Fußball

Löw und Kimmich gegen Boykott der Katar-WM

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Samstag, 27. März 2021 - 18:05 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Bukarest. Bundestrainer Joachim Löw und Nationalspieler Joshua Kimmich haben sich gegen einen Boykott der Fußball-WM 2022 in Katar ausgesprochen, die jüngste Menschenrechts-Aktion des DFB-Teams aber verteidigt.

Bundestrainer Joachim Löw blickt während einer Pressekonferenz in die Runde. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

„Ein Boykott hilft niemanden. Man kann mit so einem Turnier Aufmerksamkeit in der ganzen Welt erzeugen und Dinge in die Richtige Richtung bringen“, sagte Löw in Bukarest vor dem Qualifikationsspiel gegen Rumänien am Sonntag (20.45 Uhr/RTL). 

Auch Führungsspieler Kimmich hält einen Verzicht auf das Turnier im umstrittenen Golf-Emirat für kontraproduktiv. „Generell bin ich der Meinung, dass wir für einen Boykott zehn Jahre zu spät dran sind“, sagte der Bayern-Profi angesichts der lange zurückliegenden Vergabe des Turniers an Katar durch den Weltverband FIFA. „Im Fußball hat man die Chance, auf Dinge hinzuweisen. Da sehe ich nicht nur uns in der Pflicht, sondern auch andere Teile der Bevölkerung“, sagte Kimmich.

Kein Verständnis hat Löw für Kritik an einem Internet-Video des Deutschen Fußball-Bundes, in dem die Nationalspieler bei der Vorbereitung für ihre Menschenrechtsaktion vor dem Island-Spiel am Donnerstag in Duisburg zu sehen sind. Wenn jemand denke, dass sich Spieler wie Manuel Neuer oder Ilkay Gündogan „aus Marketingzwecken vor einen Karren spannen“ ließen, der „irre gewaltig“, sagte Löw: „Weil ich weiß, dass unsere Spieler für alles, was neben dem Platz ist und in der Welt passiert, diese Werte vorleben.“

Nach den überwiegend positiven Reaktionen rund um das Spiel in Duisburg hatte der DFB für die Veröffentlichung eines Videos unter dem Titel „Making of.. #HUMANRIGHTS“ Kritik einstecken müssen. Der Vorwurf: Der gute Grundgedanke der Aktion, bei der die Nationalspieler mit großen weißen Buchstaben auf ihren T-Shirts vor dem Spiel gegen Island den Schriftzug „Human Rights“ (Menschenrechte) gebildet hatten, werde durch ein Marketingvideo verwässert und beschädigt, äußerten mehrere Nutzer im Internet.

© dpa-infocom, dpa:210327-99-996066/2

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