Mit Petersen nach Europa? - Streich schwärmt vom Torjäger

Von Von Nils Bastek, dpa

dpa Freiburg. Der SC Freiburg hat kurz vor Saisonende weiter gute Chancen auf die Europa League. Das liegt vor allem an Nils Petersen, der beim 2:1 gegen die Hertha erneut nach seiner Einwechslung zuschlägt. Trainer Streich äußert schon jetzt Bedenken, sollte es mit Europa klappen.

Mit Petersen nach Europa? - Streich schwärmt vom Torjäger

Kein Joker sondern ein außergewöhnlicher Spieler: Nils Petersen vom SC Freiburg. Foto: Patrick Seeger/dpa

Christian Streich gefällt das Wort „Joker“ nicht. Zumindest wenn es um seinen Torjäger Nils Petersen geht, findet der Trainer des SC Freiburg diesen Begriff unpassend.

Dabei hat Petersen mit seinem Siegtreffer zum 2:1 gegen Hertha BSC bereits sein 25. Tor nach einer Einwechslung erzielt, der 31-Jährige ist damit sogar Rekord-Joker der Fußball-Bundesliga. Trotzdem meint Streich: „Der Nils Petersen ist kein Joker.“ Sondern: „Der Nils Petersen ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit und ein außergewöhnlicher Spieler.“ Er müsse als Trainer dankbar sein, dass er mit so jemandem arbeiten dürfe.

Zum dritten Mal nacheinander kam der Ex-Nationalspieler am Dienstagabend erst von der Bank ins Spiel. Aber er beschwert sich nie über seine Ersatzrolle, und das imponiert Streich. Zehn Minuten brauchte Petersen, um die Partie mit seinem Treffer in der 71. Minute zu entscheiden. Es war sein elftes Bundesliga-Tor in dieser Saison. Wer solche Spieler einwechseln kann, der ist auch ein Kandidat für die Europa League. Das könnte man zumindest annehmen, zumal die Freiburger zwei Spieltage vor Saisonende gute Chancen auf Platz sechs oder sieben in der Abschlusstabelle haben. Aber Europa, das ist so ein anderes Wort, bei dem Streich in Bezug auf den fußballerischen Wettbewerb zumindest nicht in Euphorie ausbricht.

„Wir wollen alles“, betont der 55-Jährige zwar. Doch obwohl noch nicht mal feststeht, ob die Freiburger es in die Europa League schaffen, warnt der Coach bereits jetzt, welche Folgen das hätte. „Am Donnerstag irgendwo rumreisen und am Sonntag kommen dann gute Mannschaften zu uns wie vielleicht Frankfurt oder Hertha. Dann wird es richtig kompliziert.“ Top-Joker Petersen selbst spricht weniger warnend über den Europapokal. Nach dem Sieg gegen die Hertha gab der Stürmer zu, die Ergebnisse der direkten Konkurrenten aus Hoffenheim oder Wolfsburg genau im Blick zu halten: „Wir würden lügen, wenn wir sagen würden, wir schauen nicht auf die Ergebnisse der anderen.“

Weil die Wolfsburger mit 0:3 bei Borussia Mönchengladbach verloren, rückten die Breisgauer bis auf einen Punkt an den VfL heran. Mit einem Überraschungssieg am Samstag beim FC Bayern München könnte Streichs Team möglicherweise an den Niedersachsen vorbeiziehen. Da die Bayern bereits als Meister feststehen, glaubt Petersen an die Siegchance gegen seinen Ex-Club. Vielleicht schicke man den Münchnern noch ein paar Flaschen badischen Wein zum Feiern vorbei, scherzte der Torjäger: „Wir hoffen, dass sie eine schöne Party-Woche hinter sich bringen, dann haben wir vielleicht eine Chance.“