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Fußball

Schalke-Manager Heidel: „Mehmet, ran! Such dir einen Verein“

Fußball

Sonntag, 10. Dezember 2017 - 13:11 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa München. Hannes Wolf und Dominic Tedesco reagieren auf die Scholl-Kritik souverän, doch ihren Chefs gefallen die provokanten Aussagen überhaupt nicht. Der DFB-Chefausbilder sieht einen „Hilferuf“. Einen Ratschlag gibt es für den früheren Bayern-Coach auch.

Hat mit seinen Äußerungen über die junge Trainer-Generation in Deutschland für Aufregung gesorgt: Mehmet Scholl. Foto: Maja Hitij

Mehmet Scholl eckt mal wieder an. Auf die provokanten Aussagen über die Talente-Ausbildung und die jungen Trainer-Generationen reagierten die namentlich genannten Domenico Tedesco und Hannes Wolf allerdings souverän.

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„Ich mag ihn eigentlich sehr, vor allem seine Kreativität. Aber dass er sich jetzt moralisch über die Trainer stellt, die keine Profikarriere hatten, finde ich grenzwertig“, sagte der 36 Jahre alte Stuttgart-Trainer Wolf.

Schalkes Coach Tedesco mochte sich gar nicht erst näher mit der Meinung des 47-Jährigen befassen. „Ich finde, er war ein super Fußballer. Ich habe ihm immer sehr, sehr gerne zugeschaut als Kind. Ich glaube, der Fußball lebt davon, dass man unterschiedlicher Meinung sein kann, aber mich beschäftigt das nullkommanull“, sagte der 32-Jährige am Samstag in Sky. „Von daher, alles okay, ich kann über ihn nichts Positives oder Negatives sagen, weil ich ihn schlichtweg nicht kenne.“

Scholl hatte zuvor im Bayerischen Rundfunk die heutige Trainergeneration attackiert und die beiden Jung-Trainer persönlich angesprochen. „Die Tedescos, die Wolfs - sie sprießen aus dem Boden und der deutsche Fußball wird sein blaues Wunder erleben“, meinte der 47-Jährige. „Wir fahren gegen die Wand“, legte Scholl in der „Bild“ (Samstag) sogar noch einmal nach.

Die Ausbildung schmeckt Scholl nicht. „Die Kinder dürfen sich nicht mehr im Dribbling probieren“, sagte Scholl. „Stattdessen können sie 18 Systeme rückwärts laufen und furzen.“ VfB-Sportvorstand Michael Reschke ärgerte sich über die Aussagen des früheren ARD-Experten. „Ich hoffe, er weiß selber, dass es absolute Grütze ist, die er da erzählt hat“, sagte der Manager.

Klarer als sein Trainer konterte auch Schalkes Sportvorstand Christian Heidel die Aussagen des langjährigen Bayern-Profis. „Ich kenne Mehmet ganz gut, wir hatten auch persönlich schon tolle Gespräche bis tief in die Nacht hinein, insbesondere über dieses Thema. Mein erster Eindruck war, an seiner Stelle wäre ich lieber mit dem Lada nochmal durch die Stadt gefahren, bevor ich so ein Zeug erzähle“, sagte Heidel.

Der Gelsenkirchener hatte gleich einen Vorschlag parat. „Ich verstehe ihn, aber er kann es doch beweisen. Jetzt zu sagen, dass die jungen Trainer für den deutschen Fußball schlecht sind, da muss ich sagen: Mehmet, ran! Such dir einen Verein“, riet Heidel. „Den Ansatz, den er gewählt hat, Trainer auch namentlich zu kritisieren, hätte er sich verkneifen sollen.“

Die Aussagen von Scholl gefielen auch DFB-Chefausbilder Frank Wormuth nicht. „Inhaltlich entbehren diese Aussagen jeglicher Grundlage. Ich sehe nur einen Hilferuf eines Enttäuschten“, sagte Wortmuth in der „Bild“ über den früheren Amateurcoach des FC Bayern.

Scholl hatte in der Vergangenheit wiederholt polarisiert. Bei der EM 2012 etwa sorgte er für Aufregung, als er süffisant die Unbeweglichkeit des deutschen Stürmers Mario Gomez mit dem Satz beklagte: „Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss.“ Den Witz fand Gomez nicht lustig, Scholl entschuldigte sich später.

Vor einem Jahr ging Scholl den DFB-Chefscout Urs Siegenthaler nach dem EM-Viertelfinale gegen Italien an und riet ihm, er möge „morgens liegen bleiben, die anderen zum Training gehen lassen und nicht irgendwelche Ideen ...“. Dafür kritisiert ihn Bundestrainer Joachim Löw.

Den Zuschauern aber gefiel Scholl, der als Nachfolger des ebenfalls preisgekrönten Fußball-Rentners Günter Netzer eingesetzt wurde. Nach einem Eklat beim Confederations Cup löste die ARD im Sommer den Vertrag mit dem ehemaligen Fußballprofi allerdings auf.

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