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Fußball

Bayers Kampf um die Ehre - Kein Glaube an ein Wunder

Fußball

Dienstag, 5. November 2019 - 11:47 Uhr

von Von Holger Schmidt, dpa

dpa Leverkusen. Bayer Leverkusen ist in der Champions League schon nach drei von sechs Spielen so gut wie ausgeschieden. Dennoch ist das Spiel am Mittwoch gegen Atlético Madrid in vielerlei Hinsicht wichtig.

Rudi Völler möchte mit Leverkusen noch Gruppendritter werden. Foto: Marius Becker/dpa

An das Champions-League-Wunder glaubt niemand mehr ernsthaft, stattdessen steht Bayer Leverkusen vor einem echten Charaktertest. Obwohl mit dem Heimspiel gegen Atlético Madrid erst die Rückrunde der Gruppenphase beginnt, ist die Werkself quasi schon ausgeschieden.

Deshalb geht es am Mittwoch (21.00/DAZN) vor allem um drei wichtige Dinge: Um die Ehre nach bisher null Punkten und keinem selbst erzielten Tor. Um neues Selbstvertrauen und Geschlossenheit für die Fußball-Bundesliga. Und ums Überwintern in der Europa League.

„Wir müssen alles versuchen, damit wir Dritter werden“, fordert Sportchef Rudi Völler. Und auch Stürmer Kevin Volland spricht von nichts anderem mehr. „Wir wollen ja noch in die Europa League kommen. Deswegen müssen wir schauen, dass wir gewinnen, zumindest aber nicht verlieren“, sagt Volland und gewinnt der Situation etwas Gutes ab. Denn taktieren sollte nun keine Option sein. „Wir haben nicht mehr so viel zu verlieren. Deswegen können wir mutig auftreten und mit offenem Visier spielen.“

Nach sieben Pflichtspielen mit nur einem Sieg - einem mühsamen 1:0 im Pokal gegen Bundesliga-Schlusslicht Paderborn - und dem Absturz auf Rang zehn der Liga ist die Zeit der Ausreden in Leverkusen vorbei. Nach dem 1:2 gegen Tabellenführer Borussia Mönchengladbach am Samstag kritisierte Völler die Spieler Wendell („Es gibt, glaube ich, keinen Bundesliga-Spieler, der so viel ausrutscht“) und Leon Bailey („Die Rote Karte war blöd und völlig unnötig“). Trainer Peter Bosz sprach von der „schlechtesten Halbzeit, seit ich hier bin“.

Auch innerhalb des Teams wird der Ton rauer. Gefühlt entstehen dort zwei Lager zwischen Künstlern und Arbeitern. „Wir verlassen uns zu sehr auf Mitspieler“, sagt Volland: „Wir dürfen uns kein Halbgas erlauben.“ Und Abwehrchef Sven Bender fordert Taten statt Worte. „Wir sollten vielleicht aufhören, über irgendwelche großen Ziele zu sprechen, sondern einfach Woche für Woche unsere Arbeit machen“, sagt der frühere Nationalspieler: „Ich habe noch keinen gesehen, der ganz einfach oder leicht viel erreicht hat.“

Auch deshalb geht es für Bayer am Mittwoch vor allem darum, eine Trotzreaktion zu zeigen. Zumal ein Sieg wegen des Modus' ein Muster ohne Wert sein könnte. Denn wenn man davon ausgeht, dass Lok Moskau seine Spiele gegen Madrid und Juventus Turin verliert, fällt die Entscheidung um Platz drei sowieso im direkten Duell in drei Wochen in Russland. Und dort würde Bayer selbst bei einem Sieg gegen Madrid kein Unentschieden reichen, um das Minimalziel zu sichern.

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