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Nächste happige Pleite: Trainer Korkut wackelt bei Hertha

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Sonntag, 6. März 2022 - 11:45 Uhr

von Von David Langenbein, dpa

dpa Berlin. Gegen Eintracht Frankfurt wollte Hertha die Wende einleiten. Stattdessen gibt es ein Debakel, das sich nicht mehr schönreden lasst. Muss Trainer Tayfun Korkut nun gehen?

Hat derzeit wenig Argumente: Herthas Cheftrainer Tayfun Korkut. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Hertha BSC schaltete nach der nächsten bitteren Pleite weitestgehend auf stumm. Anders als in den vergangenen Wochen gab es am Tag nach dem 1:4 gegen Eintracht Frankfurt beim abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten keine Medienrunde mit Trainer Tayfun Korkut.

Geschäftsführer Fredi Bobic hatte sich nach der Heimniederlage gegen seinen Ex-Club auch nicht öffentlich geäußert. Zeichen, die darauf hindeuten, dass Korkuts Trainerstuhl deutlich wackelt.

Kein Sieg, nur zwei Punkte, 6:23 Tore: Die Rückrundenbilanz des Hauptstadtclubs wird von Woche zu Woche schlechter. „Ich bin jetzt seit ein paar Wochen hier, und wir haben noch kein Spiel gewonnen. Das kotzt mich übertrieben an“, sagte Winter-Neuzugang Marc Oliver Kempf im Sender Sky. „Da muss jeder hier angekotzt genug sein, um sich den Arsch aufzureißen und drei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Das muss jeder verstehen und nicht nur larifari hier rumlaufen und sich wieder 4:1 wegschießen lassen.“

„Nullkommanull zufrieden“

Und anders als in den letzten Wochen, als die Verantwortlichen um Korkut und Bobic gebetsmühlenartig trotz schlechter Ergebnisse auf die guten Phasen im Spiel der Hertha verwiesen, war dies nach dem Auftritt gegen Frankfurt kaum möglich. In nahezu allen Belangen waren die Hessen den Berlinern überlegen. „Als Hauptverantwortlicher für das Spiel kann ich natürlich nullkommanull zufrieden sein“, sagte Korkut nach der Partie, ein Video von der Aussage postete die Hertha bei Twitter.

„Enttäuscht bin ich, sauer bin ich“, sagte der 47-Jährige. Er müsse das Spiel erst einmal sacken lassen. „Wir haben uns viel vorgenommen vor dem Spiel und haben es dann letztlich nicht auf den Platz gebracht“, sagte der 47 Jahre alte Türke, der die Hertha erst seit Ende November trainiert. „Nicht gut genug“ sei die Leistung gewesen. Am TV-Mikrofon bekräftigte er jedoch, dass er bei der Hertha weitermachen wolle.

Ob er dazu noch lange die Gelegenheit bekommt, erscheint äußerst fraglich. Zwar hatte Bobic ihm am vergangenen Sonntag bei Sport1 noch den Rücken gestärkt, doch das war vor dem blutleeren und fahrigen Auftritt gegen Frankfurt. Hertha steht auf dem Relegationsplatz, steckt wie schon in der Vorsaison mitten im Abstiegskampf und hat lediglich noch einen Punkt Vorsprung auf Rang 17.

Dardai mit besserer Bilanz

Doch wenn Korkut gehen muss, wird auch der Druck auf Bobic deutlich steigen. Schließlich war der Türke sein Kandidat, den er mehr als drei Jahre nach dessen letztem Kurzzeit-Engagement beim VfB Stuttgart als Nachfolger von Vereinslegende Pal Dardai holte. Unter Dardai hatte man in dieser Saison in 13 Spielen immerhin noch 14 Punkte geholt, unter Korkut sind es neun aus zwölf Partien.

Auch den Kader hatte Bobic im Sommer und Winter Stück für Stück umgebaut. Er muss sich nun bei allen corona-bedingten finanziellen Einschränkungen die Frage gefallen lassen, warum im Winter mit Kempf nur ein gestandener Bundesliga-Profi geholt wurde. Der Südkoreaner Dogjun Lee etwa stand gegen Frankfurt zum ersten Mal in der Startelf, wirkte jedoch wie schon in seinen vorherigen Auftritten noch überfordert vom Niveau der Bundesliga.

Von den Rängen entlud sich am Samstag Wut und Häme über die Hertha, auch „Korkut raus“-Rufe waren zu vernehmen. „Das gehört dazu, ich bin schon lange in dem Geschäft“, sagte Korkut.

© dpa-infocom, dpa:220306-99-406790/2

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