Pfosten und Latte retten Letzten Paderborn in Düsseldorf

Von Von Carsten Lappe, dpa

dpa Düsseldorf. Für den SC Paderborn bleibt der sportliche Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga auch nach der Corona-Pause ein schwieriges Unterfangen.

Pfosten und Latte retten Letzten Paderborn in Düsseldorf

Markus Suttner geht robust gegen den Paderborner Mohamed Dräger (l) in den Zweikampf. Foto: Sascha Schuermann/AFP-Pool/dpa

Im direkten Duell beim Drittletzten Fortuna Düsseldorf kam das Schlusslicht nicht über ein schwaches 0:0 hinaus und hatte großes Glück, nicht die 18. Niederlage im 26. Saisonspiel zu kassieren. Allein Düsseldorfs Valon Berisha hatte Pech mit zwei Aluminium-Treffern (17. Minute und 66.). Auch gegen den eingewechselten Steven Skrzybski (81.) rettete für Paderborn der Pfosten.

Damit verpasste die Fortuna ohne die gewohnte Unterstützung ihrer Fans im Geisterspiel die Möglichkeit, auf neun Punkte auf Paderborn davonzuziehen. Mit 23 Zählern liegt das Team von Trainer Uwe Rösler weiter auf dem Relegationsrang. Paderborn (17) verliert dagegen weiter an Boden. Bereits am Sonntag könnte der Abstand auf die Nicht-Abstiegsränge auf elf Punkte anwachsen. Im ersten Spiel nach über zweimonatiger Pause waren die Gäste viel zu harmlos.

Auch die Fortuna kam trotz der sportlichen Brisanz des Spiels nicht richtig in die Partie, war allerdings die bessere von zwei schwachen Mannschaften und hatte vor allem im Abschluss Pech. Für die Gastgeber war es das fünfte Unentschieden im siebten Spiel unter Trainer Rösler. Am kommenden Wochenende im Derby beim 1. FC Köln muss dieser auf Abwehrchef Kaan Ayhan verzichten, der die zehnte Gelbe Karte sah.

Das Niveau des Spiels passte zum trostlosen Ambiente. Im Stadion blieben die Rufe und Kommentare der Spieler und Trainer die einzige Geräuschkulisse. Auf Ansagen eines Stadionsprechers, Musik oder auch Zwischenstände aus den anderen Stadien wurde in Düsseldorf verzichtet. Die Intensität des Spiels war der Bedeutung im Kampf gegen den Abstieg entsprechend. Fortuna schien spielerisch besser, Paderborn hielt mit Kampf dagegen. Kapitän Uwe Hünemeier stand erstmals seit dem sechsten Spieltag wieder in der Startelf der Gäste. Der Einsatz des 34 Jahre alten Routinier zahlte sich bereits nach 14 Minuten aus, als Hünemeier eine Top-Möglichkeit des frei stehenden Matthias Zimmermann blockte.

Paderborns Coach Baumgart war von Beginn an gewohnt engagiert an der Seitenlinie unterwegs. Fast schien es, als konnten es die Gäste kaum erwarten, wieder Bundesliga-Fußball zu spielen. Bereits rund zehn Minuten vor dem Anpfiff standen die Paderborner auf dem Feld und passten sich den Ball zu. Auch Rösler war nahezu das gesamte Spiel über in seiner Coaching-Zone unterwegs. Beide Trainer konnten so auf ihre Schutzmaske verzichten.

Der Druck war den Gästen vor allem im zweiten Durchgang deutlich anzumerken. Paderborn attackierte die Gäste nun höher und versuchte Druck aufzubauen. Allerdings war der Tabellenletzte dazu zu limitiert. Auch die Fortuna tat sich nach vorne nun freilich schwer.

Rund um das Spiel war es ruhig wie erwartet. In der Düsseldorfer Innenstadt war es vor dem Spiel deutlich lebhafter und voller als rund um die Arena neben dem Messe-Gelände am Rhein. Dort fielen lediglich die Polizeiwagen auf, die das Gelände kontrollierten.

Um Menschenansammlungen zu verhindern, hatte die Stadt Düsseldorf zuvor einige Verordnungen erlassen. Fernsehübertragungen in Außenbereichen von Gaststätten sind werktags zwischen 18.00 Uhr und 6.00 Uhr sowie am Wochenende zwischen 15.00 Uhr und 6.00 Uhr verboten. Zudem sollte der Verkauf von alkoholischen Getränken zum Mitnehmen an Kiosken und Gaststätten in der Altstadt verboten werden.