Fußball

Deutsche Auswahl mit Olympia-Fehlstart gegen Brasilien

Olympia

Donnerstag, 22. Juli 2021 - 15:47 Uhr

von Von Jordan Raza und Eric Dobias, dpa

dpa Yokohama. Bittere Pleite für die deutschen Olympia-Fußballer: Trotz einer leidenschaftlichen Aufholjagd in Unterzahl ist die DFB-Auswahl auf ihrem Weg zur ersehnten Goldmedaille zum Auftakt von Brasilien kräftig ausgebremst worden.

Anton Stach läuft nach dem 0:2 mit gesenktem Kopf über den Platz. Foto: Swen Pförtner/dpa

Vor leeren Rängen verlor das teils überfordert wirkende Team von Trainer Stefan Kuntz am Donnerstag in Yokohama gegen den Turnierfavoriten mit 2:4 (0:3) und verpasste so die Revanche für das verlorene Olympia-Finale 2016 und damit den erhofften Traumstart in das Tokio-Turnier.

Richarlison mit einem Dreierpack in der 7., 22. und 30. Minute sowie Paulinho (90.+4) untermauerten die Titelambitionen der Seleção, für Deutschland trafen Nadiem Amiri (56.) und Ragnar Ache (83.). Neben dem Spiel verlor das deutsche Team auch noch Kapitän Maximilian Arnold mit Gelb-Rot (62.). Der Wolfsburger fehlt damit im zweiten Turnierspiel am kommenden Sonntag gegen Saudi-Arabien, das zum Auftakt der Elfenbeinküste mit 1:2 unterlag.

Bei drückender Hitze von über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit kam die deutsche Mannschaft schnell ins Schwitzen. Gegen die leichtfüßigen Brasilianer waren die Schützlinge von U21-Nationaltrainer Kuntz oft mindestens einen Schritt zu spät dran. Schon in der 5. Minute hatte Matheus Cunha vom Bundesligisten Hertha BSC die Führung für den Rio-Olympiasieger auf dem Fuß, scheiterte aber an Torwart Florian Müller.

Nur 120 Sekunden später musste der 23-Jährige vom VfB Stuttgart den Ball erstmals aus dem Netz holen. Zwar konnte Müller zunächst einen Schuss von Richarlison mit Mühe abwehren, doch den Abpraller versenkte der Stürmer vom englischen Premier-League-Club FC Everton eiskalt.

Dem DFB-Team war anzumerken, dass es in dieser Formation zuvor noch nie zusammengespielt hatte. In der Defensive klafften riesige Lücken, im Mittelfeld fehlte es an der nötigen Kreativität und der Angriff war praktisch nicht existent. Qualitativ konnte die nach zahlreichen Absagen mühevoll zusammengestellte Mannschaft den individuell starken Südamerikanern ohnehin nicht das Wasser reichen.

So nahm das Unheil seinen Lauf. Nachdem Müller in der 15. Minute noch eine Doppelchance der Brasilianer vereiteln konnte, war er wenig später gegen einen Kopfball des überragenden Richarlison machtlos. Einmal in Fahrt legte der 24-Jährige nach einer halben Stunde zum lupenreinen Hattrick nach. Wieder standen die deutschen Spieler nur Spalier, was Kuntz an der Seitenlinie mit einem verzweifelten Kopfschütteln quittierte.

Seine völlig überforderte Mannschaft gab in der ersten Halbzeit einen einzigen Torschuss ab. Der Versuch von Amiri stellte Brasiliens Keeper Santos aber vor keine Probleme. In der Nachspielzeit hätte sich die Laune von Kuntz fast noch mehr verschlechtert, als es nach einem Handspiel von Benjamin Henrichs im eigenen Strafraum Elfmeter für Brasilien gab. Doch Müller blieb gegen Cunha Sieger und verhinderte damit das vierte Gegentor.

Nach dem Wechsel spielte die DFB-Elf etwas mutiger nach vorne, konnte die Brasilianer aber nur selten in Verlegenheit bringen. Vielmehr musste Müller gleich mehrfach sein Können unter Beweis stellen, um das Ergebnis im Rahmen zu halten. Zwar traf Amiri mit einem Direktschuss von der Strafraumgrenze, bei dem Santos nicht gut aussah, und Ache per Kopf - an der verdienten Niederlage änderte dies aber nichts mehr.

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Trainer Stefan Kuntz sah eine ganz schwache erste Halbzeit der deutschen Mannschaft. Foto: Swen Pförtner/dpa

Torjäger Richarlison (r) erzielte in der ersten Halbzeit einen Hattrick. Foto: Swen Pförtner/dpa

Die Brasilianer bejubeln die frühe Führung durch Richarlison (r). Foto: Swen Pförtner/dpa

Nadiem Amiri (r) traf zum zwischenzeitlichen 1:3. Foto: Swen Pförtner/dpa

Das 2:3 von Ragnar Ache (l) ließ die DFB-Auswahl noch einmal hoffen. Foto: Swen Pförtner/dpa

Kapitän Maximilian Arnold verlässt nach seiner Gelb-Roten Karte den Platz. Foto: Swen Pförtner/dpa

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