Fußball

Union schafft Derby-Hattrick und vergrößert Herthas Not

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Samstag, 9. April 2022 - 20:34 Uhr

von von David Langenbein und Arne Richter, dpa

dpa Berlin. Drittes Derby, dritte Niederlage: Hertha bleibt auch unter dem neuen Trainer Felix Magath die Nummer zwei in der Hauptstadt hinter Union- und muss im Abstiegskampf nun gegen die Konkurrenz punkten.

Spieler von Union feiern den Treffer von Prömel zum 2:1. Foto: Sören Stache/dpa

Union Berlin hat den historischen Derby-Hattrick perfekt gemacht und die Abstiegssorgen von Felix Magath bei Hertha BSC verschärft.

Der Ex-Herthaner Genki Haraguchi (31. Minute), Grischa Prömel (53.), Sheraldo Becker (74.) und Sven Michel (85.) schossen die überlegenen Eisernen zum 4:1 (1:0)-Sieg im emotionalen Hauptstadtduell. Ein Eigentor von Timo Baumgartl (49.) hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich vor 74 667 Zuschauern im erstmals seit Januar 2020 ausverkauften Olympiastadion und ein bisschen Hertha-Hoffnung gesorgt.

Für Union war es am Samstagabend nach dem 2:0 im Liga-Hinspiel und dem 3:2 im DFB-Pokal-Achtelfinale der dritte Derby-Sieg in dieser Saison und der erste Bundesliga-Sieg im Stadion der Charlottenburger. Die Eisernen unterstrichen ihre Europapokal-Ambitionen und stehen weiter auf Platz sieben. Es ist zudem der höchste Derby-Sieg gegen die Hertha für die Köpenicker.

Hertha konnte die Niederlagen der Konkurrenz aus Augsburg, Stuttgart und Bielefeld nicht nutzen und bleibt nach der Niederlage mit 26 Punkten Tabellenvorletzter. In den kommenden drei Wochen geht es nun genau gegen diese drei Konkurrenten um wichtige Zähler im Abstiegskampf.

Nach langer Corona-Pause kehrten die Hertha-Ultras zurück ins Olympiastadion. Zum Anpfiff rollten sie ein riesiges Banner mit Berliner Sehenswürdigkeiten darauf aus. Pyrotechnik sorgte für Rauchschwaden, Böller knallten. „Windhorst und Gegenbauer raus“, hieß es auf einem großen Plakat über den Clinch zwischen Investor und Präsident.

Hertha-Coach Magath überraschte mit seiner Aufstellung und setzte auf Jugend. Der 18 Jahre Julian Eitschberger kam als Linksverteidiger zu seinem Bundesliga-Debüt. Als zweiter Teenager rückte Linus Gechter (18) für den verletzten Niklas Stark auf die Sechserposition. Die defensive Stabilität der letzten Spiele ließ sein Team jedoch vermissen.

Die Köpenicker kamen direkt zu guten Gelegenheiten. Die Hertha hatte es vor allem Torwart Marcel Lotka, der Alexander Schwolow ersetzte, zu verdanken, dass sie nicht früh in Rückstand geriet. Der 20 Jahre alte Pole parierte mehrere Male stark. Dann setzte sich Sheraldo Becker auf dem linken Flügel mit einer einfachen Körpertäuschung durch. An seine Flanke kam Lotka nicht heran, Haraguchi köpfte ein.

Wie in den vorherigen Derbys in dieser Saison waren die Eisernen deutlich überlegen, taten sich aber wie zuletzt schwer im Abschluss. Die Herthaner blieben dagegen wie schon gegen Leverkusen über weite Strecken erschreckend harmlos. In der 21. Spielminute musste Stürmer Stevan Jovetic zudem verletzt ausgewechselt werden. Die beiden besten Chancen vergab Myziane Maolida (38., 45.), der erstmals seit Februar wieder eingesetzt wurde. Das 0:1 zur Pause war schmeichelhaft. Zumal Christopher Trimmel mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz in der 42. Minute eigentlich hätte treffen müssen, erneut nach Flanke des starken Becker.

Nach der Pause revanchierten sich die Union-Fans mit dem Abbrennen von Pyrotechnik. Magath stellte sein Team um, brachte Maximilian Mittelstädt und Marton Dardai für Peter Pekarik und Eitschberger. Kurz nach Wiederanpfiff schickte Lucas Tousart den für Jovetic gekommenen Ishak Belfodil in den Strafraum, der den Ball in die Mitte spielte. Baumgartl musste vor dem wartenden Maolida an die Kugel und beförderte sie ins eigene Netz. Doch nur wenige Minuten später antwortete Union. Prömel setzte sich nach einer Flanke von Niko Gießelmann gegen Marc Oliver Kempf durch und köpfte ein. Trotzdem zeigte sich die Hertha auch in der Folge deutlich verbessert, ohne dabei zu vielen klaren Chancen zu kommen. Becker krönte seine Leistung und sorgte für die Entscheidung. Und es kam noch schlimmer, als der eingewechselte Michel traf.

© dpa-infocom, dpa:220409-99-862955/2

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