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Leipzig siegt im Stehen: RB ist Standard-Meister der Liga

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Sonntag, 8. November 2020 - 12:02 Uhr

von Von Tom Bachmann, dpa

dpa Leipzig. Wenn der Ball ruht, zittert der Gegner. Leipzig hat in dieser Saison bisher 15 Tore geschossen. Neun davon fielen nach Standardsituationen. Es ist auch eine Stärke aus der Not heraus.

Marcel Sabitzer besorgte das 2:0 für Leipzig vom Elfmeterpunkt. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Julian Nagelsmann zögerte keine Sekunde. „Das war eine Eins mit Sternchen“, sagte der Trainer von RB Leipzig über das famose Freistoßtor von Angeliño.

Der Schuss des Spaniers aus 26 Metern direkt in den Winkel war nicht nur meisterhaft, sondern auch bezeichnend für das 3:0 gegen den erschreckend harmlosen SC Freiburg. Denn Leipzig siegte sozusagen im Stehen, schoss alle Tore nach Standardsituationen.

„Diese Tore sind wichtig in den Phasen, in denen es anstrengend ist. Es sind Tore, die ohne großen körperlichen Aufwand passieren“, sagte Nagelsmann. Sieben Spiele hat sein Team in den vergangenen 22 Tagen absolviert. Und das war nur ein Vorgeschmack auf das, was nach der anstehenden Länderspiel-Pause passiert: „Dann geht es im Prinzip durch bis März. Auch Weihnachten gibt es in diesem Jahr keine Pause.“

Leipzig ist Standard-Meister der Liga. Neun der bisher 15 Tore fielen nach ruhenden Bällen. Das Triple gegen Freiburg leiteten vor Angeliños Kunstwerk (89. Minute) Ibrahima Konaté (26.) und Kapitän Marcel Sabitzer (69./Foulelfmeter) ein. RB feierte einen unaufgeregten Sieg gegen nun seit sechs Spielen sieglose Freiburger. „Wir müssen nicht immer richtig gut aussehen. Wir haben gewonnen, das zählt. Wenn man 3:0 zu Hause gewinnst, kannst du nicht klagen“, sagte Emil Forsberg nach seinem 100. Bundesliga-Spiel.

Die Leipziger Stärke bei Standards ist der hohen Belastung geschuldet. „Standards sind so ziemlich das Einzige, was wir die letzten Wochen trainieren konnten“, berichtete Nagelsmann. Dieses Spezial-Training sei ohne große körperliche Belastung möglich. Entwickelt werden Freistoß-Varianten wie jene vor der Führung vom neuen Co-Trainer Dino Toppmöller. „Er hat da den Hut auf“, erklärte Nagelsmann. „Auf dem Platz dürfen die Spieler dann selbst entscheiden, was sie machen.“

Siege im Schongang wie gegen Freiburg werden mit Blick auf die kommenden Monate immer wichtiger. Denn schon jetzt ist der RB-Kader durch diverse Verletzungen vor allem in der Defensive arg dezimiert. Vor dem Freiburg-Duell meldete sich Abwehrboss Dayot Upamecano mit einer Muskelverletzung ab, nach dem Aufwärmen musste auch noch Marcel Halstenberg passen.

Der Nationalspieler bekam erneut Probleme an den Adduktoren und wird folglich auf die geplante Reise zur DFB-Auswahl verzichten. „Er konnte das Aufwärmen nicht beenden, hatte wieder Probleme. Demnach wird er die Länderspiele nicht machen“, sagte Nagelsmann. Dass ausgerechnet Angeliño den Platz von Halstenberg in der Startelf einnahm, erwies sich spätestens mit dessen Tor als Glücksgriff.

Glück ist vor allem das, was Freiburg gerade fehlt. „Es fehlt nicht viel, um ein Spiel zu gewinnen. Das Matchglück fehlt ein bisschen“, befand Torwart Florian Müller. „Letztes Jahr haben wir oft die Siege gezogen. Jetzt läuft es etwas gegen uns.“ Viel vergebliche Energie wandten die Freiburger zudem auf, um sich über den ihrer Meinung nach unberechtigten Elfmeter zu beschweren. Die TV-Bilder bewiesen aber zum Verdruss der Breisgauer das Gegenteil.

© dpa-infocom, dpa:201108-99-256793/2

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