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Frauen-Bundesliga: Kann Bayern vorentscheidend siegen?

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Freitag, 13. November 2020 - 10:52 Uhr

von Von Gerald Fritsche, dpa

dpa München. FC Bayern München gegen VfL Wolfsburg - das Top-Spiel der Frauenfußball-Bundesliga ist während der Länderspielpause der Männer die herausragende Partie im Vereinsfußball. Einiges deutet auf ein hochinteressantes Duell hin.

Führt mit dem FC Bayern die Frauen-Bundesliga an: Trainer Jens Scheuer. Foto: picture alliance / Uli Deck/dpa

Die Frauenfußball-Bundesliga erlebt am Sonntag (14.00 Uhr/BR, NDR, MagentaSport) Mit der Partie von Spitzenreiter FC Bayern München gegen Titelverteidiger und Verfolger VfL Wolfsburg den Höhepunkt der Hinrunde.

Bei zwei Zählern Rückstand ist Wolfsburg bereits zum punkten verpflichtet. Die Deutsche Presse-Agentur beantwortet einige Fragen vor dem Spitzenspiel.

Wie ist die Lage vor der Begegnung Erster gegen Zweiter?

Die FC-Bayern-Frauen stehen nach acht Spieltagen mit weißer Weste da. Alle Partien wurden zu Null gewonnen - einen besseren Saisonstart hatte das Team von Trainer Jens Scheuer noch nie. Wolfsburg dagegen patzte beim 1:1 gegen den SC Freiburg unerwartet und hat zwei Punkte Rückstand. Ein Bayern-Sieg könnte bereits vorentscheidend sein. „Wir spielen zuhause und haben am Sonntag sehr viel zu gewinnen: Wenn uns ein Sieg gelingt, wäre das umgekehrt ein enormer Rückschlag für die Konkurrenz“, sagt Scheuer. VfL-Trainer Stephan Lerch sieht bei seinem Team einen deutlichen Aufwärtstrend. „Uns steht eine Mannschaft gegenüber, die mit Selbstvertrauen und Entschlossenheit auftreten wird. Aber auch wir sind in der Lage, dominant aufzutreten und Top-Spiele zu gewinnen – so wie in Potsdam (5:0).“

Was macht die Bayern so stark - und warum tritt Wolfsburg nicht so dominant auf wie in den Jahren zuvor?

Ein Problem der Bayern in den zurückliegenden Spielzeiten war die Konstanz gerade in den Begegnungen mit den vermeintlich leichteren Gegnern. Das läuft derzeit besser. „Wir konnten diese Saison, im Vergleich zum Vorjahr, eine komplette Vorbereitung mit der gesamten Mannschaft absolvieren. Im Sommer haben wir uns zudem punktuell verstärkt“, sagt Bayern-Coach Scheuer. „Die Mannschaft ist fokussiert, gefestigt und ruft auch gegen vermeintlich kleinere Gegner Top-Leistungen ab.“ Der VfL hatte dagegen eine gestörte Vorbereitung. Hinzu kommen Abgänge von wichtigen Spielerinnen wie Pernille Harder oder Langzeitverletzte wie Sara Doorsun oder Alexandra Popp. Trainer Lerch verweist aber auch auf die durch das Champions-League-Finalturnier extrem kurze Saisonvorbereitung oder den Einbau neuer Spielerinnen.

Wie beeinflusst die Corona-Pandemie die Abläufe bei den Teams?

„Wir sind seit über einem halben Jahr in unserer geschützten Blase unter uns. Wir haben uns in der Zeit natürlich an alle Abläufe gewohnt und halten alle Vorgaben sehr diszipliniert und konsequent ein. Wir wollen hier für die Gesellschaft auch ein Vorbild sein“, sagt Bayern-Trainer Scheuer. Beim VfL ist man froh, dass überhaupt gespielt werden darf. „Wir wussten, dass dies passieren konnte, von daher gehen wir so normal wie möglich mit der gesamten Thematik um und nehmen die Situation so an, wie sie ist. Über allem steht natürlich die Einhaltung der Hygienevorschriften“, meint Lerch.

Wo kann man das Top-Spiel der Bundesliga sehen?

Gleich auf vier Kanälen: Der Bayerische und Norddeutsche Rundfunk übertragen das Spiel in ihren dritten Programmen, die ARD hat ein Livestream-Angebot parat, bei MagentaSport gibt es die Begegnung ebenfalls live - gegen Bezahlung. Im Hauptprogramm von ARD und ZDF läuft das Top-Spiel nicht. „Grundsätzlich ist in der öffentlichen Platzierung des Frauenfußballs, etwa im Fernsehen, noch Luft nach oben“, sagt Scheuer. „Die Absichten sind da, aber es wird nicht immer konsequent gelebt. Wir wünschen uns hier natürlich noch mehr Unterstützung und Engagement, damit hier wirklich etwas Großes entstehen kann.“ Und Lerch meint: „Tatsache ist, dass es das Spiel im deutschen Frauenfußball schlechthin ist. Und so ein Spiel gehört auf einen guten Sendeplatz. Der Frauenfußball muss nachhaltig sichtbarer gemacht werden.“

Auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hätte sich das Spiel bei ARD und ZDF gewünscht. Es gebe zwar „eine breite Sichtbarkeit“, erklärt sie, „dennoch wäre natürlich eine größere Aufmerksamkeit da, wenn ARD oder ZDF dieses Spiel in ihrem Hauptprogramm übertragen würden“.

© dpa-infocom, dpa:201113-99-320007/2

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