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Bobic vor dem Absprung bei Eintracht Frankfurt?

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Dienstag, 2. März 2021 - 15:14 Uhr

von Von Andreas Schirmer, dpa

dpa Frankfurt/Main. Fredi Bobic hat als Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt große Erfolge gefeiert. Nun scheint es, als suche er nach einer neuen Herausforderung. Die Spur führt nach Berlin.

Steht bei Eintracht Frankfurt offenbar vor dem Absprung: Sportvorstand Fredi Bobic. Foto: Uwe Anspach/dpa

Champions League oder 2. Liga? Zwischen diesen sportlichen Extremen bewegen sich die Spekulationen um die Zukunft von Fredi Bobic.

Während Eintracht Frankfurt mit seinem seit Jahren erfolgreichen Sportvorstand Richtung Königsklasse strebt, droht Hertha BSC der Absturz aus der Bundesliga. Und doch halten sich die Gerüchte über einen möglichen Wechsel des Ex-Nationalspielers nach Berlin. Bobic selbst tut wenig, um die Debatte zu beenden. Die beteiligten Clubs halten sich bedeckt.

Als Macher und Modernisierer hat sich Bobic in Frankfurt bewiesen. Klassenerhalt, DFB-Pokalsieg 2018, Sturm ins Europa-League-Halbfinale und immer wieder erstaunliche Transfers, die den Frankfurtern Millionen in die Kasse spülten. Kein Wunder, dass dieser Mann Begehrlichkeiten weckt. Aus Berlin, wo der Big-City-Traum nach vielen Rückschlägen und der Beurlaubung von Langzeit-Manager Michael Preetz neu sortiert wird, gibt es keine offiziellen Statements.

Freiwillig wird Frankfurt das Objekt der Begierde nicht ziehen lassen. Ein Sprecher des Clubs verwies am Dienstag nur auf eine Äußerung des Eintracht-Aufsichtsratsvorsitzenden Philip Holzer, der wiederum auf den bis 2023 datierten Vertrag und auf „Gespräche über die zukünftige Ausrichtung der bislang sehr erfolgreichen Zusammenarbeit“.

Der 49 Jahre alte Bobic hat bisher nur ausweichend auf die Spekulationen reagiert. „Was die Zukunft bringt, weiß kein Mensch“, sagte der gebürige Slowene. Trotz des Höhenfluges in der Bundesliga und der Aussicht als aktuell Tabellenvierter in die Königsklasse einzuziehen, dürfte ein Engagement bei dem nur einen Punkt vor einem Abstiegsplatz stehenden Hauptstadtclub für ihn eine lockende Herausforderung sein - mit dem zusätzlichen Reiz wieder mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Berlin leben zu können.

In Frankfurt hat Bobic, der zuvor bei dem bulgarischen Club Tschernomoretz Burgas und beim VfB Stuttgart Sportdirektor war, seine Meisterprüfung als Fußballmanager gemacht, mit einem Gespür für einstmals bezahlbare Spieler und Talente wie Ante Rebic, Sébastien Haller oder Luka Jovic, mit denen die Eintracht für Furore sorgte und beim Verkauf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag erlöste.

Die clevere Personalpolitik bescherte den Frankfurtern große Erfolge. Den Österreicher Adi Hütter zu verpflichten, der nach dem Transfer der stürmenden Büffelherde und dem Abschied von Niko Kovac die Hessen auf Erfolgskurs hält, war ein weiterer Glücksgriff á la Bobic. In Stürmer André Silva oder Verteidiger Evan N'Dicka sind erneut zwei junge Profis gereift, deren Transfermarktwert immens gestiegen ist.

Statt an der Fortsetzung der Erfolgsgeschichte weiter zu arbeiten, müsste Bobic bei Hertha BSC als Nachfolger von Preetz wieder Aufbauarbeit leisten. An Geld sollte es dank Windhorst nicht mangeln. Die Ablösesumme dürfte für die Berliner kein Problem sein.

Auf die Hessen verwies Millionen-Investor Lars Windhorst erst kürzlich. „Schauen sie sich Frankfurt an. Die haben keine externen Mittel gehabt und erreichen wahrscheinlich trotzdem die Champions League“, sagte der Geldgeber. Genau da will Hertha auch hin. Und Bobic würde ins Muster passen.

Dann müsste sich die Eintracht neu aufstellen, da Sportdirektor Bruno Hübner auf jeden Fall zum Ende der Spielzeit aufhört. Als Nachfolger von Bobic ist Christoph Spycher ein Kandidat. Der frühere Frankfurter Kapitän ist Sportchef bei den Young Boys Bern und gewann mit dem heutigen Eintracht-Coach Hütter 2018 den Schweizer Meistertitel.

© dpa-infocom, dpa:210302-99-656844/2

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