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Köln-Retter Funkel in Rente - Werner lässt Zukunft offen

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Sonntag, 30. Mai 2021 - 07:43 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Kiel. Die letzte Entscheidung in der Bundesliga ist gefallen. Der 1. FC Köln bleibt auch in der neuen Fußball-Saison erstklassig, Holstein Kiel muss einen neuen Aufstiegs-Anlauf nehmen.

Kölns Trainer Friedhelm Funkel (M.) bekam nach dem Klassenerhalt eine Bierdusche. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Nach der Relegation müssen sich der 1. FC Köln und Holstein Kiel erst einmal wieder ordnen. Die Kölner dürfen nach dem 5:1 im Rückspiel am Samstag beim Zweitliga-Dritten aus Kiel wieder für die Saison in der Fußball-Bundesliga planen.

Holstein muss erst einmal die Enttäuschung verarbeiten, nach der erfolgreichsten Saison sich nur als Sitzenbleiber der Herzen fühlen zu können statt erstmalig in die höchste Fußball-Klasse versetzt zu werden.

GENUGTUUNG: Der 1. FC Köln sei schon lange abgeschrieben worden, sagte Trainer Friedhelm Funkel. Doch er habe es besser gewusst. Auch nach dem 0:1 im Hinspiel. „Ich habe eine geile Mannschaft gehabt“, sagte er. Sein Kapitän Jonas Hector sah das ähnlich. „Immer wenn wir mit dem Rücken zur Wand standen, haben wir solche Spiele wie heute abgeliefert“, meinte er. So gelang den Kölnern erst am letzten Bundesliga-Spieltag mit dem 1:0 gegen Absteiger Schalke 04 der Sprung in die Relegation.

STOLZ: Kiels Trainer Ole Werner bemühte sich, das Positive zu sehen. „Stolz können wir sein auf die gesamte Saison, auch wenn das Ende eins ist, das wir uns anders gewünscht haben“, sagte er. „Dafür waren wir unter dem Strich heute chancenlos.“ Der Sieg im DFB-Pokal gegen Bayern München und der Einzug bis ins Halbfinale, der Umgang mit den zwei Corona-Quarantänen und der anschließenden Stresstour von elf Spielen in etwas mehr als einem Monat haben Eindruck gemacht.

STATISTIK I: Statistisch hatte nach dem Hinspielsieg viel für Kiel gesprochen. In den 22 Relegationen zuvor waren 14 Mal die Mannschaften als Gesamtsieger aus den Duellen gegangen, die das erste Spiel für sich entschieden hatte. Sechs Hinspiele waren unentschieden ausgegangen. Nun erlebten die Kieler als drittes Team das bittere Aus nach einem Anfangserfolg.

STATISTIK II: In der Bundesliga waren den Kölnern in dieser Saison nicht einmal fünf Tore in einem Spiel geglückt. Ohnehin hatten sie mit 34 Treffern die drittschlechteste Offensive der Liga. Dass ihnen in Kiel nun fünf Treffer gelangen, lag auch an Sebastian Andersson. Der Schwede war seit seinem Wechsel vor einem Jahr nur selten fit und kam bisher nur auf drei Tore. In Kiel schaffte er seinen ersten Köln-Doppelpack gegen die beste Defensive der 2. Liga.

TRAINER I: Der Retter geht. Einen Tag nach der erfolgreichen Relegation meldet sich Funkel in den Urlaub ab und kehrt ins Rentner-Dasein zurück. Der Erfolg in Kiel war das Ende der knapp zweimonatigen Mission des 67-Jährigen. „Diese sieben Wochen haben schon sehr, sehr viel Kraft gekostet, die ich aber gern investiert habe“, sagte er. „Jetzt gehe ich in der Tat wieder zurück in meinen Ruhestand.“ In Steffen Baumgart steht seiner Nachfolger fest. Ob Sportchef Horst Heldt bleibt, ist offen.

TRAINER II: Ruhe wird Kiels 33 Jahre alter Trainer Ole Werner nicht so schnell haben. „Man wird sich in ein, zwei Tagen zusammensetzen, die Saison Revue passieren lassen, auch einen Ausblick geben, was der Verein in der nächsten Saison vorhat, was ich vorhabe“, sagte er. Eine Garantie, dass er auch nächste Saison in Kiel ist, mochte er nicht geben. Werners erfolgreiche Arbeit hat längst auch Interesse außerhalb des Landes zwischen Nord- und Ostsee geweckt.

ZUSCHAUER: Erstmals seit Oktober 2020 waren im Holstein-Stadion wieder Zuschauer zugelassen. 2334 Fans durften dabei sein. Vor dem Stadion hatten sich Anhänger aus Kiel und Köln versammelt. Die Polizei bekam etwas zu tun. Sieben Fans wurden vorläufig festgenommen: vier Kölner wegen Abbrennens von Pyrotechnik, zwei Holstein-Anhänger wegen Bedrohung von Journalisten und einer wegen Beleidigung eines Beamten.

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Kiels Trainer Ole Werner (2.v.l) tröstet Abwehrspieler Hauke Wahl. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

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