Leverkusen besiegt bei Wolf-Debüt Schalke

Von Von Nikolai Huland, dpa

dpa Leverkusen. Hannes Wolf hat bei seinem Trainer-Debüt für Bayer Leverkusen gegen den fast sicheren Absteiger FC Schalke 04 die Pflicht erfüllt: Seine Mannschaft besiegte den Revierclub am Karsamstag zu Hause 2:1 (1:0).

Leverkusen besiegt bei Wolf-Debüt Schalke

Leverkusens Stürmer Lucas Alario (r) jubelt über seinen Treffer zum 1:0 neben Mannschaftskamerad Edmond Tapsoba. Foto: Federico Gambarini/dpa POOL/dpa

Leverkusen sammelte durch den Erfolg unter dem Nachfolger des vor der Länderspielpause beurlaubten Peter Bosz wichtige Punkte im Kampf um die Europapokal-Ränge. Schalke kann sich bei nur noch sieben Partien kaum noch vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga retten.

Für Leverkusen trafen Lucas Alario (26. Minute) und Joker Patrik Schick (72.). Das Tor der Gäste erzielte Klaas-Jan Huntelaar (82.) bei seinem ersten Startelf-Einsatz seit seiner Rückkehr im Winter. Der Niederländer ist mit 37 Jahren und 234 Tagen nun Schalkes ältester Liga-Torschütze und löste Ex-Torwart Oliver Reck ab, der im Februar 2002 bei seinem Tor 36 Jahre und 347 Tage alt war.

Der Tabellen-18. agierte solide, konnte aber in den Offensive kaum für Gefahr sorgen. Schalke ist somit nun seit zwölf Liga-Spielen ohne Sieg - und hat weiterhin überhaupt nur eine Partie gewonnen. In der Bilanz der Gelsenkirchener stehen nun 71 Gegentreffer nach 27 Spielen - Vereinsrekord. Leverkusen holte mit einem weitgehend souveränen Auftritt nach zwei Pleiten in Folge wieder drei Punkte.

Neu-Trainer Wolf - vorerst vom DFB bis zum Saisonende an Bayer ausgeliehen - nahm im Vergleich zum 0:3 gegen Hertha BSC vor der Länderspielpause sechs Änderungen vor. Bei Schalke lief der junge Außenbahnspieler Mehmet Can Aydin erstmals auf, Ex-Weltmeister Shkodran Mustafi war hingegen aus „sportlichen Gründen“ nicht im Kader.

In der Anfangsphase verpasste Huntelaar bei der ersten großen Torchance des West-Duells die frühe Führung (11.), als er nach einer Aydin-Flanke aus kurzer Distanz knapp über das Tor von Lukas Hradecky köpfte, der nach überstandener Verletzung wieder ins Bayer-Team gerückt war. Huntelaar, der zuvor von 2010 bis 2017 für die Königsblauen viele Tore geschossen hatte, war gut in das Spiel seines Teams integriert, doch die Angriffe des Revierclubs führten kaum zu Abschlüssen.

Bei Leverkusen war ein positiver Trainer-Effekt zunächst nicht zu beobachten. Der Tabellen-Sechste hatte viel Ballbesitz und war insgesamt überlegen, doch blieb wie die Gäste in der Offensive anfangs harmlos. Ein Glanzpunkt war dann jedoch das 1:0, das die Hausherren fein herausspielten: Kapitän Charles Aránguiz verlagerte von rechts nach links, dort setzte sich Kerem Demirbay durch und passte in die Mitte, wo Alario den Ball ins Tor drückte.

Mit dieser Aktion konnte Trainer Wolf - im roten Kapuzenpullover stets engagiert in der Zone unterwegs - zufrieden sein. Nicht gefallen konnte dem 39-Jährigen, dass die Gäste im Laufe des Spiels immer besser wurden und Hoffnung schöpfen durften. „Weiter, weiter, Druck, Druck!“, rief Grammozis von der Seitenlinie. Das 2:0 durch Schick knapp 20 Minuten vor dem Ende wirkte wie die Entscheidung, doch Huntelaars später Treffer nach schöner Kombination sorgte noch einmal für Spannung. Mehr war für das Liga-Schlusslicht am Ende aber nicht drin.

© dpa-infocom, dpa:210403-99-75144/2