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Fußball

Trainerin Jones fordert Reaktion gegen Färöer

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Montag, 23. Oktober 2017 - 12:28 Uhr

von Von Ulli Brünger, dpa

dpa Aspach. Nach dem Debakel gegen Island haben die DFB-Frauen das Geschehen in vielen Gesprächen aufgearbeitet. Die Spielerinnen waren selbstkritisch. Gegen Fußball-Zwerg Färöer fordert die Bundestrainerin Leidenschaft und Wiedergutmachung.

Für Steffi Jones und die DFB-Frauen wird das Spiel gegen Färöer zum Charaktertest. Foto: Thomas Frey

Die Bundestrainerin unter Beobachtung, die Spielerinnen in der Verantwortung: Nach der historischen Pleite gegen Island geloben die deutschen Fußball-Frauen im WM-Qualifikationsspiel gegen Färöer in Großaspach Besserung.

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„Wir haben intensive Gespräche geführt und uns alle hinterfragt, auch wir als Trainerteam. Uns ist bewusst, dass wir nur als Team gemeinsam aus dieser Situation herausfinden können“, sagte Steffi Jones. Das Spiel gegen den Fußball-Zwerg wird zum Charaktertest: „Gegen Färöer gilt es ohne Wenn und Aber die Leistung auf den Platz zu bringen. Das alleine zählt im Moment und ist unser Fokus.“

Die wütende Bundestrainerin Jones hatte am Samstag kurzerhand das Freizeitprogramm geändert. Statt das Männer-Bundesligaspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund zu besuchen, setzte sich das Team zunächst ohne Trainer und später in Kleingruppen mit Video-Analysen intensiv mit der Pleite gegen Island auseinander.

„Wir haben festgestellt, dass wir die Grundtugenden wie Kampf- und Laufbereitschaft haben vermissen lassen. Aber wir sind ein Team, auf und neben dem Platz“, sagte Stürmerin Svenja Huth nach dem arbeitreichen Wochenende. „Wir müssen wieder kompakt als Mannschaft auftreten und ein Bollwerk bilden. Daran müssen wir hart arbeiten.“

Spielführerin Babett Peter berichtete von konstruktiven Gesprächen. „Wir haben uns ehrlich ausgetauscht und einige Themen klar und offen angesprochen. Das war wichtig und nun liegt es an uns, eine klare Reaktion zu zeigen“, sagte sie mit Blick auf die Aufgabe gegen den 69. der Weltrangliste. „Ich denke, die Mannschaft hat verstanden, worum es jetzt geht“, meinte auch Alexandra Popp. Jede Spielerin müsse sich selbst hinterfragen, ob sie „alles gebe“ und die „richtige Einstellung“ an den Tag lege, ergänzte Huth: „Wenn ich für die Nationalmannschaft spiele, muss ich voller Vorfreude brennen.“

Ob die intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Unzulänglichkeiten gefruchtet hat, wird der Auftritt gegen die Amateure von den Färöer zeigen, die ihre bisherigen Spiele gegen Tschechien und Island jeweils mit 0:8 verloren. Alles andere als ein deutlicher Sieg im ersten Länderspiel gegen Färöer wäre eine weitere Blamage für den zweimaligen Weltmeister und Olympiasieger. Immerhin hat die DFB-Elf die Chance, mit einem klaren Erfolg die Spitze in der Gruppe 5 zurückzuerobern, weil die punktgleich führenden Teams aus Tschechien und Island (alle 6 Zähler) im Duell aufeinandertreffen.

Auch für Jones werden die nächsten Partien richtungweisend. Zwar schenkte der DFB der Trainerin nach dem frühen EM-Aus im Sommer weiter das Vertrauen und verlängerte ihren Vertrag bis 2019. Dennoch arbeitet die 44-Jährige auf Bewährung. Nach dem Offenbarungseid gegen Island stellte Jones zunächst ihr Team an den Pranger. DFB-Chef Reinhard Grindel sorgt sich bereits um die Teilnahme an der WM 2019 in Frankreich. Nicht zuletzt deshalb fordert Jones nun den Schulterschluss: „Ich erwarte eine entsprechende Antwort - und mehr.“


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