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Fußball

„Alle Körner raushauen“: Flicks Premiere gegen Piräus

Fußball

Mittwoch, 6. November 2019 - 05:18 Uhr

von Von Klaus Bergmann und Christian Kunz, dpa

dpa München. In Spiel eins nach Niko Kovac können die Bayern den Einzug ins Achtelfinale der Champions League fix machen. Hansi Flick hat gegen Olympiakos Piräus aber auch schon den BVB-Kracher im Hinterkopf.

Soll das Team von Bayern München wieder in die Spur bringen: Aushilfs-Coach Hans-Dieter Flick. Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images/Bayern München/dpa

Hansi Flick blendet vor seiner spannenden Premiere als Interimscoach Vergangenheit und Zukunft beim FC Bayern München einfach aus.

„Die Gegenwart ist für mich entscheidend“, betonte der 54-Jährige vor dem heutigen Spiel eins des deutschen Fußball-Rekordmeisters nach der Trennung von Niko Kovac (18.55 Uhr) gegen Olympiakos Piräus in der Champions League.

Der Auftrag für den ehemaligen Assistenten von Bundestrainer Joachim Löw in den zunächst zwei Partien als Aushilfs-Chef lautet, das Team wieder in die Spur zu bringen. Flick schnürt die Heimaufgaben gegen Piräus und am Samstag in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund zu einem Paket. „Wir haben zwei schwere Spiele. Und wir müssen alle Körner, die in uns sind, raushauen“, lautet die Forderung an seine Mannschaft, die wisse, „dass sie in der Verantwortung steht“.

AUSGANGSLAGE: Der Formverfall vom rauschhaften 7:2 Anfang Oktober in London gegen den Champions-League-Finalisten Tottenham Hotspur bis hin zum desaströsen 1:5 der Bayern am Wochenende in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt ist extrem. Flick soll sofort den Umkehrschub zünden, auch wenn er nur wenig Zeit zur Arbeit mit der Mannschaft hatte. Ein Training und viele Einzelgespräche mit den Spielern sollen in der ausverkauften Münchner Arena Wirkung zeigen. Es könne bei der hohen Qualität des Kaders einfach nicht sein, dass allein Torwart Manuel Neuer und Torjäger Robert Lewandowski konstant auf „Weltklasse-Niveau“ spielen. Ein weiterer zentraler Ansatzpunkt für Flick ist eine bessere Abwehrarbeit: „Die Tore, die wir bekommen haben, das ist nicht Bayern-like. Da müssen wir ansetzen.“

VERÄNDERUNG: Flick wird Umstellungen vornehmen - taktisch und auch personell. Dabei hat er gegen Piräus den Liga-Kracher gegen Dortmund bereits mit im Blick. „Ich will eine Mannschaft haben, die für das Spiel am Samstag schon eingespielt ist“, sagte er. Javi Martínez (31) wird deswegen gegen Olympiakos in der Innenverteidigung auflaufen. Schließlich wird neben den langfristig verletzten Niklas Süle und Lucas Hernández gegen den BVB auch Jérôme Boateng gesperrt fehlen. Flick setzt zudem auf die „Identifikationsfigur“ Thomas Müller (30): „Er ist einer, der eine Mannschaft mitreißen und führen kann.“

GRUPPE: Nach dem 3:2 vor zwei Wochen in Piräus können die Bayern als Tabellenführer mit einem Heimsieg gegen die Griechen vorzeitig das Achtelfinal-Ticket lösen. „Wir müssen zusehen, dass wir das Spiel gewinnen“, erklärte Joshua Kimmich. Der Nationalspieler sieht seine Kollegen und sich nach dem Trainerwechsel in der Pflicht. „Die Hauptverantwortung tragen jetzt wir Spieler. Die Ausrede Trainer, falls sie jemand hatte, gibt es nicht mehr“, sagte der 24-Jährige.

OLYMPIAKOS: Nur einen Punkt holte der 44-malige griechische Meister in den ersten drei Gruppenspielen. Trotzdem liegt Olympiakos als Tabellenletzter der Gruppe B nur drei Zähler hinter dem Zweiten Tottenham. In der Allianz Arena will Trainer Pedro Martins „Geschichte schreiben“. Bislang gab es für Olympiakos im Europapokal ausnahmslos Niederlagen gegen die Bayern. Der Trainerwechsel von Kovac zu Flick beunruhigt Martins nicht. „Wir erwarten keine größeren Unterschiede im Vergleich zum Hinspiel. Der neue Trainer hatte keine Zeit, um große Veränderungen vorzunehmen. Wir sind sicher, dass Bayern mit derselben Philosophie spielen wird“, sagte der Portugiese.

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