Fußball

BVB und Schalke vor erstem Geister-Derby - Polizei wachsam 

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Freitag, 13. März 2020 - 15:51 Uhr

von Von Ulli Brünger, dpa

dpa Dortmund/Gelsenkirchen. Erstmals findet ein Revierderby zwischen BVB und Schalke ganz ohne Zuschauer statt. So recht mag sich das niemand in der Fußball-Hochburg vorstellen. Stadt, Polizei und Clubs mahnen.

Trotz des Geister-Derbys wird die Polizei in Dortmund zahlreich vertreten sein. Foto: picture alliance / Ina Fassbender/dpa

Keine blau-weißen Fans, keine Gelbe Wand, keine Stimmung - erstmals in der fast 100-jährigen Geschichte findet das traditionsreiche Fußball-Revierderby ohne Zuschauer im Stadion statt.

Wenn sich Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zum 156. Mal seit 1925 treffen, werden die Spieler auf dem Rasen auf gähnend leere Tribünen blicken. Aus Sorge vor Ausschreitungen und Randale bleiben die Sicherheitskräfte in Dortmund jedoch wachsam.

„Wir bereiten uns auf veränderte Rahmenbedingungen vor. Aber es ist und bleibt unsere Aufgabenstellung, die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten“, sagte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange am Freitag. Man bereite sich wegen der Erfahrungen aus vergangenen Revierderbys auf alle Eventualitäten vor: „Wir haben ein gemeinsames Projekt: Wie wir es schaffen, mit kühlem Kopf mit unserem Verhalten dazu beizutragen, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und die Gefahr vor allem für besonders gefährdete Gruppen zu minimieren.“

Die Sicherheitsbehörden und die Clubs treibt die Sorge um, dass sich trotz aller Appelle ähnlich wie beim Champions-League-Spiel des BVB in Paris und bei der Nachholpartie zwischen Mönchengladbach und Köln am Mittwoch - beide Spiele fanden ohne Zuschauer statt - Anhänger beider Lager aufmachen und Randale machen. Rivalisierende Fangruppen könnten sich außerhalb zu Prügeleien oder Ausschreitungen treffen. „Wir schützen die Außenhaut des Stadions“, betonte Lange.

Wie Millionen Fußball-Fans, Spieler und Trainer würde auch BVB-Sportdirektor und Derby-Rekordspieler Michael Zorc liebend gern auf die Erfahrung eines Nachbarschaftsduells ohne Anhänger verzichten: „Das ist nicht das, was den Fußball ausmacht. Das ist sehr unwirklich, und das kann man sicher noch oft wiederholen.“

Die Borussia bekam beim Königsklassen-Aus in Paris einen Vorgeschmack von einem Spiel mit Geisterkulisse. Zorc sprach sich dafür aus, die Bundesliga-Saison wegen der Pandemie abzubrechen und - wenn möglich - zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen, „in einer Zeit, in der es gesundheitlich weniger problematisch ist“.

Am Freitag hatte die Deutsche Fußball Liga den Profi-Clubs vorgeschlagen, den 26. Spieltag an diesem Wochenende so weit wie möglich ohne Zuschauer durchzuziehen. Erst von Dienstag an bis zum 2. April soll der Spielbetrieb ausgesetzt werden.

Die Vorfreude auf ein weiteres Match ohne Fan-Unterstützung hält sich auch bei BVB-Stürmer Erling Haaland in Grenzen: „Es ist scheiße, so einfach ist das. Ich habe meine Fans vermisst. Um ehrlich zu sein: Ich brauche sie“, sagte der Norweger nach dem 0:2 in Paris mit Blick auf sein erstes Duell mit Schalke. Pragmatischer sieht es Trainer Lucien Favre: „Wir müssen die Niederlage verdauen und werden bereit sein für das Derby.“ Wie die Königsblauen sagte der BVB die geplante Pressekonferenz zum Derby kurzfristig ab.

Schalkes Trainer David Wagner war die ganze Woche bemüht, so viel Normalität wie möglich walten zu lassen. Allerdings verzichteten auch die Schalker auf öffentliches Training. Kontakte zu Fans und Medien wurden nahezu komplett vermieden. Die Profis sollten soziale Kontakte einschränken. „Wir sagen den Spielern natürlich, dass sie möglichst zu Hause bleiben sollen“, sagte Teammanager Sascha Riether. Es sei schwer, sich mental auf ein Derby ohne Fans einzustellen.

„Natürlich ist es in den Köpfen der Spieler, spätestens dann, wenn sie ins Stadion einlaufen und links und rechts keine Fans auf den Tribünen sind“, sagte Riether. Geht es nach den Clubs, sind diese auch nicht vor dem oder rund um das Stadion. Beide Vereine riefen ihre Anhänger auf, nicht zum Signal Iduna Park zu kommen.

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