Fußball

Löw nimmt „keine Rücksicht mehr“ - Einziges Ziel ist die EM

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Mittwoch, 24. März 2021 - 15:02 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Düsseldorf. Löws Ansagen vor seiner letzte Etappe als Bundestrainer sind klar und rigoros: Es gibt keine Rücksicht und keine Kompromisse mehr. Sein Personal steht nach der Blamage von Spanien in der Pflicht.

Joachim Löw fordert sein Team zum Kämpfen auf. Foto: Federico Gambarini/dpa

Joachim Löw nimmt die deutschen Nationalspieler zum Länderspiel-Auftakt 2021 mit klaren Vorgaben in die Pflicht und stellt alle persönlichen Belange hinten an.

„Wir wollen nicht nur mit guten Ergebnissen in die WM-Qualifikation starten, sondern uns positiv zeigen gegenüber den Fans, nachdem wir im November sehr schlecht aus dem Jahr raus gekommen sind“, sagte der Bundestrainer einen Tag vor dem Heimspiel am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) in Duisburg gegen Island. „Für mich gilt: Volle Konzentration auf die EM, voller Fokus“, betonte Löw, der seinen Job nach dem Turnier ein Jahr vor Vertragsende aufgeben wird.

„Ich erwarte eine Reaktion aus der Mannschaft, dass wir alles in die Waagschale werfen“, betonte Löw nochmals mit Rückblick auf die jüngste 0:6-Blamage in Spanien. Dabei sollen nicht nur die fußballerischen Akzente ins Spiel kommen. Das Team soll „auch das Kämpferische und Läuferische zeigen, dass wir eine leidenschaftliche Mannschaft sind, die verbissen um einen Sieg kämpft“. Auch die Spieler sind besonders motiviert: „Wir müssen aus Fehlern lernen. So ein Gesicht dürfen wir nie wieder zeigen“, erklärte Emre Can von Borussia Dortmund vor dem anstehenden Länderspiel-Dreierpack gegen Island, in Rumänien und gegen Nordmazedonien.

Anders als im vergangenen Jahr, als Löw auch mit Rücksichtnahme auf die Vereine die Belastung seiner Spieler stets verteilte, betonte der 61-Jährige vor seiner letzten Mission für den DFB: „Wir können keine Rücksicht mehr nehmen. Jetzt heißt es, Punkte zu machen und sich möglichst gut einzuspielen, drei Siege einzufahren und eine Basis zu legen.“ Zunächst denke er nicht an die Verteilung der Kräfte: „Erstmal ist das Spiel gegen Island, danach machen wir eine Situationsanalyse.“

Routinier Toni Kroos von Real Madrid fällt für alle drei Partien wegen einer Adduktoren-Verletzung aus. Der Münchner Niklas Süle und Robin Gosens von Atalanta Bergamo können wegen muskulärer Problemen im ersten Spiel in Duisburg nicht dabei sein. Löw erwartet die Isländer tief in der eigenen Hälfte: „Wir brauchen funktionierende Offensivaktionen.“ Zudem mahnte er eine bessere Kommunikation an.

Mit seiner persönlichen Zukunft werde er sich bis zum Ende der EM nicht beschäftigen, betonte Löw. „Ehrlich gesagt: Ich weiß nicht, was bei meinem Berater los ist. Ich will absolut nichts hören. Ich habe ihm gesagt, ich will bis zur EM mit nichts konfrontiert sein“, sagte er. Das gelte auch für die Zeit bis und während der Europameisterschaft. „Das ist das einzige Ziel, das ich nach der Länderspielpause habe: EM!“ Laut türkischen Medienberichten will Fenerbahce Istanbul bei Löw anfragen, ob sich der Bundestrainer ein Comeback in der Türkei vorstellen könne.

„Nicht denkbar“ ist es für Löw, nach 15 Jahren als Bundestrainer „aus dem Turnier rauszugehen und am nächsten Tag den Schalter umzulegen“. Sofort eine andere Aufgabe zu übernehmen, sei „ehrlicherweise nicht möglich“, untermauerte der Schwarzwälder. Und bei einer erneuten Verschiebung der EM wegen der Corona-Pandemie, die Löw nicht für realistisch hält, würde er bei seinem Abschied bleiben. „Es wäre für alle Beteiligten kein Ziel“, erklärte Löw: Zwei Turniere in einem Jahr seinen nicht vorstellbar. 2022 findet die nächste WM in Katar statt.

© dpa-infocom, dpa:210323-99-943911/6

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