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Bayerns Pfosten-Dusel sorgt für nächsten Neuer-Rekord

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Donnerstag, 21. Januar 2021 - 12:22 Uhr

von Von Klaus Bergmann, dpa

dpa Augsburg. Beim Blick in den Rückspiegel droht den Bayern wohl höchstens noch ein Leipziger Überholmanöver. Der Anspruch des Serienmeisters ist aber nicht nur, „oben zu stehen“. Ein Torwart-Rekord erfreut alle.

Der Pfosten rettete Keeper Manuel Neuer (M) und dem FC Bayern drei Punkte in Augsburg. Foto: Sven Hoppe/dpa

Manuel Neuer berührte dankbar den rettenden Pfosten, später bejubelte er den endlich von ihm eingestellten Zu-Null-Rekord von Oliver Kahn in den Armen seines Torwarttrainers Toni Tapalović.

Die Dusel-Bayern leben gerade in Alu-Form neu auf, für das Comeback der Dominanz-Bayern bittet Triple-Trainer Hansi Flick um Zeit.

Nationaltorhüter Neuer bewertete das wacklige 1:0 beim Nachbarn FC Augsburg, bei dem ihm nur dank eines Handelfmeters von FCA-Stürmer Alfred Finnbogason ans Aluminium sein 196. Ligaspiel über 90 Minuten ohne Gegentor glückte, trotzdem als „Zeichen an die Konkurrenz“.

Lattenglück gegen Freiburg, Pfosten-Dusel in Augsburg, zwei knappe Siege in der Fußball-Bundesliga und schon stimmen die Zahlen wieder beim Serienmeister. Vier Punkte vor Leipzig, sieben vor Leverkusen, sogar satte zehn vor Borussia Dortmund - was soll da im Titelkampf noch passieren? Beim Blick in den Rückspiegel droht da höchstens noch ein Überholmanöver der ambitionierten Leipziger Nagelsmänner.

Die Hinserie war spielerisch und ganz besonders defensiv nicht Bayern-like. Aber mit dem Verweis auf das Mammutprogramm an Spielen, „das wir in den vergangenen Wochen und Monaten abgespult haben“, sagte Kapitän Neuer, „kann man nicht nur alles schlecht reden.“

39 Punkte und der Blick auf die Tabelle wärmten auch Flick am Mittwochabend im eisigen Augsburger Stadion vor der kurzen Heimfahrt mit dem Mannschaftsbus nach München das Herz. „Unser Anspruch ist es, da oben zu stehen“, sagte der 55-Jährige. Der Triple-Coach formulierte aber auch gleich „den Anspruch“ für die am Sonntag auf Schalke beginnende Bundesliga-Rückrunde: „Es ist ein langer Weg, bis wir vielleicht wieder so dominant spielen können wie letzte Saison. Das ist unser Ziel! Und daran müssen wir weiter arbeiten.“

Im Freistaat-Derby reichte es nur zu 45 Dominanz-Minuten, die sich im 22. Saisontor des später vorsichtshalber wegen muskulärer Probleme ausgewechselten Gerd-Müller-Jägers Robert Lewandowski nur ungenügend im Ergebnis niederschlug. Ein 2:0, 3:0 oder 4:0 war auch möglich. „Die erste Halbzeit macht Mut“, kommentierte Flick, „die zweite gibt uns aber schon Anlass, das Ganze kritisch zu sehen.“

Den Chefkritiker gab Nationalspieler Joshua Kimmich: „Das war in der zweiten Halbzeit wirklich dünn, was wir da angeboten haben.“ Der FCA trat plötzlich mutig auf, rannte an und war dem Ausgleich ganz nah. Doch Alfred Finnbogason vergab im zehnten Anlauf erstmals vom Punkt. „Den muss ich machen, da gibt es keine Entschuldigung“, haderte der glücklose Isländer, der seit über 600 Minuten auf ein Tor wartet.

Stattdessen endete für Neuer das über 1000 Minuten lange Warten auf die Einstellung des Kahn-Rekordes. Erstmals seit dem 5:0 gegen Eintracht Frankfurt im Oktober blieben die Münchner ohne Gegentor. Glück allein wollte der 34-jährige Neuer dafür nicht verantwortlich machen. „Unser ganzer Defensivverband hat dafür investiert“, sagte er. Flick freute sich auch nicht nur für seinen Torwart. „Dass die Null steht, das wollten wir alle“, sagte der Trainer: „Wie jeder Einzelne das Tor verteidigt hat, das ist das, was wir brauchen.“

Juniorchef Kimmich sprach weitere wichtige Tugenden an, um nach dem ärgerlichen Pokal-Aus in Kiel am Saisonende wieder Trophäen in Händen halten zu können. „Es geht gerade nicht so leichtfüßig“, sagte der 25-Jährige: „Wir brauchen schon wieder diese Gier, die Spiele nicht nur über die Zeit zu retten, sondern mit Souveränität zu gewinnen.“

© dpa-infocom, dpa:210121-99-115626/2

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