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BVB schöpft Mut für Ligastart - Favre: „Noch in der Schule“

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Montag, 17. August 2020 - 10:32 Uhr

von Von Heinz Büse, dpa

dpa Bad Ragaz. Noch sind es vier Wochen bis zum Ligastart. Doch Borussia Dortmund scheint auf gutem Weg zu größerer Schlagkraft. Hohe Siege in den bisherigen Testspielen und gute Leistungen der Neuzugänge machen Mut. Zudem ist ein weiteres Talent im Anflug.

Die Dortmunder Ansgar Knauff, Giovanni Reyna und Manuel Akanji (l-r) jubeln nach einem Treffer im Testspiel. Foto: David Inderlied/dpa

Hohe Siege, starke Neuzugänge - Borussia Dortmund befindet sich bereits einen Monat vor dem Start in die Fußball-Bundesliga in erstaunlicher Frühform.

„Diese Woche war sehr gut“, befand Mittelfeldspieler Axel Witsel zum Ende des Trainingslagers in Bad Ragaz (Schweiz). In den beiden Tests gegen die österreichischen Erstligisten Altach (6:0) und Austria Wien (11:2) präsentierte sich das Team in glänzender Spiellaune. Bis zum ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal am 11. September beim MSV Duisburg und dem Ligaauftakt eine Woche später gegen Borussia Mönchengladbach bleibt noch Zeit zur Feinjustierung. Wo ist noch Handlungsbedarf? Was erscheint vielversprechend?

NEUZUGÄNGE: Jude Bellingham und Thomas Meunier hinterließen einen positiven Eindruck. Der für rund 25 Millionen Euro von Birmingham City verpflichtete Bellingham präsentierte sich in den Testspielen trotz seiner nur 17 Jahre erstaunlich selbstbewusst und war auf Anhieb wichtige Anspielstation im Mittelfeld. „Er hat das gut gemacht und ist in den richtigen Momenten nach vorn gegangen“, lobte Trainer Lucien Favre. Der vom Tuchel-Team aus Paris gekommene Rechtsverteidiger Meunier hat zwar nicht so viel Offensiv-Dynamik wie sein zu Inter Mailand gewechselter Vorgänger Achraf Hakimi, überzeugte aber mit Passsicherheit und Zweikampfstärke.

TAKTIK: BVB-Trainer Lucien Favre scheint eine Rückkehr zu einer Abwehr-Viererkette zu favorisieren. Sowohl in den meisten Trainingsformen als auch in den Testspielen griff der Schweizer Fußball-Lehrer auf diese Variante zurück. Zu erwarten war das nicht: Schließlich hatte der BVB im Laufe der vergangenen Saison auf eine Dreier-Kette umgestellt und war damit lange erfolgreich. „Ich spiele lieber mit Viererkette, viele große Mannschaften spielen damit. Aber wir werden sehen, es ist nicht gesagt, dass wir umstellen“, kommentierte Favre.

TALENTE: Favre bekommt Gelegenheit, seinen guten Ruf als Talentförderer zu bestätigen. Mit Youssoufa Moukoko (15), Giovanni Reyna (17), Bellingham (17), Erling Haaland (20), Jadon Sancho (20) und mit dem wohl in den kommenden Tagen offiziell als Neuzugang verkündeten Reinier (18) stehen gleich sechs junge Profis in seinem Kader. „Wir sind ja im offensiven Bereich fast noch in der Schule“, scherzte der Coach und warb um Geduld. Am meisten Lob bekam der Jüngste: „Moukoko hat mir sehr gut gefallen, er hat ein super Potenzial. Du weißt nicht, mit welchem Fuß er abschließt. Das ist schön zu sehen, und es macht Spaß mit ihm zu arbeiten.“

KADERGRÖSSE: Angesichts der anstehenden Terminhatz machte sich Favre für einen großen Kader stark: „Ab Ende September gibt es nur noch Englische Wochen. Wir brauchen zwei Mannschaften, zwei richtige Mannschaften, und das haben wir noch nicht! Man hat es Ende der vergangenen Saison gesehen, da saßen vier, fünf auf der Bank, die kannten Sie nicht.“ Zudem seien die frühen Länderspielabstellungen bereits vor der Saison „alles andere als ideal“: „Darüber ist niemand glücklich. Die Spieler werden reisen, sie kommen zurück und könnten sich angesteckt haben. Und sie kommen dann sehr spät zurück, erst drei Tage vor dem Pokalspiel.“

© dpa-infocom, dpa:200817-99-194402/2

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