Nach Dublin-Aus: Irlands Premierminister kritisiert UEFA

dpa Berlin. Nach dem Aus Dublins als Spielort bei der Europameisterschaft hat Irlands Premierminister Micheal Martin die Europäische Fußball-Union (UEFA) kritisiert.

Nach Dublin-Aus: Irlands Premierminister kritisiert UEFA

Micheál Martin, Premierminister von Irland. Foto: Julien Behal/PA Media/dpa

Weil Dublin die UEFA-Forderungen nach Zuschauern bei den EM-Spielen (11. Juni bis 11. Juli) nicht erfüllen konnte, wurde die irische Hauptstadt wie auch Bilbao gestrichen. „Für mich war es nicht zulässig von der UEFA, diese Bedingungen für die Länder zu stellen“, sagte Martin dem öffentlich-rechtlichen Sender RTE. Vorzeitig Zuschauer zu erzwingen, „war aus meiner Sicht ein falscher Aufruf der Verantwortlichen und ich hätte nicht gedacht, dass es ein realistisches Vorhaben ist.“

Die vier in Dublin ursprünglich geplanten Spiele sollen nun in St. Petersburg und London ausgetragen werden, Sevilla ersetzt Bilbao als Spielort. „Wenn man sich ansieht, was in Bezug auf B.1.1.7 in ganz Europa und in Bezug auf die hohe Inzidenz in den Ländern der europäischen Mitgliedstaaten geschieht, ist es meiner Ansicht nach falsch, den Ländern solche Verpflichtungen aufzuerlegen“, sagte Martin. Die neue britische Coronavirus-Variante B.1.1.7 ist ansteckender, in Deutschland beträgt laut Robert Koch-Institut (RKI) ihr Anteil bereits mehr als 70 Prozent. Vor etwa eineinhalb Monaten waren es noch sechs Prozent.

Die UEFA hatte am 23. April hingegen München als einen von elf Spielorten bestätigt, weil der Deutsche Fußball-Bund die Mindestkapazität von 14.500 Zuschauern bestätigte - unter Vorbehalt einer positiven pandemischen Entwicklung.

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