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Fußball

Argentinien und Messi wenden WM-Debakel ab

Fußball

Mittwoch, 27. Juni 2018 - 07:31 Uhr

von Von Holger Schmidt und Philip Dethlefs, dpa

dpa St. Petersburg. Was für ein Krimi! Bis zur 86. Minute des letzten Gruppenspiels schienen Nigeria und Trainer Gernot Rohr ins Achtelfinale einzuziehen, dann schlug Argentinien zurück. Lionel Messi war erleichtert, sein Idol Diego Maradona mit den Nerven am Ende.

Argentiniens Superstar Lionel Messi feiert den Sieg gegen Nigeria. Foto: Yang Lei/Xinhua

Vier Minuten nur trennten Vize-Weltmeister Argentinien und Superstar Lionel Messi bei der WM in Russland vom peinlichen Vorrunden-Aus.

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Ein Aus, das wohl den Rauswurf von Trainer Jorge Sampaoli und den Rücktritt des fünfmaligen Weltfußballers Messi aus dem Nationalteam zur Folge gehabt hätte. Ein sehenswerter Volleyschuss von Marco Rojo von Manchester United bescherte schließlich den 2:1 (1:0)-Sieg gegen Nigeria und das Achtelfinale am Samstag gegen Frankreich. Und so herrschte bei den Nigerianern um den deutschen Trainer Gernot Rohr großer Frust. Einer, der besonders litt, war aber mal wieder Diego Maradona.

MARADONA-SHOW: Er saß nur auf der Tribüne, doch Argentiniens Fußball-Ikone und Messi-Idol Diego Maradona stand mehr im Mittelpunkt als die meisten der 22 Spieler. Vor dem Spiel sorgte Maradona durch einen spontanen Tribünen-Tanz mit einer Nigerianerin für großen Jubel und einen Hit in den sozialen Medien. Nach dem Schlusspfiff dann für einen kleinen Skandal, als er beide Mittelfinger von der Tribüne reckte. Am Ende war das nervenaufreibende Spiel für den 57 Jahre alten Edelfan aber wohl auch anstrengender als für manchen Spieler. Der argentinische Sender TyCSports berichtete jedenfalls, dass Maradona nach dem Spiel ärztlich behandelt werden musste. Bilder zeigten einen völlig erschöpften Maradona auf einem Sessel in der VIP-Loge mit Sanitätern. Einer der Helfer fühlt Maradona den Puls.

MESSI-SHOW: Streng genommen waren es gerade einmal zwei Szenen, in denen Maradonas Fußball-Erbe Messi seine Genialität aufblitzen ließ. Doch die hatten es in sich. In der 14. Minute erzielte er sein erstes WM-Tor nach 660 erfolglosen Minuten, kurz vor der Pause traf er mit einem Freistoß den Pfosten. In der 2. Halbzeit war er kaum noch zu sehen. Um so größer war die Erleichterung des 31-Jährigen, dass die Kollegen das Spiel noch herumrissen. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir so viel leiden müssen“, sagte Messi nachher: „Es war eine schwierige Situation, es stand viel auf dem Spiel. Umso größer war die Erlösung.“

KEINE SAMPAOLI-SHOW: Vor dem Spiel hatte Argentiniens Trainer Jorge Sampaoli heftig in der Kritik gestanden, als sein Name bei der Aufstellung verlesen wurde, gab es heftige Pfiffe. Auch der Coach war entsprechend erlöst. Doch ausgelassen genug, einer höchst ungewöhnlichen Bitte nachzukommen, war er nicht. Ein russischer Journalist fragte den Trainer, ob er mal kurz ein argentinisches Fanlied anstimmen könne. „Ich bin kein guter Sänger“, entschuldigte sich Sampaoli: „Ich habe einfach keine gute Stimme.“

ROHR MACHT WEITER: Seit 2016 ist Rohr schon in Nigeria, er hat einen Vertrag bis 2020 und diesen gedenkt der gebürtige Mannheimer auch nach dem WM-Aus zu erfüllen. „Ich will mit dieser Mannschaft weitermachen“, sagte der 64-Jährige: „Ich habe ein gutes Gefühl bei dieser Mannschaft. Die nächste spannende Etappe ist der Afrika-Cup 2019.“ Der Posten in Nigeria ist bereits sein vierter als Chefcoach in Afrika nach Stationen in Gabun, Niger und Burkina Faso.

BALOGUN TRÄUMT: Es war ein modernes Fußball-Märchen. Mit 19 hatte der gebürtige Berliner Leon Balogun noch in der Verbandsliga gespielt, nun vertrat er das Heimatland seines Vaters bei der WM. Und das in allen Spielen beachtlich gut. Gegen Argentinien holte er auch den Elfmeter raus, den Victor Moses zum 1:1 verwandelte (51.). Seine plötzliche WM-Karriere soll damit aber nicht beendet sein. „Ich hoffe, dass ich 2022, als alter Knochen mit 34, vielleicht nochmal eine WM spielen kann“, sagte der Abwehrspieler, der von Mainz in die Premier League zu Brighton and Hove Albion wechselt: „Das wäre riesig.“

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