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Fade Vorstellung: BVB-Coach Stöger schiebt Frust

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Dienstag, 27. Februar 2018 - 07:51 Uhr

von Von Heinz Büse, dpa

dpa Dortmund. Vor der Minuskulisse von 54 300 Fans kam der BVB nicht über ein 1:1 gegen Augsburg hinaus. Doch der Boykott vieler Fans gegen Montagsspiele war nach Einschätzung von Trainer Peter Stöger nicht der Grund für die schwache Vorstellung seines Teams.

Auch in Dortmund gab es Proteste gegen die Montagsspiele der Fußball-Bundesliga. Foto: Ina Fassbender

Peter Stöger war mächtig verstimmt. Nach der schwachen Leistung seiner Mannschaft beim 1:1 (1:0) gegen den FC Augsburg verspürte der Dortmunder Trainer wenig Lust, seinen Unmut zu verbergen.

„Es wäre eine billige Ausrede zu sagen, es hat nicht funktioniert, weil das Stadion nicht voll war und man nur vor 81.000 Zuschauern gut Fußball spielen kann“, antwortete der Fuball-Lehrer auf Fragen nach möglichen negativen Auswirkungen des Fan-Boykotts auf seine Mannschaft, „es hat ans uns gelegen, die Stimmung im Stadion besser zu gestalten.“

Aus Protest gegen die Einführung von Montagsspielen in der Bundesliga kamen über 20.000 Zuschauer weniger ins Stadion als üblich. Die meisten der 54.300 Besucher, die trotz der Eiseskälte und der Terminierung den Weg in die Arena gefunden hatten, dürften ihr Kommen jedoch bereut haben. Denn der BVB bot vor ungewohnt stiller Kulisse trotz früher Führung durch Marco Reus (16. Minute) zum wiederholten Mal eine unansehnliche Vorstellung. „Wir schieben die Kugel nur hin und her und verwalten. Wir hätten die Tore abmontieren können. Das ist nicht das, was wir sehen wollen“, schimpfte Stöger.

Bereits nach dem 1:1 bei Atalanta Bergamo hatte der Fußball-Lehrer von seinen Profis mehr Gegenwehr und Mut gefordert - ohne Wirkung. In der 2. Halbzeit übernahmen die Augsburger die Regie und kamen durch Kevin Danso (73.) zum verdienten Ausgleich. Erstmals seit seinem Amtsantritt beim BVB im Dezember wirkte Stöger ratlos: „Du stehst draußen und leidest, weil es nicht das ist, was du dir an Temperament und Willen wünschst. Für die Situation, die wir haben, ist das schon enttäuschend.“ Auch Mittelfeldspieler Julian Weigl trauerte der vertanen Möglichkeit nach, den zweiten Tabellenplatz zu festigen: „Das war viel zu wenig, in allen Bereichen. Es war eine Chance, weil die Konkurrenz gepatzt hatte.“

Anders als die Dortmunder hatten die Augsburger Grund zur Freude. Nach zuletzt zwei Niederlagen werteten alle Beteiligten das Remis beim Favoriten als ermutigendes Zeichen. „Es war wichtig für die Mannschaft, dass sie sich mit dem Ausgleich für eine starke Leistung belohnt hat. Wir können positiv in die nächste Woche gehen“, befand Trainer Manuel Baum.


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