Fußball

Fanprojekt-Leiter sieht „tiefgreifende Verunsicherung“

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Donnerstag, 24. September 2020 - 05:12 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Michael Gabriel hat als Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) von den Fußball-Dachverbänden eine größere Anerkennung für den betriebenen Aufwand der organisierten Fans gefordert.

Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS). Foto: picture alliance / Frank Rumpenhorst/dpa

„Ich würde mir wünschen, dass der Wert der Arbeit der Fanprojekte bei DFB und DFL stärker erkannt wird und es auf dieser Basis gemeinsam mit Kommunen und Bundesländern gelingt, das Netzwerk der Fanprojekte stabil und unbeschadet durch diese Corona-Krise zu bekommen“, sagte Gabriel der Deutschen Presse-Agentur.

Der Diplom-Sportwissenschaftler spricht von einer bundesweiten „tiefgreifenden Verunsicherung meiner Kolleginnen und Kollegen in den Projekten und auch in den Fanszenen“, nachdem der DFB vergangenen Woche einen Reformprozess bei den Fanprojekten angestoßen hatte. Die Ergebnisse sollen bis Oktober 2021 vorliegen.

Nach entsprechenden Berichten gab es aus der Fanszene heftige Kritik, Anhänger von Union Berlin protestierten zum Bundesliga-Auftakt auf einem großen Transparent im Stadion.

In 68 Fanprojekten an 61 Standorten wird seit vielen Jahren Sozialarbeit mit jugendlichen Fußballanhängern geleistet. Das Konzept wurde 2012 vom Nationalen Ausschuss Sport und Sicherheit (NASS) überarbeitet. Der Deutsche Fußball-Bund fördert Fanprojekte in der 3. Liga und darunter mit jährlich bis zu 150.000 Euro, die Deutsche Fußball Liga tut dies für die 1. und 2. Liga ebenfalls. Voraussetzung dafür ist, dass Kommunen und Länder den gleichen Beitrag leisten.

Laut Generalsekretär Friedrich Curtius steht die „Bedeutung der Fanprojekte für die Förderung und den Erhalt einer friedlichen, lebendigen Fan- und Jugendkultur außer Frage“.

Der DFB sei seit 27 Jahre zusammen mit der DFL der zentrale Stabilisator der Fanprojektfinanzierung, erklärte Gabriel. „Wenn der Fußball Ausstiegssignale sendet, ist die Befürchtung hoch, dass Kommunen und Länder folgen, dann könnte das ganze System der professionellen pädagogischen Fanarbeit gefährdet sein.“

© dpa-infocom, dpa:200923-99-682585/2

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