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Fußball

Nicht nur Messi findet Wiederbeginn in Spanien „merkwürdig“

Fußball

Mittwoch, 10. Juni 2020 - 13:42 Uhr

von Von Peter Jenson und Jan-Uwe Ronneburger, dpa

dpa Barcelona. Im fußballbegeisterten Spanien steigt die Spannung. Endlich soll wieder gespielt werden. Statt Bundesliga den eigenen Club anfeuern, das ist es, was die Menschen begeistert. Aber der Corona-Fußball wird „komisch“ werden, sagt einer, der es wissen muss.

Auch Barcelonas Superstar Lionel Messi vermisst die Fans im Stadion. Foto: Joan Valls/Urbanandsport/gtres/dpa

Eine Empfehlung hat Lionel Messi vor dem Neustart der spanischen Fußball-Liga für seine Kollegen. Jeder Spieler solle sich seelisch auf die Geisterspiele vorbereiten.

Der Stürmerstar von Titelverteidiger FC Barcelona ist sich sicher, dass die Partien in den leeren Stadien sehr „merkwürdig“ werden. Aber nach fast dreimonatiger Zwangspause freuen sich Spieler und Fans auf die Rückkehr - beim Fußball in Corona-Zeiten wird vieles jedoch anders sein als früher. Am schwersten wiegt die Abwesenheit von Zuschauern.

Aber auch in den kleinen Dingen wird es harsche Beschränkungen geben. Erst kurz vor dem ersten Spiel am Donnerstagabend - dem andalusischen Derby zwischen Betis und dem FC Sevilla - erhielten die Clubs eine 35-seitige Liste mit Sicherheitsmaßnahmen gegen eine Corona-Ansteckung. Darin legte La Liga fest, was vor, bei und nach den Spielen der ersten und zweiten Liga erlaubt ist und was nicht.

Den Anweisungen zufolge müssen die Clubs spätestens 48 Stunden vor einem Ligaspiel eine Liste mit den Namen aller Mitarbeiter einreichen, die im Stadion anwesend sein werden. Vereine sollten wegen den Abstandsregeln zu Auswärtsspielen in mehreren Bussen anreisen. Dabei gilt Maskenpflicht. Bei Flugreisen soll der Mindestabstand zwischen den Reisenden zwei Meter betragen. Bei Heimspielen werden die Spieler dringend aufgefordert, möglichst einzeln in ihren eigenen Autos anzureisen.

Die Stadien werden in drei Zonen unterteilt, insgesamt sollen in ihnen möglichst nie mehr als 240 Menschen zugleich sein. Neben den Spielern dürfen nur fünf Mitglieder des Schiedsrichterteams, vier Balljungen, zwei Sicherheitsleute, zwei Stadion-Angestellte und sechs Sanitäter des Roten Kreuzes auf dem Platz sein.

Beim Verhalten der Spieler während der Begegnung, etwa beim Jubel und bei Umarmungen oder bei Ärger und beim Spucken, appelliert die Liga an die Vernunft. Ein Handschlag ist überall verboten. Schulterklopfen oder auch mehr nach einem Tor soll jedoch nicht sanktioniert werden. Wer sich einem Referee bei einem Disput zu sehr nähert, muss aber mit Konsequenzen rechnen. Zur Halbzeit müssen sich die Spieler vor dem Gang in die Kabine die Hände desinfizieren. Zudem muss ein komplett neues Trikot angezogen werden.

Applaus wird es aber geben, doch nicht für Spielerleistungen, sondern immer 30 Sekunden lang in der 20. Minute eines Spiels für die Mitarbeiter des Gesundheitswesens und anderer systemrelevanter Berufe, die während der monatelangen Corona-Krise in Spanien mit mehr als 27.000 Toten täglich ihr Leben riskierten.

Pressekonferenzen sollen per Videokonferenz stattfinden. Die zunächst geplante extreme Beschränkung von Journalisten wurde gelockert: 14 Fotografen, sechs Mitglieder der schreibenden Presse, fünf Radioreporter und vier Mitarbeiter auch von Fernsehsendern, die keine eigenen Übertragungsrechte halten, dürfen dabei sein.

Sollte ein Spieler positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet werden, muss er sich sofort in häusliche Isolation begeben. Durch die Analyse von Videoaufnahmen sollen auch alle Spieler identifiziert werden, die mit ihm länger als fünf Minuten Kontakt hatten. Auch sie müssen sich dann testen lassen.

Der FC Barcelona mit Messi und Nationaltorwart Marc-André ter Stegen liegt elf Spieltage vor Saisonende zwei Punkte vor Real Madrid. Die Katalanen treten am Samstag beim Tabellen-18. RCD Mallorca an. Rekordmeister Madrid spielt mit Toni Kroos am Sonntag gegen SD Eibar.

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