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Bayern „gigantisch“ - Nagelsmann setzt auf Stabilität

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Montag, 18. Oktober 2021 - 05:14 Uhr

von Von Ulf Zimmermann, dpa

dpa Leverkusen. Der FC Bayern zeigte beim 5:1 gegen überforderte Leverkusener, dass er in einer eigenen Liga spielt. Basis für den sportlichen Erfolg ist bei Trainer Nagelsmann personelle Kontinuität.

Der FC Bayern München gewann mit 5:1 gegen Bayer Leverkusen. Foto: Marius Becker/dpa

Die Bayern-Stars ließen sich nach der Machtdemonstration im Topspiel bei Bayer Leverkusen von den mitgereisten Fans feiern.

5:1 (5:0) hatte der deutsche Fußball- Meister die bisher so begeisternde Leverkusener Junioren-Garde um Florian Wirtz am Sonntagnachmittag gedemütigt und „gigantisch“ aufgespielt, wie es Joshua Kimmich mit Blick auf die letzte Viertelstunde vor der Halbzeitpause beim Streamingdienst DAZN beschrieb.

München setzte sich im Handstreich wieder an die Tabellenspitze mit 19 Punkten vor Borussia Dortmund (18 Punkte) und Leverkusen (16). „Die Bedeutung des Spiels war allen bewusst. Deswegen jubelt man auch ausführlich“, sagte Trainer Julian Nagelsmann, der die fünf Tore seines Teams innerhalb von 34 Minuten an der Seitenlinie feierte, als ob er sie selber erzielt hätte.

Schock für Bundesliga-Spitze

Der zuvor in zwei Bundesligaspielen torlose Robert Lewandowski sorgte für eine 2:0-Führung (4. und 30. Minute). Fast im Minutentakt trafen dann Thomas Müller (34.) sowie Serge Gnabry per Doppelpack (35./37.). Das Tor für Leverkusen durch Patrik Schick (55.) war nicht mehr als ein Schönheitsfehler. Die Bayern-Gala dürfte nicht nur für Leverkusen, das auf Augenhöhe mit München in das Spitzenspiel gegangen war, ein Schock gewesen sein, sondern für die gesamte Bundesliga-Spitze.

Kontinuität ist für Nagelsmann die Basis zum Erfolg. Der neue Bayern-Trainer hatte zum dritten Mal in Folge auf die gleiche Startelf gesetzt, er wollte dieser Wiedergutmachung gewähren nach der ersten Saisonniederlage beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt vor der Länderspielpause. „Wenn man neue Leute reinbringt, braucht man Struktur und Stabilität“, erklärte Nagelsmann zu seinem Vorgehen. Es sei zudem auch wichtig, „gute Joker“ zu haben. Nagelsmann blickte dabei auf die Einwechslungen von Jungstar Jamal Musiala und Kingsley Coman - nur zwei herausragende Spieler auf einer Luxus-Einwechsel-Bank.

Ausfall von Davies droht

Wenn man es wie gegen Leverkusen „weiter so stabil“ machen werde, würden auch andere Spieler von Beginn an kommen. Dazu wird Nagelsmann wahrscheinlich bereits in den am Mittwoch im Champions-League-Spiel bei Benfica Lissabon beginnenden intensiven 17 Tagen mit sechs Spielen gezwungen. Linksverteidiger Alphonso Davies wurde bereits nach 40 Minuten wegen Oberschenkelproblemen ausgewechselt und droht für Lissabon auszufallen.

Und Lucas Hernandez könnte aus juristischen Gründen längerfristig fehlen. Dem französischen Weltmeister droht in Spanien eine Haftstrafe wegen der Missachtung eines Gerichtsurteils. Am Dienstag - dem Tag vor dem Lissabon-Spiel - muss der 25-Jährige vor einem Strafgericht in Madrid erscheinen. Stand jetzt muss Hernández in den Tagen danach eine sechsmonatige Haftstrafe antreten. Der Innenverteidiger zeigte sich in Leverkusen unbeeindruckt von dem Verfahren und möglichen Folgen. Er habe „seine beste Saisonleistung“ gezeigt, sagte Nagelsmann. Zwei Leistungsträger, die dem stabilen Gebilde nun fehlen könnten.

Diese Probleme hätte Kollege Gerardo Seoane bei Bayer Leverkusen gerne. Nach berauschenden Wochen erlebten die hochgelobten Bayer-Junioren um Jung-Star Florian Wirtz, die zuvor fünf Pflichtspiele in Folge gewonnen hatten, ein Waterloo. „Die erste Halbzeit war brutal“, sagte der neue Coach Seoane, der in der Pause an die „Ehre“ seiner Spieler appellierte. „Das will ich nie wieder erleben“, sagte Kapitän und Torwart Lukas Hradecky und fügte an: „Ich hoffe, dass das ein Ausrutscher bleibt.“ Am Donnerstag in der Europa League bei Betis Sevilla steht die erste Nagelprobe an.

© dpa-infocom, dpa:211018-99-633809/3

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