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Fußball

Von Kurz-Urlaub bis Quarantäne: Clubs im Stand-by-Modus

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Samstag, 14. März 2020 - 13:30 Uhr

von Von Morten Ritter, dpa

dpa Düsseldorf. Für die angeordnete Zwangspause im deutschen Profifußball müssen die Clubs entsprechende Lösungen finden. Mit Spannung wird das Treffen der Vereine bei der DFL-Mitgliederversammlung am Montag erwartet. Bis dahin ruht der Trainingsbetrieb bei vielen Clubs.

In allen deutschen Profiligen ruht in Folge der Corona-Krise der Ball. Foto: Patrick Seeger/dpa

Nach der beschlossenen Zwangspause und der anstehenden Krisensitzung in Frankfurt schalten die Clubs im deutschen Profifußball zunächst auf Stand-by-Modus.

Die nächsten Tage sind für die meisten Profis erst einmal frei, einige genießen Kurzurlaub, soziale Kontakte sollen eingeschränkt, Reisen vermieden werden. In den Geschäftsstellen arbeiten viele Mitarbeiter im Homeoffice. Die ersten festgestellten Coronafälle bei den Sportlern ziehen drastische Maßnahmen nach sich. Der SC Paderborn sowie die Zweitligisten 1.FC Nürnberg und Hannover 96 müssen Teile der Mannschaft oder das ganze Team für 14 Tage in häusliche Quarantäne schicken.

Die weiteren Planungen werden nach der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am Montag in Frankfurt mit Vertretern der 36 Bundesliga- und Zweitligaclubs konkretisiert.

„Das ist eine komplett neue Situation, die in der Form in der Bundesliga noch niemand erlebt hat. Uns ist klar, dass die Mannschaft jetzt erst einmal runterkommen sollte. Denn die Situation um den Virus ist keine, die vor den Spielern oder ihren Familien Halt macht“, sagte Frank Baumann, Geschäftsführer Sport von Werder Bremen. Wie viele andere Clubs hat Werder seinen Spieler erst einmal zwei Tage frei gegeben, ehe das weitere Vorgehen geplant wird.

Borussia Mönchengladbach wird den Trainingsbetrieb aufrechterhalten. Laut Plan ist die nächste Partie derzeit für den 3. April bei Werder Bremen angesetzt. „Auf diesen Termin stellen wir momentan unsere Planungen ab. Das Spiel in Bremen ist in drei Wochen, es macht also keinen Sinn, die Spieler jetzt für einen längeren Zeitraum in den Urlaub zu schicken. Wir müssen die Mannschaft gesund und fit halten und wir wollen gut vorbereitet sein, wenn wieder gespielt werden kann“, erklärte Borussias Sportdirektor Max Eberl.

Auf dem großflächigen Gelände des Borussia-Parks ist das Leben ruhiger als sonst. Stadionführungen sind abgesagt, Medienaktivitäten ebenfalls, lediglich der Betrieb im Hotel nebenan läuft normal weiter. „Bei uns arbeiten etwa 80 Prozent der Mitarbeiter von zu Hause aus“, sagte Borussia Mönchengladbachs Mediendirektor Markus Aretz der Deutschen Presse-Agentur. Der Club hatte schon in der vergangenen Woche die Hälfte der Mitarbeiter in Heimarbeit geschickt.

Wesentlich schwieriger ist die Situation dort, wo bereits Spieler erkrankt sind. „Wir werden alles tun, um die Erkrankung im Rahmen zu halten und unseren Spielern und Mitarbeitern die bestmögliche medizinische Versorgung und Betreuung zukommen lassen“, sagte der Paderborner Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono nachdem Innenverteidiger Luca Kilian als erster Bundesligaprofi positiv getestet worden war und die Mannschaft un in Quarantöbne muss.

Hannovers Mehrheitsgesellschafter Martin Kind hat sich für eine über den 2. April hinausgehende Zwangspause ausgesprochen. „Das wird nicht reichen. Unsere Mannschaft trainiert jetzt 14 Tage nicht und hätte dann nur eine Woche, um das nachzuholen. „Da wären wir nicht wettbewerbsfähig“, sagte Kind den „RND-Blättern“.

Hannovers Kapitän Marvin Bakalorz gewährte via Vereinsportal einen Einblick in seine Isolation: „Ich war in meinem eigenen Garten. Ich war mit dem Hund draußen. Das war für mich das absolute Highlight und echt schön. Mal an die frische Luft, aus den vier Wänden raus und mal in die Ferne gucken“, sagte der 30-Jährige. „Ganz wichtig ist, dass wir die älteren Menschen in unserer Gesellschaft unterstützen, ihnen unter die Arme greifen und dass wir alle nicht nur Hannoveraner sind, sondern alle Menschen, die zusammenhalten“, sagte Bakalorz.

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