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Fußball

Ex-DFB-Präsident Zwanziger bedauert Özil-Entschluss

Fußball

Montag, 23. Juli 2018 - 05:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Diez. Theo Zwanziger bedauert den Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft und befürchtet Konsequenzen nicht nur im Fußball.

Mesut Özil will nicht mehr für das deutsche Fußball-Nationalteam spielen. Foto: Michael Probst

„Ich bin tief traurig über die von Mesut Özil getroffene Entscheidung“, sagte der frühere Präsident des Deutschen Fußball-Bundes im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Der Rückzug des türkischstämmigen Weltmeisters sei „für die Integrationsbemühungen in unserem Land über den Fußball hinaus ein schwerer Rückschlag. Er war ein großes Vorbild für junge Spielerinnen und Spieler mit türkischem Migrationshintergrund, sich auch in die Leistungsstrukturen des deutschen Fußballs einzufinden.“

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Özil hatte am Sonntag die Konsequenzen aus der Affäre um die umstrittenen Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor der WM gezogen. Dabei kritisierte er den Deutschen Fußball-Bund und vor allem dessen Präsidenten Reinhard Grindel, deutsche Medien und Sponsoren für ihren Umgang mit ihm scharf.

Auch Zwanziger, der in seiner Amtszeit von 2004 bis 2012 das Thema Integration stark vorangetrieben hatte, sieht Versäumnisse beim DFB. „Durch Fehler in der Kommunikation ist etwas passiert, das bei Migranten nie passieren darf: Sie dürfen sich nie als Deutsche zweiter Klasse fühlen. Wenn dieser Eindruck entsteht, muss man gegensteuern“, sagte der 73-Jährige.

Ein bewusstes Drängen Özils in die Rolle als Sündenbock für das frühe WM-Scheitern will Zwanziger der heutigen DFB-Führung aber nicht unterstellen. „Ich kenne Reinhard Grindel und Oliver Bierhoff gut genug, um sagen zu können, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sie eine solche Situation bewusst herbeiführen würden“, sagte er.

Für die deutsche Bewerbung um die EM 2024 im Duell mit der Türkei waren die Fotos von Özil und Ilkay Gündogan aus Zwanzigers Sicht „sicherlich nicht hilfreich. Das hat die politische Ebene in der Türkei, die eng mit dem Fußballgeschehen verbunden ist, zusätzlich herausgefordert.“

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