Fußball

Spaniens harte Bewährungsprobe nach Corona-Stress

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Sonntag, 13. Juni 2021 - 11:43 Uhr

von Von Jens Marx, dpa

dpa Sevilla. Vom glanzvollen 6:0 gegen Deutschland kann sich Spanien nichts mehr kaufen. Der dreimalige Europameister muss jetzt liefern - trotz einer Vorbereitung mit Corona-Hindernissen. Gegner Schweden kennt das auch.

Bei Spanien stand vor dem EM-Auftakt weniger das Sportliche im Blickpunkt. Foto: Pablo Garcia/RFEF/AP/dpa

Nach den Corona-Chaostagen mit Last-Minute-Impfungen will Spaniens „La Roja“ wieder zur gefürchteten Furie werden.

Das erste gemeinsame Training gerade mal zwei Tage vor dem Auftaktspiel in der Gruppe E gegen ebenfalls Covid-19-geplagte Schweden am Montag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) soll die Mannschaft von Luis Enrique auch nicht daran hindern. „Luis Enrique zeigt Dir in jeder Situation, wie Du gewinnen kannst“, sagte der ehemalige Bayern-Profi Thiago.

Trainer Enrique wagt aber auch viel. Er verzichtet auf Rekordnationalspieler Sergio Ramos, berief andere dafür überraschend in den Kader. Mit einem 17-köpfigen Parallelkader rüstete er sich für alle Eventualitäten, die in den unsicheren Corona-Zeiten noch kommen könnten, unterstützte die Impfung komplett ungeschützter Profis am vergangenen Freitag. „Die Bedingungen waren nicht ideal, sie sind aber keine Entschuldigung“, sagt Enrique.

„Das alles hat uns als Mannschaft nur noch stärker machen lassen“, betonte sogar Diego Llorente, der nach seinem positiven Befund zunächst auch im Krankenwagen das EM-Quartier in Las Rozas de Madrid wie schon Busquets hatte verlassen müssen. Er war nach vier nachfolgenden Negativ-Tests aber Ende der Woche wieder zurückgekehrt.

„Rookie Spanien“

Nach den EM-Titeln 2008 und 2012 sowie dem WM-Triumph von 2010 durch die Goldene Generation darben die Spanier wieder etwas. Vorrunden- und Achtelfinal-Aus bei den Weltmeisterschaften 2014 und 2018, Achtelfinal-Aus bei der EM 2016. Wohl auch deswegen riskiert Enrique eine Euro mit vielen Spieler, die noch bei keinem großen Turner dabei waren - „Mundo Deportivo“ schrieb bereits vom „Rookie Spanien“. Enrique selbst zählt sein Team aber zu den „sechs, sieben“ Titelkandidaten.

Das bislang letzte Duell zwischen Spanien und Schweden endete bei den Skandinaviern in der EM-Qualifikation 1:1. „Und ich hoffe, dass wir das auch wieder erreichen. Wir sind natürlich keine Favoriten, aber ich hoffe, dass wir sie ärgern können“, sagte Schwedens Bundesliga-Star Emil Forsberg im Interview der Deutschen Presse-Agentur vor der Partie am Montag.

Denn das Ziel der Schweden, die sich vor ihrer Abreise aus dem EM-Camp in Göteborg auch noch bei einer Runde Golf entspannten, ist ebenfalls klar: Endlich mal wieder über eine Vorrunde bei einer EM hinauskommen. Bislang gelang das seit 2000 nur bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal. Das Aus kam dann im Elfmeterschießen gegen die Niederlande. 2008, 2012 und 2016 war in der Vorrunde schon Schluss. Auch mit Superstar Zlatan Ibrahimovic, der sich vor fünf Jahren aus dem Nationalteam verabschiedete, mit 39 nun aber eigentlich sein Comeback geben wollte.

Schweden auch ohne Ibrahimovic selbstbewusst

Ganz Schweden habe sich darauf gefreut, betonte Forsberg. Ibrahimovic musste aber verletzt passen. „Das war und ist ein sehr harter Schlag für uns“, sagte der, auf den es nun auch noch mehr ankommt. „Ich habe viel von ihm gelernt, auch im Training. Wie er denkt, wie er spielt und wie er Fußball sieht“, betonte Forsberg, der in Sevilla RB-Vereinskollege Dani Olmo von den Spaniern wiedersehen wird.

Für beide Teams geht es darum, in der Gruppe E im Estadio La Cartuja einen Fehlstart zu vermeiden. Spanien bekommt es danach mit Polen und Bundesliga-Rekordtorjäger Robert Lewandowski zu tun, Schwedens nächster Gegner ist die Slowakei.

© dpa-infocom, dpa:210613-99-972828/2

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