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Pokalsammler zurück: Der ewige Neuer soll's für Löw richten

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Freitag, 9. Oktober 2020 - 13:21 Uhr

von Von Jens Mende und Klaus Bergmann, dpa

dpa Kiew. Nach fast einem Jahr kehrt der ewige Manuel Neuer ins Tor der Nationalmannschaft zurück. Der 34-Jährige ist in Topform. Ein Ende seiner Ära beim DFB ist nicht in Sicht. Von einem Kampf um die Nummer eins spricht acht Monate vor dem nächsten Turnier niemand mehr.

Manuel Neuer war zuletzt in Topform. Foto: Sven Hoppe/dpa

In den vergangenen Wochen sah Joachim Löw nur im Fernsehen, wie sein Kapitän überragend hielt und dann reihenweise Siegerpokale in die Luft reckte.

Jetzt ist Bayerns Erfolgsgarant Manuel Neuer wieder live beim Bundestrainer dabei und soll entscheidend mit dafür sorgen, dass die deutsche Nationalmannschaft am Samstag (20.45 Uhr/ARD) in der Ukraine endlich wieder gewinnt. Der 34 Jahre alte Neuer steht mehr denn je als Symbol für das so wichtige Sieger-Gen. Mit dem FC Bayern hat er seit dem Re-Start des Profifußballs nach dem Corona-Lockdown gleich fünf Titel-Trophäen in Empfang genommen - mehr Konfetti-Regen ging nicht.

„Es tut gut, Manuel hinten drin zu haben. Die Sicherheit, die er ausstrahlt, und die Erfahrung, die er mitbringt, tun jeder Mannschaft auf der Welt gut“, äußerte Neuers Münchner Teamkollege Leon Goretzka nach einem der Bayern-Triumphe. Neuer glänzte in allen Wettbewerben. Er wurde mit großem Abstand zum besten Champions-League-Torhüter der Saison gewählt. Neuer setzt als Torwart wieder Maßstäbe, so wie er es als Libero-Torwart beim WM-Triumph 2014 in Brasilien getan hatte.

Seit 2010 hat er bei allen großen Turnieren des Nationalteams als Stammkraft im Tor gestanden. Das wird - wenn nichts Außergewöhnliches passiert - auch bei der in den Sommer 2021 verschobenen EM wieder so sein. Von einem Konkurrenzkampf um die Nummer eins bei Löw spricht niemand mehr. Bei der verpatzten WM 2018 in Russland hatte auch der zuvor von Verletzungen geplagte Bayer gewackelt und Herausforderer Marc-André ter Stegen seine Chance gespürt - und später gefordert. Löw gab dem Stammkeeper des FC Barcelona einige Spiele im DFB-Trikot.

Nach dem spektakulären 8:2 des FC Bayern mit Neuer gegen Barcelona im Champions-League-Viertelfinale ist die Hackordnung wieder klar. Zumal sich ter Stegen nach dem Acht-Tore-Alptraum im Estádio da Luz von Lissabon einer Operation am rechten Knie unterziehen musste. „Das ist ein proaktiver Eingriff, um vorzubeugen und für die Zukunft vorbereitet zu sein. Ich bin ruhig und positiv in Bezug auf die Situation. Ich werde bald wiederkommen“, übermittelte der 28 Jahre alte Ex-Gladbacher damals. Doch noch immer ist ter Stegen nicht auf den Rasen zurückgekehrt. Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt und Bernd Leno vom FC Arsenal sind in der Ukraine die Ersatztorhüter.

In Kiew bestreitet Neuer, der vor der Corona-Pandemie im November 2019 letztmals im DFB-Tor stand, sein 93. Länderspiel. Die 100 dürfte der gebürtige Gelsenkirchener im EM-Jahr 2021 vollmachen, wenn er gesund bleibt. Das Ende seiner Ära in der Nationalmannschaft ist nicht in Sicht. Beim FC Bayern hat Neuer seinen Vertrag bis 2023 verlängert. „Wenn ein Torwart älter wird, wird er nicht schlechter“, sagte der ehemalige Nationalkeeper und heutige Bayern-Vorstand Oliver Kahn jüngst: „Manuel Neuer ist jetzt 34 - und Gianluigi Buffon bald 50. Da kann er noch viele Jahre auf hohem Niveau spielen.“

© dpa-infocom, dpa:201009-99-886135/2

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