Ein Topspiel mit Brisanz: Sechsmal Bayern gegen Dortmund

dpa München. FC Bayern gegen Borussia Dortmund ist ein Klassiker. An so einige Szenen dieser Gipfeltreffen erinnern sich Fußball-Fans noch heute. Die Münchner können ausgerechnet gegen den BVB erneut Meister werden.

Ein Topspiel mit Brisanz: Sechsmal Bayern gegen Dortmund

Bundesliga-Duell in London: 2013 treffen Franck Ribery (r) mit dem FC Bayern München auf Ilkay Gündogan und den BVB. Foto: Tom Hevezi/EPA/dpa

Viel Grund zur Freude gab es für Borussia Dortmund in den vergangenen sechs Bundesliga-Gastspielen beim FC Bayern nicht. 2:4, 0:4, 0:5, 0:6, 1:4 und 1:5 hieß es zuletzt für den BVB in München.

Ein einfacher Sieg an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) reicht den Bayern nun, um ausgerechnet gegen den Dauerrivalen die zehnte deutsche Fußball-Meisterschaft nacheinander perfekt zu machen. Selbst bei einem Remis sind die Gastgeber nach dem 31. Spieltag nur noch theoretisch einzuholen. „Wir wollen im Heimspiel Meister werden“, betonte Trainer Julian Nagelsmann vor dem Bundesliga-Kracher.

Der deutsche Clásico hat in der Vergangenheit viele denkwürdige Momente hervorgebracht: Es gab Oliver Kahn in Kung-Fu-Manier, Jan Koller als Torwart-Aushilfe oder Robert Lewandowski im Dauer-Toreschießen. Folgen nun weitere in der Münchner Arena?

3. April 1999: Topspiele wie gegen den BVB motivierten Bayern-Torhüter Oliver Kahn immer besonders. An diesem April-Tag scheint er wie von Sinnen. Erst versucht er BVB-Stürmer Heiko Herrlich in den Hals zu beißen, dann springt er in Kung-Fu-Manier auf den entgeistert schauenden BVB-Stürmer Stephane Chapuisat zu. Kahn erklärte später, er habe wegen Kritik unter Druck gestanden und nach einem Gegentor sei der „Deckel vom Kessel“ geflogen. Das Spiel endet 2:2.

9. November 2002: BVB-Torhüter Jens Lehmann fliegt vom Platz, doch der BVB kann nicht mehr wechseln. Also geht der 2,02 Meter große Stürmer Jan Koller ins Tor. 24 Minuten lang - und bleibt ohne Gegentor. Der „Kicker“ berief ihn anschließend in die Elf des Tages. Als Torhüter natürlich. Koller hatte auch das 1:0 für den BVB erzielt, der verliert in München trotzdem mit 1:2.

12. Mai 2012: Die Dortmunder schaffen die ultimative Demütigung des FC Bayern - und müssen es später büßen. Nach dem Meistertitel 2011 und der bereits sicheren Titelverteidigung zerlegt der BVB die Münchner im DFB-Pokalfinale mit 5:2. Bayern-Präsident Uli Hoeneß kündigte direkt an, zu zeigen „wo der Hammer hängt“. Die Münchner schnappten sich danach nacheinander Mario Götze, Robert Lewandowski sowie Mats Hummels - und wurden seitdem immer deutscher Meister. Hummels und der mittlerweile zum PSV Eindhoven gewechselte Götze kehrten jedoch später zum BVB zurück.

25. Mai 2013: Das Spiel, das deutsche Fußball-Geschichte schrieb: Zum ersten und einzigen Mal bestreiten zwei deutsche Mannschaften ein Champions-League-Finale. Im Londoner Wembley-Stadion ist Dortmund ebenbürtig. Als alle sich schon auf eine Verlängerung einrichten, schießt Arjen Robben das 2:1-Siegtor für die Münchner, die ein Jahr zuvor nicht nur im Pokalendspiel eine bittere Niederlage kassierten, sondern auch im Champions-League-Finale „dahoam“ gegen Chelsea.

10. November 2018: Im vielleicht spektakulärsten Klassiker seit Jahren triumphiert der BVB mit 3:2. Zwei Mal gehen die Bayern durch Robert Lewandowski in Führung, zweimal kann der überragende Marco Reus ausgleichen. Am Ende sorgt Paco Alcácer für den Siegtreffer und einen Sieben-Punkte-Vorsprung der Borussia.

6. April 2019: Mit einer meisterlichen Machtdemonstration stürmt der FC Bayern zurück an die Spitze der Bundesliga. Der deutsche Rekordchampion schickt den gedemütigten und entzauberten Rivalen mit 5:0 nach Hause. Robert Lewandowski (2), Mats Hummels, Javi Martínez und Serge Gnabry führen den völlig überforderten BVB vor. Kurios: Trotz der titelreifen Tor-Gala muss Bayern-Trainer Niko Kovac schon da um seinen Job fürchten.

© dpa-infocom, dpa:220422-99-09466/2