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Schalke 04 und Freiburg feiern starke Hinrunde

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Sonntag, 22. Dezember 2019 - 10:18 Uhr

von Von Heinz Büse, dpa

dpa Gelsenkirchen. Großer Einsatz, reichlich Spannung, viel Applaus. Das 2:2 zwischen Schalke und Freiburg taugt als Beweis, warum beide Teams in der Hinrunde positiv überraschten. Das schürt die Vorfreude auf das neue Jahr.

Arm in Arm in die Winterpause: Schalkes Profis feiern nach dem 2:2 gegen Freiburg mit ihren Fans. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Es gab zwar keinen Sieger, aber gleich zwei Gewinner. Noch Minuten nach dem 2:2 (1:0) im rasanten Duell ließen sich sowohl die Schalker als auch die Freiburger Profis von ihren Fans feiern.

In ähnlich seliger Stimmung verabschiedeten sich auch die beiden Fußball-Lehrer David Wagner und Christian Streich in die Weihnachtsferien. Schließlich gehörten ihre Teams zu den positiven Überraschungen der Hinrunde. Das Statement von Wagner klang wie eine Kampfansage an die Konkurrenz: „Wir werden einen Teufel tun, uns selbst ein Limit zu setzen. Diese Vorrunde hat uns allen Hunger auf mehr gemacht.“

Nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz im Vergleich zum Erzrivalen aus Dortmund verpasste der Tabellenfünfte aus Gelsenkirchen die Chance, auf einem Champions-League-Platz zu überwintern. „Die DNA, die wir sehen wollen, hat die Mannschaft über alle Spiele hinweg gezeigt. Das ist überragend, da kann man vor der Mannschaft und dem Trainerteam nur den Hut ziehen“, schwärmte Sport-Vorstand Jochen Schneider.

Mit 30 Zählern steht das Team so gut da, wie in der Vizemeister-Saison 2017/18. Voller Stolz verwies Trainer Wagner auf die mentalen Fortschritte des Teams: „Wir sind angetreten, einen Fußball zu spielen, der von Leidenschaft, Emotionen, Intensität, positiver Aggressivität geprägt ist. Wie die Jungs das relativ konstant gemacht haben, ist etwas Besonderes.“ Auch gegen Freiburg bewies sein Team große Moral und wendete dank des Treffers von Einwechselspielers Ahmed Kutucu (80.) die drohende Niederlage ab.

Dass diese positive Entwicklung trotz des großen Verletzungspechs anhielt, wertet die Hinrunde zusätzlich auf: „Es war alles andere als rosarot“, klagte Wagner, „aber wie wir das als Gruppe und Verein gelöst haben, war großartig. Je größer der Widerstand, je größer die Herausforderung, desto größer wurde die Lust.“

Nicht nur die Schalker schauen optimistisch in das neue Jahr. „Ich freue mich auf die Rückrunde“, sagte Christian Streich, obwohl seine Mannschaft erstmals in dieser Saison ihren Platz in den Top sechs der Tabelle verlor. Der Freiburger Coach wertete das Remis nach zuletzt zwei Niederlagen bei Hertha BSC (0:1) und gegen den FC Bayern (1:3) als Achtungserfolg: „Die Niederlage gegen die Bayern hat uns wahnsinnig genervt. Jetzt bin ich einfach froh, dass wir alles reingeworfen haben.“

Dass Vincenzo Grifo seinen Elfmeter (67.) eiskalt in die Tormitte chippte, spricht für das in den vergangenen Wochen gewachsene Selbstvertrauen der Freiburger. „Gerade vor der Schalker Kurve braucht man da auch Eier aus Stahl“, sagte der Mittelfeldspieler im Sky-Interview kurz nach dem Abpfiff.

Nicht minder groß war die Freude beim ersten Elfmeter-Torschützen der Gäste. Dank seines 83. Pflichtspieltreffers zog Nils Petersen mit Bundestrainer Joachim Löw als SC-Rekordschütze gleich. „In den Geschichtsbüchern zu stehen, ist immer schön. Ich habe ja vor, mich in Freiburg niederzulassen. Dann ist man auf so etwas natürlich schon stolz“, kommentierte der Angreifer sein zwischenzeitliches 1:1.

Für nachdenkliche Stimmung sorgte das Gedenken an den beim vergangenen Spiel in Wolfsburg gestorbenen Schalke-Fans. Die Stille in den ersten 04 Minuten der Partie ging allen Beteiligten nahe. Zudem war auf der Nordkurve des Stadions ein großes Spruchband mit der Aufschrift „Wir waren mehr als Freunde, wir waren wie Brüder - viele Jahre sangen wir die gleichen Lieder“ zu sehen. „Toll, was am Anfang passiert ist“, sagte Streich.

Sichtlich bewegt zeigte der in Weil am Rhein geborene Coach ein Herz für das Ruhrgebiet: „Manchmal fahre ich vor dem Spiel eine Stunde lang Fahrrad. Da habe ich mit dem einen oder anderen gesprochen. Ich habe noch nie in dieser Gegend gelebt, aber es ist etwas Besonderes hier. Ich merk das und bin sehr gern hier.“


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