Fußball

Mainz 05 gefällt die Rolle als Jäger immer mehr

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Sonntag, 14. März 2021 - 11:42 Uhr

von Von Andreas Schirmer, dpa

dpa Mainz. Der FSV Mainz 05 ist dabei, das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Mit dem glücklichen 1:0 gegen den SC Freiburg sind die Chancen gestiegen, dass die Rettungsmission von Trainer Bo Svensson noch gelingen könnte.

Mainz' Trainer Bo Svensson und Mittelfeldspieler Kevin Stöger freuen sich nach Spielende über den Sieg gegen den SC Freiburg. Foto: Torsten Silz/dpa

Die Frage nach den jüngsten Misserfolgen verstimmte Bo Svensson sichtlich. „Ist das jetzt Mehrzahl oder was“, konterte der Mainzer Trainer ungewohnt harsch nach dem 1:0 (0:0) gegen den SC Freiburg.

„Ich habe zuletzt nur eine Niederlage gegen Augsburg und ein Unentschieden auf Schalke gesehen.“ Schließlich hat der dänische Retter in höchster Fußball-Not mit den im Abstiegskampf schon totgesagten Rheinhessen eine spektakuläre Wende geschafft.

Aus elf Bundesliga-Spielen unter seiner Regie holte Mainz 15 Punkte. Eine Startbilanz, die nur seine berühmten Vorgänger Jürgen Klopp und Thomas Tuchel (je 18 Punkte) übertrafen. „Das ist ein wichtiger Sieg mit drei schönen Punkte“, sagte Svensson. „Ich freue mich, dass die Mannschaft bis zum Ende an sich geglaubt hat.“ Der im Abstiegskampf erprobte Kollege Christian Streich kennt die Bedeutung eines solchen Sieges in Bedrängnis: „Ich weiß, was das für eine Erleichterung ist.“

Erst in der 84. Minute gelang dem eingewechselten Robin Quasion das auch glückliche Siegtor, durch das die Mainzer erstmals seit dem 9. Spieltag zumindest für eine Nacht auf Relegationsplatz 16 kletterten. „Wir wollten diesen Sieg zu hundert Prozent. Für mich war ein perfekter Nachmittag“, sagte der schwedische Stürmer und Joker.

Für Svensson ist der Erfolg nicht nur eine eminent wichtige Etappe der bei seinem Amtsantritt mit nur sieben Punkten als aussichtslos erschienen Aufholjagd. Vielmehr ist es für ihn ebenso ein Beleg für den von ihm geforderten aggressiveren und offensiveren Spielstil. „Für diesen Weg, den wir eingeschlagen haben, werden wir belohnt. Diesem Weg bleiben wir auch nach Misserfolgen treu“, sagte der 41-Jährige und lobte zugleich seine Spieler: „Es ist eine geile Gruppe und eine Freude, als Trainer mit ihr arbeiten zu dürfen.“

05-Sportdirektor Martin Schmidt ist überzeugt, dass der Weg noch lang und der Abstiegskampf erst am „vorletzten oder gar letzten Spieltag“ entschieden wird. Wegweisend sind die nächsten Wochen mit den Spielen gegen Clubs der zweiten Tabellenhälfte wie 1899 Hoffenheim, Arminia Bielefeld, 1. FC Köln, Hertha BSC und Werder Bremen. Denn im Saisonendspurt wird es hart: In den letzten vier Partien sind die Spitzenclubs aus München, Frankfurt, Dortmund und Wolfsburg die Gegner.

„Als Jäger gefällt uns die Rückrunde bis jetzt sehr gut“, befand Schmidt, der den Erfolg gegen Freiburg „ein Sieg des Willens“ nannte. „Wir haben uns nicht zufriedengegeben mit dem Punkt.“ Dieses bis zum Abpfiff kämpfen und nicht nachlassen, ist die Qualität, die Svensson als Mainzer Ex-Profi unter Klopp schon schätzte.

„Dass immer Verlass darauf ist, wer wir sind und wie wir spielen“, sagte er. „Und dass jeder, wenn das Wort Mainz fällt, weiß, für was es steht.“ Dies gilt es am Sonntag in Hoffenheim unter Beweis zu stellen. Der Sieg gegen Freiburg werde Rückenwind geben, ist Mittelfeldakteur Leandror Barreiro überzeugt: „Die Wucht nehmen wir mit.“

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