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Fußball

Union-Präsident Zingler: Über Wertegerüst nachdenken

Fußball

Samstag, 25. April 2020 - 12:39 Uhr

von Deutsche Presseagentur dpa

dpa Berlin. Im Bestreben der Fußball-Bundesliga zur Fortsetzung der Saison in der Corona-Krise sieht Union-Präsident Dirk Zingler keine Ausnahme, regt aber erneut zu einer Diskussion über die grundlegende Entwicklung des Profifußballs an.

Dirk Zingler, Präsident vom 1. FC Union Berlin. Foto: Andreas Gora/dpa

„Natürlich ist dem Fußball angeraten, mal über sein Wertegerüst, über seine Organisation an sich, nachzudenken. Wir tun das schon lange. Vor zwei Jahren haben wir ein Positionspapier rausgebracht. Da steht vieles drin vom dem, was heute gefordert wird wie die Deckelung von Gehältern oder eine faire Verteilung von Erlösen. All diese Themen sind ja nicht erst seit der Corona-Krise aktuell“, erklärte der Clubchef des Bundesliga-Neulings 1. FC Union Berlin auf der Vereins-Homepage.

„Auch der Fußball hat die Aufgabe, alles zu tun, um in der gesellschaftlichen Akzeptanz zu bleiben. Diesen Spagat versuchen wir zu gehen“, erklärte Zingler. Nach der Corona-Krise werde die Basis für eine Veränderung eine viel stärkere sein, meinte der 55-Jährige: „Ich spüre bei all meinen Kollegen die Bereitschaft, Fehlentwicklungen zu korrigieren.“ Aber jetzt sei dafür nicht die Zeit: „Jetzt geht es darum, den Club zu sichern und unsere Mitarbeiter wieder in Arbeit zu holen.“ Man sollte da auch nicht alles in einen Topf werfen. „Unser Profis sollen Fußball spielen, damit wir in der Lage sind, unsere Mitarbeiter zu bezahlen.“

Der Profifußball würde in der gegenwärtig komplizierten Situation keine Sonderrolle einnehmen, betonte Zingler: „Dagegen verwehre ich mich total. Wir nehmen genau die Rolle ein, die viele andere Branchen und Unternehmen weltweit auch einnehmen, um ihren Beruf auszuüben.“ Er habe vollstes Verständnis dafür, dass auch gesagt würde, Fußball sei jetzt nicht so wichtig. „Wir müssen den Sachverhalt aber mal aus der Sicht von rund 56.000 Menschen sehen, die rund um den Fußball beschäftigt sind. Die wollen wieder ihrem Beruf nachgehen.“

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