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Van Gaal zum Dritten? Oranje sucht Nachfolger für Koeman

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Donnerstag, 3. September 2020 - 11:42 Uhr

von Von Lars Reinefeld, dpa

dpa Amsterdam. Ronald Koeman sollte mit den Niederlanden eine Ära prägen. Doch nun ist der Erfolgscoach weg, muss versuchen, das Chaos beim FC  Barcelona zu beseitigen. Oranje sucht daher mal wieder einen neuen Coach. Und könnte am Ende bei einem alten Bekannten landen.

Hatte eigentlich schon seine Karriere als Fußball-Trainer beendet: Louis van Gaal. Foto: Mike Egerton/PA Wire/dpa

Mit der Suche nach Nationaltrainern kennen sie sich in den Niederlanden inzwischen aus.

Seit dem Abschied von Louis van Gaal 2014 im Anschluss an Platz drei bei der Weltmeisterschaft in Brasilien befand sich der Königliche Niederländische Fußballbund quasi im Jahresrhythmus auf der Fahndung nach einem neuen Bondscoach. Mit zunächst wenig Erfolg, wie die verpassten Teilnahmen den der EM 2016 und der WM 2018 belegen. Erst als Ronald Koeman den Posten als Boss der Elftal übernahm, schien man den Richtigen gefunden zu haben. Platz zwei in der Nations League und die Qualifikation für die EM 2020 belegten den Aufschwung des Oranje-Teams.

Doch mitten in der Corona-Krise nahm Koeman im dritten Anlauf ein Angebot seines Herzensclubs FC Barcelona an, so dass sich der KNVB wieder auf der Suche befindet - und bei jenem Coach ankommen könnte, unter dem die Niederlande den letzten großen Erfolg feierte: Louis van Gaal.

Der General, wie der 69-Jährige wegen seines autoritären Auftretens genannt wird, hat seine Trainerkarriere nach einem missglückten Abstecher zu Manchester United zwar eigentlich bereits vor vier Jahren für beendet erklärt. Doch für eine dritte Amtszeit als Coach der Elftal würde van Gaal, der 2002 die WM in Japan und Südkorea verpasste, wohl eine Ausnahme machen. Sollte der KNVB auf ihn zukommen, „werde ich ernsthaft darüber nachdenken“, zitierte der TV-Sender NOS den früheren Bayern-Coach zuletzt.

Schließlich ist die Aufgabe, die zunächst auch nur auf die wegen Corona auf 2021 verlegte EM mit Spielen in Amsterdam beschränkt sein könnte, äußerst reizvoll. Oranje verfügt über einen der spannendsten Kader auf dem Kontinent. In der Defensive mit den Topleuten wie Liverpools Virgil van Dijk oder Stefan de Vrij von Inter Mailand. In der Offensive mit den pfeilschnellen Ryan Babel, Memphis Depay und Quincy Promes. Dazu ein Mittelfeld-Stratege wie Frenkie de Jong, der trotz seiner erst 23 Jahre in der Heimat bereits mit dem legendären Johan Cruyff verglichen wird. Die Niederlande zählen bei der EM sicher zum Favoritenkreis.

In den nun anstehenden Nations-League-Spielen gegen Polen am Freitag und Italien am Montag wird der bisherige Assistent Dwight Lodeweges das Team betreuen, Chancen auf eine Daueranstellung besitzt der 62-Jährige aber nicht. In einem ersten Reflex nach dem Abgang von Koeman wurden schnell Namen von Ex-Spielern wie Frank Rijkaard, Marco van Basten oder Edgar Davids genannt. Sehr wahrscheinlich scheint eine solche Lösung aber nicht. Auch ein ausländischer Trainer, der erste seit dem Österreicher Ernst Happel bei der WM 1978, wäre eine große Überraschung.

Dann schon eher van Gaal, der zwar seit vier Jahren im Ruhestand ist, als TV-Experte aber immer noch nah dran ist am Geschehen. „Er hat sehr viel für den niederländischen Fußball bedeutet, und von daher ist es nur logisch, dass sein Name genannt wird“, sagte Oranje-Kapitän van Dijk.

© dpa-infocom, dpa:200903-99-414739/2

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