Geister-Pleite gegen Bayer: RB Leipzig patzt

Von Von Tom Bachmann, dpa

dpa Leipzig. Geister-Tristesse nach der Gala in der Champions League: Vizemeister RB Leipzig bekommt einfach keine Konstanz in seine Leistungen und hat in der Fußball-Bundesliga gegen Bayer Leverkusen verdient mit 2:3 (0:2) verloren.

Geister-Pleite gegen Bayer: RB Leipzig patzt

Leverkusen jubelt über den Erfolg gegen Leipzig. Foto: Jan Woitas/dpa

Vier Tage nach dem 5:0 beim FC Brügge war das erneut von Co-Trainer Achim Beierlorzer betreute Team nicht wiederzuerkennen und lag schon zur Halbzeit durch Tore des Bayer-Duos Florian Wirtz (21. Minute) und Moussa Diaby (34.) zurück. André Silva (62.) verkürzte zwar, doch Jeremie Frimpong (64.) sorgte kurz darauf für die Entscheidung.

In der 88. Minute traf Leipzigs Dominik Szoboszlai mit einem Handelfmeter nur den Pfosten. Durch die Niederlage verpasste es RB, auf einen Königsklassen-Platz zu springen und Leverkusen zu überholen.

Aufgrund der bis 12. Dezember geltenden Corona-Verordnung Sachsens musste Leipzig erstmals seit dem 16. Mai (2:2 gegen Wolfsburg) wieder ein Heimspiel ohne Publikum austragen. Club-Boss Oliver Mintzlaff zeigte angesichts der sächsischen Corona-Zahlen zwar Verständnis, sah dennoch eine Wettbewerbsverzerrung, da Leipzig als derzeit einziger Bundesligist betroffen ist. „Es ist auf jeden Fall ein Nachteil und es trifft uns nicht nur wirtschaftlich, sondern möglicherweise auch sportlich. Man muss im leeren Stadion große Spiele spielen, bei denen es um viel geht“, sagte der 46-Jährige bei DAZN. Auch gegen Manchester City müssen die Fans am 7. Dezember draußen bleiben.

Vier Tage nach der 5:0-Party im ausverkauften Stadion des FC Brügge erlebte RB in der eigenen Arena das Kontrastprogramm - und kam damit überhaupt nicht zurecht. Griffigkeit, Mentalität, Einsatz passten nicht, obwohl der für den coronakranken Coach Jesse Marsch an der Linie stehende Beierlorzer auf seine Sieger-Elf aus Belgien gesetzt hatte.

Leverkusen hatte gerade über die Außen Diaby und Amine Adli leichtes Spiel. Schon nach acht Minuten lag der Ball im Leipziger Netz, als Diaby einen Konter abschloss. Zuvor stand Adli jedoch im Abseits, was nach Eingriff des Videoschiedsrichters auch Referee Benjamin Cortus so sah. Die beste Möglichkeit für Leipzig hatte in der ersten Halbzeit Verteidiger Josko Gvardiol (16.), der völlig frei nach einer Ecke aber aus gut acht Metern völlig verzog.

Leverkusen zeigte sich hingegen eiskalt. Ein langer Ball von Exequiel Palacios landete bei Wirtz, der problemlos abschloss. Das zweite Tor war nahezu eine Kopie. Dieses Mal kam der lange Ball von Jonathan Tah, Diaby nahm diesen sensationell an und erzielte einen gültigen Treffer. Beierlorzer reagierte noch vor der Pause taktisch und nahm in der 43. Minute Stürmer Brian Brobbey für Szoboszlai vom Feld. Dadurch war Silva die einzige RB-Spitze.

In der Folge agierte Leipzig deutlich zielstrebiger und aggressiver. Konrad Laimers (48.) Schuss wurde gerade noch von Leverkusens Torwart Lukas Hradecky entschärft. Die Gäste verlegten sich verständlichweise auf Konter und ließen eine gewisse Fahrlässigkeit walten. Nach einem Schuss von Adli kam der Ex-Leipziger Patrik Schick (51.) frei zum Kopfball, beförderte den Ball jedoch in Richtung Eckfahne. Robert Andrich (58.) drosch völlig frei aus Nahdistanz über den Ball.

Beierlorzer reagierte erneut, stellte in der Defensive auf die Dreierkette um. Das zahlte sich umgehend aus. Der nun offensivere Außenverteidiger Angeliño passte auf Christopher Nkunku, dessen Flanke landete auf dem Kopf von Silva, der zum Anschluss traf. Die Freude währte allerdings genau zwei Minuten.

Dann war Frimpong im Leipziger Strafraum völlig frei, seinen Schuss fälschte Angeliño unhaltbar ab. Diaby (72.) hatte dann die Chance auf sein zweites Tor, traf jedoch aus spitzem Winkel nur den Pfosten. Als Leipzigs Szoboszlai kurz vor dem Ende mit einem Handelfmeter am Pfosten scheiterte, war die RB-Niederlage besiegelt.

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