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Fußball

Odonkor: Tabletten, Adrenalin und eine Vorlage auf Neuville

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Sonntag, 27. Mai 2018 - 10:21 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Aachen. Über die Bierdusche von Mario Basler war David Odonkor froh. „Die Abkühlung tat gut. Denn ich war so im Arsch wie in meiner gesamten Karriere nicht“, sagte der 34-Jährige schmunzelnd.

Sein größter Moment: David Odonkor (l) freut sich mit Oliver Neuville beim WM-Spiel gegen Polen. Foto: Michael Hanschke

Fünf Jahre nach seinem letzten Profi-Spiel hatte der 16-malige Nationalspieler sein Abschiedsspiel absolviert und dabei trotz Schmerzen nach zwölf Knie-Operationen 90 Minuten durchgehalten.

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„Ob ich jetzt Schmerzen habe, interessiert niemanden. Ich habe vorher eine Tablette genommen, dazu kam das Adrenalin und dann habe ich mich durchgebissen“, sagte Odonkor, nachdem er vier Tore geschossen hatte. Und wie im WM-Spiel gegen Polen 2006 gab er eine standesgemäße Vorlage zu einem Tor von Oliver Neuville - quasi ein Remake seiner berühmtesten Szene schon nach 39 Sekunden. „Wir haben vorher drüber gesprochen, es irgendwann im Spiel zu machen. Dass es dann gleich bei der ersten Aktion klappt, hätte ich nicht gedacht“, sagte Odonkor. Neuville meinte: „Die Vorlage war noch besser als damals. Diesmal musste ich zum Glück nicht grätschen.“

Die Kollegen huldigten den früheren Dortmunder nach dem 11:11 zwischen „Bundesliga & Friends“ und „Odos Nationalteam“. „Er war der schnellste Spieler, den ich je gesehen habe“, sagte der extra aus Brasilien gekommene Dede: „Er hat rechts offensiv gespielt, ich links defensiv. Da war jedes Training ein Kampf.“ Der frühere Torschützenkönig Ailton meinte: „Er war einer der wenigen Spieler, die nicht langsamer waren als Kugelblitz Ailton.“

Christoph Metzelder lobte Odonkor als „ganz lieben Kerl, der die reingegrätsche Flanke quasi erfunden hat“. Auch der Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz erinnerte sich sofort an das Polen-Spiel: „Ich habe es damals auf dem Friedensplatz verfolgt und bei seiner Vorlage zum Tor bin ich völlig ausgeflippt.“ Torsten Frings, der 2006 im Kader stand, erinnert sich: „Als er nominiert wurde, konnte ich das gar nicht glauben. Aber dann hat er es allein durch diese eine Szene rechtfertigt.“ Den Abschied vor über 10 000 Zuschauern in Aachen habe „Odo“ verdient: „Er hat viel Mist mitgemacht.“

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