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Hansis grandioses Werk: Bei der Club-WM Sechs-Titel-Krönung?

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Mittwoch, 10. Februar 2021 - 12:55 Uhr

von Von Klaus Bergmann und Christian Kunz, dpa

dpa Doha. Die große Bayern-Generation um Welttorhüter Neuer und Weltfußballer Lewandowski kann im Finale der Club-WM Historisches schaffen. Auch ihr Chef, der seine Arbeit in München einst ganz unbemerkt aufnahm.

Mit dem sechsten Titel in einer Saison könnte Trainer Hansi Flick sein grandioses Bayern-Werk vollenden. Foto: Matthias Balk/dpa

Hansi Flick will nicht nur mit ein wenig Sonnenbräune aus dem warmen Wüstenstaat Katar in den frostigen deutschen Winter heimkehren.

Nein, der 55-Jährige verfolgt mit dem FC Bayern bei der Club-Weltmeisterschaft am 11. Februar (19.00 Uhr/DAZN/Bild Live) gegen Außenseiter Tigres UANL einen ganz besonderen finalen Plan, einen historischen. Mit dem sechsten Titel in einer Saison könnte Flick bei dem wegen der Corona-Pandemie verschobenen Turnier sein grandioses Bayern-Werk vollenden - und das in nur 16 Monaten als Chefcoach.

Die Münchner Stars wissen, was ihr ehrgeiziger Chef wünscht. Den erfolgreichen Abschluss der Mission 6. Titel. „Hansi hat uns gesagt: Wenn wir schon hier sind, müssen wir Gas geben und auf 100 Prozent spielen“, verriet Torjäger Robert Lewandowski vor dem letzten Auftrag.

Der Titel des Club-Weltmeisters ist beileibe nicht der ruhmreichste im Weltfußball. Aber eine besondere Konstellation macht ihn so wertvoll für die Bayern-Generation um Weltfußballer Lewandowski und Welttorhüter Manuel Neuer. Sechs Titel in einer Saison, das ist noch ein Alleinstellungsmerkmal des FC Barcelona, dem dieses Kunststück 2009 mit Trainer Pep Guardiola und Weltstar Lionel Messi glückte. „Der sechste Titel wäre auch in der erfolgreichen Historie des FC Bayern ein ganz besonderer Erfolg“, verkündete Flick in Katar.

Es wäre auch seine persönliche Krönung - als Trainer stünde er dann auf einer Stufe mit Starcoach Guardiola, der von 2013 bis 2016 in München vergeblich dem Champions-League-Triumph nachjagte. Flick winkt als Trainer ein einzigartiges Double: Zum WM-Titel mit der deutschen Nationalmannschaft - als Assistent von Joachim Löw - käme nun der Titel des Club-Weltmeisters. Es wäre eine grandiose Leistung. Besonders, wenn man sich vor dem Endspiel im Education-City-Stadion noch einmal in Erinnerung ruft, dass Flicks Wirken in München vor anderthalb Jahren beinahe unbemerkt als Helfer von Niko Kovac begann. Diesen löste er im November 2019 ab. Was folgte, ist bekannt!

Flick führte die Bayern erst zum Triple, dann zu zwei Supercup-Titeln und steht nun im 68. Pflichtspiel als Chefcoach vor der Abrundung des Gesamtwerks. „Jetzt haben wir diese Chance, die wir uns unbedingt erarbeiten wollten“, sagte Angreifer Thomas Müller nach dem souveränen 2:0-Halbfinalerfolg gegen Al Ahly aus Ägypten.

„Erfolg zu entwickeln, ist ein steter Prozess“, lautet Flicks Credo. Das nächste Ziel ist für ihn im Tagesgeschäft Fußball dabei stets das wichtigste. Angesichts der Strapazen im eng getakteten Spielplan verordnete er seinen Dauerleistern in den 70 Stunden zwischen den beiden Partien in Katar viel Regeneration. Am Hotelpool durften sich Lewandowski und Co. auch mal auf der Sonnenliege oder beim Schwimmen erholen und entspannen. „Kräfte sammeln ist angesagt, damit wir möglichst bei hundert Prozent im Finale sind“, sagte Flick.

Er nimmt den Endspielgegner Tigres de la Universidad Autónoma de Nuevo León absolut ernst. Flick will gegen den Champion von Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik keine böse Überraschung erleben. Das Team aus Mexiko sei sehr athletisch und spiele mit viel Dynamik und Intensität, sagte Flick über die Tigres. Der Außenseiter hatte im Halbfinale Copa-Libertadores-Gewinner Palmeiras São Paulo mit 1:0 besiegt. Davor wurde Asiens Champions-League-Sieger Ulsan Hyundai SC mit 2:1 bezwungen.

Alle drei Tore erzielte der französische Altstar André-Pierre Gignac (35), der früher für Olympique Marseille stürmte. Böse Erinnerungen bei etlichen Bayern-Stars dürfte Carlos Salcedo wecken. Der Innenverteidiger stand 2018 in der Elf von Eintracht Frankfurt, die im DFB-Pokalfinale gegen die Bayern mit 3:1 triumphierte. Das genügt als Warnung. „Ich weiß, wie hart wir gearbeitet haben, um auf der Position zu sein, wo wir gerade stehen“, sagte Lewandowski in Doha. Der Torjäger, der gegen Al Ahly doppelt traf, giert wie Flick nach der Krönung. „Wenn du weißt, dass nur eine Mannschaft sechs Titel geschafft hat, ist dir bewusst, dass du Fußball-Geschichte schreiben kannst. Das ist eine Herausforderung für uns“, sagte der Pole.

© dpa-infocom, dpa:210210-99-380252/3

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