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Fußball

Doppelter Frust bei 96-Sportchef Heldt: „Das geht so nicht“

Fußball

Sonntag, 28. Oktober 2018 - 09:51 Uhr

von Von Lars Reinefeld, dpa

dpa Hannover. Es war ein gebrauchter Tag für Hannover 96. Statt sich in der Tabelle ins Mittelfeld abzusetzen, stecken die Niedersachsen weiter mitten im Abstiegskampf. Sportdirektor Horst Heldt war aber nicht nur deshalb in Rage.

Hannover 96 zeigte sich im Spiel gegen den FC Augsburg lange nicht die Leistung eines Erstligisten. Foto: Swen Pförtner

Horst Heldt war sauer. Richtig sauer. Und das gleich in doppelter Hinsicht. Die schwache Leistung seiner Mannschaft beim 1:2 (0:1) gegen den FC Augsburg hatte dem Sportdirektor von Hannover 96 am Samstag die Stimmung versaut.

Und dass die Niedersachsen dabei laut Heldt zum bereits wiederholten Male in dieser Spielzeit unter dem Videobeweis litten, trieb ihm endgültig die Zornesröte ins Gesicht. „Das geht so nicht“, schimpfte Heldt mit Blick auf die Szene vor dem vorentscheidenden 0:2.

Hannovers Japaner Genki Haraguchi war nach einem Fernschuss am Arm getroffen worden. Schiedsrichter Robert Kampka sah die Szene und ließ zunächst weiterlaufen. Erst auf Hinweis des Video-Assistenten Guido Winkmann in Köln sah sich der Unparteiische die Bilder noch einmal auf dem Monitor an und entschied doch auf Strafstoß für die Gäste, den Alfred Finnbogason sicher verwandelte (63. Minute).

„Das Entscheidende ist: Der Schiedsrichter sieht die Situation und bewertet es als nicht strafbar. Und der Videoassistent soll sich nur dann einmischen, wenn es eine glasklare Fehlentscheidung war“, echauffierte sich Heldt. „Das war es aber nicht, und damit war es zum wiederholten Male im Ablauf einfach eine Katastrophe. Ich habe keinen Bock mehr, über so einen Mist zu reden.“

Allerdings war der 48-Jährige so ehrlich einzugestehen, dass die Leistung der Gastgeber lange Zeit nicht eines Erstligisten würdig war. „Ich will das daher nicht als Ausrede nutzen, dass wir verloren haben“, sagte Heldt. „Das war heute einfach zu wenig.“ Erst nach dem 0:2 wachten die Niedersachsen endlich auf und erspielten sich noch einige gute Chancen. Doch da war es bereits zu spät, zu mehr als dem Anschlusstreffer von Ihlas Bebou (72.) reichte es nicht.

„Wir haben von Beginn an nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben“, kritisierte 96-Coach André Breitenreiter. Der kleine Aufschwung nach vier Punkten aus den vergangenen zwei Spielen ist nun wieder dahin. In Hannover wird man sich auf Abstiegskampf bis zum Ende der Saison einstellen müssen.

Hinten leisten sich die Roten zu viele Patzer, wie Kapitän Waldemar Anton vor dem 0:1 durch Rani Khedira (8.). Und vorne läuft bislang auch nicht viel zusammen. Niclas Füllkrug, in der Vorsaison mit 14 Treffern noch umjubelter Torjäger, ist derzeit nur ein Schatten seiner selbst. Und auch Neuzugang Bobby Wood, im Heimspiel zuvor gegen den VfB Stuttgart mit seinen Treffern noch Matchwinner, fand gegen Augsburg praktisch nicht statt. „Das war sehr enttäuschend“, bilanzierte Kapitän Anton den lange Zeit blutleeren Auftritt.

Auf Hannover kommen nun schwere Zeiten zu. Am Dienstag trifft 96 im DFB-Pokal auf den VfL Wolfsburg, der gerade mit dem 3:0 in Düsseldorf Selbstvertrauen tanken konnte. Dann geht es in der Bundesliga zum FC Schalke 04, ehe erneut Wolfsburg in die HDI-Arena kommt. „Wir müssen mehr investieren, da muss sich jeder hinterfragen. Ansonsten reicht das nicht“, brachte es ein verstimmter Heldt auf den Punkt.

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