Fußball

Pharmakologe Sörgel kritisiert DFL für Fan-Konzept

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Dienstag, 18. August 2020 - 13:03 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Frankfurt/Main. Der Pharmakologe Fritz Sörgel hat der Deutschen Fußball Liga ein schlechtes Management bei der angestrebten Fan-Rückkehr in die Stadien vorgeworfen.

Zuletzt feierten die Spieler teilweise mit Papp-Fans, wie hier in Mönchengladbach. Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa

„Der Fußball hätte dabei helfen müssen, zu untersuchen, wie sich der Stadionbesuch in Bezug auf eine Infektion verhält. Meine Idee war, dass man Spiele mit Stadionbesuch simuliert, also mit gesunden Probanden, und dann schaut, wie sich die Aerosole verteilen“, sagte Sörgel der „Augsburger Allgemeinen“. „Keinen Alkohol zu erlauben, die Ankunft der Fans zu organisieren, die Nachverfolgbarkeit und die Abstände garantieren - das muss momentan jeder Dorfverein machen.“

Die DFL wies die Kritik auf dpa-Anfrage zurück. „Die Taskforce Sportmedizin/Sonderspielbetrieb setzt sich bereits seit einigen Wochen intensiv mit Ansätzen für eine wissenschaftliche Begleitung des weiteren Sonderspielbetriebs unter anderem in der Bundesliga und 2. Bundesliga auseinander und befindet sich zur Ausgestaltung derzeit in Kontakt mit mehreren wissenschaftlichen Institutionen“, sagte ein Sprecher.

Mit Blick auf eine mögliche Rückkehr von Zuschauern sei es zunächst das Ziel, Perspektiven von Fachleuten aus verschiedenen Bereichen zusammenzuführen und ein konkretes Vorgehen zu vereinbaren“, hieß es weiter. „Dabei wird aktuell ein stufenweise organisiertes Vorgehen favorisiert, bei dem mögliche erste Schritte mit einer relativ kleinen Anzahl an Zuschauern zunächst evaluiert würden, um die Erkenntnisse daraus in weitergehende Maßnahmen einfließen zu lassen.“

Für Sörgel kommen diese Schritte der DFL zu spät. „Christian Seifert hat ja mal angekündigt, dass es eine wissenschaftliche Begleitung geben soll, aber man sieht davon nichts. Irgendwann muss man schon präzise und für die Öffentlichkeit nachvollziehbar angeben, wie das aussehen soll“, sagte der 69 Jahre alte Wissenschaftler.

Mit einer Rückkehr zur Normalität in den Stadien rechnet der Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Nürnberg frühestens in einem Jahr. Selbst wenn es einen Impfstoff gebe, müsste erst die Bevölkerung durchgeimpft sein, sagte er. „Vor nächsten Sommer wird nichts da sein, was auch der Bundesliga hilft.“

© dpa-infocom, dpa:200818-99-211065/2

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