Fußball

Dino Toppmöller: Nagelsmann lässt einen „Vertrauen spüren“

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Freitag, 22. Oktober 2021 - 14:05 Uhr

von Von Martin Moravec und Christian Kunz, dpa

dpa München. Das Live-Wiedersehen mit seinem früheren Verein Hoffenheim fällt für Corona-Fall Julian Nagelsmann in der Bundesliga aus. Dino Toppmöller ist als Vertretungschefcoach besonders gefordert.

Bayerns Joshua Kimmich (r), Leroy Sane (hinten) und Thomas Müller halten den Ball hoch. Co-Trainer Dino Toppmöller beobachtet das Warm-Up. Foto: Matthias Balk/dpa

Über mangelnde Wertschätzung seines Chefs Julian Nagelsmann kann Dino Toppmöller nicht klagen.

Der nach einer Corona-Infektion vorerst fehlende Cheftrainer des FC Bayern München vertraut all seinen Assistenten voll und ganz - im intensiven, konstanten Austausch stehen sie dank digitaler Konferenzen ohnehin.

So wird nach dem Ausfall Nagelsmanns an der Seitenlinie beim 4:0 am Mittwoch in der Champions League gegen Benfica Lissabon nun erstmals auch in der Fußball-Bundesliga im Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen die TSG 1899 Hoffenheim Toppmöller zusammen mit dem restlichen Trainerteam die Kommandos von der Bank aus geben.

Der langjährige Hoffenheimer Trainer Nagelsmann war in einem separaten Ambulanzflieger aus Portugal nach München zurückgekehrt und hatte sich in häusliche Isolation begeben. Es gehe ihm den Umständen „entsprechend gut“, hatte der vollständig geimpfte 34-Jährige in einer ersten Reaktion verraten. Die Führung seines Star-Ensembles sieht Nagelsmann sowieso in besten Händen.

Toppmöller ersetzt erkrankten Nagelsmann

„Ich glaube, du wärst selber ein sehr guter Cheftrainer und das weißt du. Deshalb schätze ich es umso mehr, dass du mich mit deiner Kompetenz unterstützt und weiter zu den Erfolgen beiträgst“, schwärmte Nagelsmann vor wenigen Wochen im Podcast des FC Bayern von Toppmöller und lobte dessen „unglaublich schnelle Auffassungsgabe“ und „eigene Kreativität“.

Der Sohn des früheren Bundesligatrainers Klaus Toppmöller ist zusammen mit den weiteren Assistenten Benjamin Glück und Xaver Zembrod erstmal weiter besonders gefordert. „Julian kann als Cheftrainer Verantwortung abgeben und einen das Vertrauen auch spüren lassen. Das ist eine ganz große Eigenschaft von ihm“, sagte Dino Toppmöller über die Zusammenarbeit, die im Sommer 2020 bei RB Leipzig begann. Unter Nagelsmann könne man sich „ein Stück weit frei“ bewegen. Außerdem sei der Boss ein Menschenfänger. „Er kann Leute begeistern, hat immer gute Sprüche auf Lager und ist ein begnadeter Witze-Erzähler“, meinte Toppmöller lachend weiter.

„Julian gibt die Leitplanken und Prinzipien vor, und wir dürfen uns darin auch ein bisschen verwirklichen“, versicherte Zembrod, den Nagelsmann ebenfalls vor dieser Saison aus Leipzig mitbrachte.

Lob am Aushilfsboss gab es von Nagelsmann selbst und auch aus der Mannschaft. Toppmöller habe es „super gemacht, das ganze Trainerteam ist ja nicht nur eine Person, die dann vorne den Julian als Chefcoach vertreten hat“, sagte Nationaltorwart Manuel Neuer noch in Lissabon. „Wir erarbeiten das immer alle gemeinsam, alle sind in den Besprechungen dabei und haben eine große Anteilnahme. Sie haben es alle zusammen gut gemacht.“

Neuer vor 300. Bundesliga-Sieg

Neuer steht nach seinem 100. Champions-League-Spiel für den FC Bayern vor der nächsten eindrucksvollen Marke. Mit einem Dreier gegen die TSG würde er seinen 300. Sieg in der Bundesliga feiern können - bisher hat nur der aktuelle Münchner Vorstandschef Oliver Kahn (310) diese Schallmauer durchbrochen.

Lissabon hat erfolgreich funktioniert - dann kann es gegen Hoffenheim um den früheren Münchner Nachwuchscoach Sebastian Hoeneß an der Seitenlinie so weitergehen, oder?

„Sie sind ohne Frage ins Laufen gekommen“, sagte der Neffe des langjährigen Bayern-Patrons Uli Hoeneß und musste in Offensivspieler Christoph Baumgartner selbst einen Corona-Ausfall hinnehmen. „Wir fahren trotzdem nach München und versuchen, die Bayern zu ärgern und sie vor Probleme zu stellen.“ In der vergangenen Saison funktionierte das sogar zuhause beim 4:1 - im Rückspiel an der Isar revanchierte sich der FC Bayern aber ebenfalls mit 4:1.

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