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Fußball

Russland wirft Spanien aus der WM: 4:3 im Elfmeterschießen

Fußball

Sonntag, 1. Juli 2018 - 18:51 Uhr

von Von Ulrike John, Wolfgang Jung, Florian Lütticke u

dpa Moskau. Nach Frankreich und Uruguay erreicht auch Gastgeber Russland das Viertelfinale der Fußball-WM. Die Russen gewannen im Elfmeterschießen 4:3 gegen den Mitfavoriten Spanien. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 1:1) gestanden.

Die Russen setzten sich im Elfmeterschießen gegen Spanien durch. Foto: Marius Becker

Igor Akinfejew hat Gastgeber Russland bei der Fußball-WM die erträumte Sensation beschert und den Turnierfavoriten Spanien nach einem Spiel der Nerven aus dem Turnier geworfen.

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Vor 78.011 euphorischen Zuschauern im ausverkauften Luschniki-Stadion parierte der Schlussmann den letzten Elfmeter und führte sein Team damit zum Achtelfinal-Sieg mit 4:3 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 1:1) gestanden. Nun fordert der Außenseiter am Samstag in Sotschi Kroatien oder Dänemark heraus.

Dagegen endet die WM für den Titelträger von 2010 wie schon vor vier Jahren beim Vorrunden-Aus mit einer herben Enttäuschung. Das Aus dürfte zugleich das Ende der Generation um André Iniesta sein. Interimscoach Fernando Hierro konnte die erfolgreiche Arbeit seines kurz vor Turnierbeginn gechassten Vorgängers Julen Lopetegui nicht fortsetzen. Mit einem Eigentor von Senior Sergej Ignaschewitsch (12. Minute) war der Favorit vor 78 011 Zuschauern im ausverkauften Luschniki-Stadion in Führung gegangen, Artjom Dsjuba glich per Handelfmeter unter ohrenbetäubendem Jubel der Fans zunächst aus (41.), ehe

Auch ohne Spielmacher Andrés Iniesta und Bayern-Profi Thiago in der Startelf übernahm der Favorit aus Spanien wie erwartet von Beginn an die Regie. Das deutliche Plus beim Ballbesitz machte sich früh bezahlt. Nach Freistoß des für Iniesta ins Team gerückten Jungstars Marco Asensio beförderte der von Spaniens Sergio Ramos bedrängte russische Rekord-Nationalspieler Ignaschewitsch den Ball aus kurzer Distanz mit der Hacke ins eigene Tor.

Für die in der Heimat nach schwachen Auftritten gegen den Iran (1:0) und Marokko (2:2) kritisierten Spanier war es ein perfekter Start in die Partie - zur Freude ihres angereisten Königs Felipe VI. Dagegen schien die vor allem auf Torsicherung bedachte Taktik der Russen, die erstmals seit dem Ende der Sowjetunion 1991 im Achtelfinale standen und zunächst überraschend auf Angreifer Denis Tscheryschew verzichteten, schnell hinfällig.

Gleichwohl hielt die Mannschaft von Trainer Stanislaw Tschertschessow zunächst an ihrer defensiven Gangart fest. Nicht zuletzt deshalb taten sich die Spanier, die mit vier Weltmeistern von 2010 in die Partie gestartet waren, bei aller Dominanz beim Herausspielen von Torchancen schwer.

Der ideenlose und tempoarme Spielaufbau des Favoriten ermutigte den Außenseiter zu mehr eigenen Angriffen. Bei einem Schuss von Alexander Golowin (36.) knapp neben den Pfosten war er einem Tor erstmals nahe. Der Elfmetertreffer von Dsjuba zum 1:1 nach einem Handspiel von Gerard Piqué verwandelte das Stadion vorübergehend in ein Tollhaus. Beim Halbzeitpfiff gab es tosenden Applaus von den Tribünen.

Auch nach dem Wiederanpfiff bekamen die Zuschauer ein dürftiges Achtelfinale zu sehen. Die zuvor in 23 Spielen ungeschlagenen Spanier erhöhten zwar den Druck, fanden aber keine Lücke in der gut organisierten Abwehr des Gegners. Selbst der in der 67. Minute eingewechselte Iniesta konnte das statische Spiel seiner Mannschaft kaum beleben, hatte aber in der 86. Minute immerhin die einzige Chance der 2. Halbzeit zum 2:1.

Ähnlich trist ging es in der Verlängerung weiter. Die Defensive der Russen geriet nur selten ins Wanken. Deshalb musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen.

Der Russe Artjom Dsjuba erzielte per Elfmeter den Treffer zum 1:1. Foto: Marius Becker

Der Spanier Isco (M) musste sich gleich gegen zwei Russen durchsetzen. Foto: Marius Becker

Sergio Ramos war am Treffer zum 1:0 maßgeblich beteiligt. Foto: Marius Becker

Der Russe Sergej Ignaschewitsch traf per Hacke - allerdings ins eigene Tor. Foto: Vincent Michel/AP

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