Fußball

Werder vor früher Rettung - Aber was kommt dann?

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Dienstag, 9. März 2021 - 13:25 Uhr

von Von Lars Reinefeld, dpa

dpa Bremen. Werder Bremen hat es selbst in der Hand. Ein Sieg in Bielefeld und der Klassenverbleib dürfte so gut wie perfekt sein. Doch die frühe Planungssicherheit wird Werder nicht viel nutzen - die Situation in Corona-Zeiten bleibt weiter angespannt.

Die Bremer wollen den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

So lange zittern wie in der vergangenen Saison wollen sie in Bremen in diesem Jahr auf keinen Fall. Nach der Rettung in der Relegation 2020 soll der Klassenerhalt dieses Mal früher perfekt gemacht werden.

Schon mit einem Sieg im Nachholspiel der Fußball-Bundesliga bei Arminia Bielefeld an diesem Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) könnte Werder den wohl vorentscheidenden Schritt in Richtung gesichertes Mittelfeld machen und damit jenen „existenziellen Druck“ verhindern, den Werder-Coach Florian Kohfeldt seiner zum Teil jungen und unerfahrenen Mannschaft so gern ersparen würde.

„Das ist die nächste Chance für uns, den Riesenschritt zu machen“, sagte Kohfeldt nach dem 1:1 beim 1. FC Köln, durch den die Grün-Weißen im ersten Versuch den erhofften Sprung verpasst hatten. Der soll nun in Bielefeld nachgeholt werden. Bei einem Sieg hätte Werder elf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und läge sogar zwölf Zähler vor den direkten Abstiegsrängen.

Doch was kommt dann? Sieht die Zukunft an der Weser dann wieder rosiger aus? Eher nicht, denn die Auswirkungen der Corona-Krise und einige falsche Transferentscheidungen in der jüngeren Vergangenheit lasten schwer auf dem norddeutschen Traditionsclub. Auf mehr als 30 Millionen Euro Verlust beziffern die Verantwortlichen die Folgen der Pandemie. Tendenz steigend, da bis zum Ende der Saison mit großer Wahrscheinlichkeit keine Fans mehr ins Weserstadion dürfen.

Werder wird daher im Sommer Stammspieler verkaufen müssen. Als Verkaufskandidat Nummer eins gilt weiter Stürmer Milot Rashica, der im vergangenen Sommer fast schon in Leverkusen war, ehe der Wechsel in letzter Minute doch noch platzte. Die erhofften 30 Millionen Euro, die Werder für den Kosovaren aufgerufen hatte, dürften in Zeiten von Corona aber kaum zu erzielen sein. Auch wenn Rashica nach einigen Verletzungen zuletzt wieder deutlich ansteigende Form zeigte.

So wird der Umbruch an der Weser im Sommer wohl größer ausfallen, weil es den einen Star, der das finanzielle Loch mit einer großen Ablöse alleine stopft, eben nicht gibt. Auch Torwart Jiri Pavlenka, Ludwig Augustinsson, Marco Friedl oder Maximilian Eggestein werden daher immer wieder als Wechselobjekte genannt. Auch der veranlagte und erste 21 Jahre alte Josh Sargent macht sich derzeit mit Treffern interessant.

Da die Erlöse angesichts der schwierigen finanziellen Situation aber nicht wieder in den Kader investiert werden können, droht Werder auch in der neuen Saison maximal Mittelmaß. Der Traum von Europa, der vor der Katastrophen-Saison 2019/20 so sehr lebte, ist erst einmal in weite Ferne gerückt. Es sei denn, Werder schafft über den DFB-Pokal den Sprung in die Europa League - und damit zu dringend notwendigen Erlösen.

© dpa-infocom, dpa:210309-99-749544/2

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