Der für alle acht Länderspiele 2020 nominierte Jonathan Tah sah früh Gelb (3.), machte einen Stellungsfehler bei einem Pfosten-Kopfball (16.) und wurde nach einer Stunde ausgewechselt. Der nur beim erfolgreichen Confed Cup 2017 berücksichtigte Kerem Demirbay agierte als Achter ordentlich, aber nicht so stark wie beim 5:2 in der Vorwoche gegen Stuttgart. Der im November berufene Nadiem Amiri kam nach gerade beendeter Quarantäne erst in der 72. Minute für Demirbay. Auch auch der 17 Jahre alte Florian Wirtz agierte insgesamt eher unauffällig.

Nach kurzer Anlaufphase entwickelte sich zunächst ein ansehnliches Spiel, begünstigt durch die schnelle Bayer-Führung, als Alario die Hereingabe von Moussa Diaby mit der Fußspitze durch die Beine von 05-Keeper Robin Zentner spitzelte. Es war bereits das neunte Tor von Bayer in der Anfangs-Viertelstunde, kein anderes Team traf öfter.

Die Mainzer mussten nun noch mehr nach vorne tun und hätten schon zwei Minuten später fast ausgeglichen. Karim Onisiwo köpfte nach guter Flanke des in Leverkusen ausgebildeten Danny da Costa aber an den Außenpfosten. Fünf Minuten vor der Pause hätte dann das 2:0 fallen müssen: Doch Leon Bailey köpfte an die Latte, den zweiten Versuch von Demirbay schlug Moussa Niakhaté kurz vor der Linie weg.

Zur Pause musste Bayer den Torhüter wechseln. Niklas Lomb kam für den an der Ferse verletzten Lukas Hradecky und damit nach zwei Europa-League-Einsätzen im Alter von 27 zum Bundesliga-Debüt. Ein Abschlag von Lomb brachte Mainz zur ersten großen Ausgleichs-Chance, doch Leandro Barreiro verzog (55.). In der Folge lag es aber nicht am Torhüter, dass Bayer den Sieg noch verspielte. Lomb parierte sogar noch stark gegen Onisiwo (65.). Treffer von Niakhaté (71.) und Leverkusens Demarai Gray (72.) zählten wegen Handspielen nicht. Svensson witterte die Überraschung, rief immer wieder „Risiko gehen“. Sein Team kassierte das 0:2, belohnte sich aber spät doch noch.

© dpa-infocom, dpa:210213-99-428646/3


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