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Wiedersehen mit Kruse: Sprach über ihn - aber nicht mit ihm

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Freitag, 23. Oktober 2020 - 11:24 Uhr

von Von Daniela Frahm, dpa

dpa Freiburg/Berlin. Der SC Freiburg dachte im Sommer über eine Rückkehr von Max Kruse nach. Trainer Christian Streich erklärt, warum der Stürmer bei Union Berlin in seinen Augen womöglich aber besser aufgehoben ist.

Stürmer Max Kruse trifft mit dem 1. FC Union am fünften Bundesliga-Spieltag auf den 1. FC Freiburg. Foto: Andreas Gora/dpa

Auch Christian Streich zuckte im Sommer offenbar kurz. Als sich sein früherer Stürmerstar Max Kruse ablösefrei ins Transferschaufenster stellte, dachte Fußball-Bundesligist SC Freiburg laut seines Trainers darüber nach, ihn zurückzuholen.

„Wir haben darüber geredet, aber wir haben zu dem Zeitpunkt keinen Kontakt aufgenommen“, verriet Streich vor dem Spiel des Sport-Clubs beim 1. FC Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky), bei dem er Kruse nun auf der Gegenseite wieder sieht. „Ich habe mir ehrlich gesagt schon gedacht, dass Max viel lieber in einer Metropole leben will als in unserem bürgerlichen Freiburg“, sagte Streich mit einem Schmunzeln. „Max ist jung, und ich glaube, er lebt gerne in Berlin.“

Ein Jahr spielte Kruse in Freiburg. Mit seinen elf Toren und acht Vorlagen trug er in der Saison 2012/2013, in der er sämtliche 34 Liga-Spiele absolvierte, maßgeblich dazu bei, dass sich die Badener für die Europa League qualifizierten. Wenn Streich über ihn spricht, gerät er heute noch ins Schwärmen. „Er hat so ein gutes Raumverhalten und so einen guten Fuß, dass er jeder Mannschaft helfen kann, mit seiner taktischen Intelligenz und seiner fußballerischen Intelligenz, das ist keine Frage“, sagte Streich diese Woche. Union habe sich nicht zuletzt durch den 32-Jährigen spielerisch „nochmal verbessert“.

In Freiburg, wo er nicht nur sportlich, sondern auch durch sein in Tarnfarben lackiertes Auto auffiel, habe Kruse damals „einen Knoten aufgemacht“, sagte Streich ein paar Jahre nach dem Abschied des Angreifers. Gerne hätte der SC-Trainer länger mit ihm gearbeitet. Doch Kruse, den Streich einen „Unterschiedsspieler“ nannte, der „gute Kollegen zu noch besseren“ mache, zog weiter - erst zu Borussia Mönchengladbach, dann zum VfL Wolfsburg, danach zurück zu seinem Ex-Club Werder Bremen und zuletzt zu Fenerbahce Istanbul.

Nun soll Kruse also in Berlin für Tore sorgen. Eins hat er bisher erzielt - beim 4:0 gegen den FSV Mainz 05 am dritten Spieltag. Für Aufsehen abseits des Platzes sorgte er mit seinem Barbesuch in der Woche vor dem jüngsten Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 (1:1) auch schon. Allzu lange hielten sich die Köpenicker mit dem Thema aber nicht auf. „Ich erwarte ein schwieriges Spiel“, sagte Trainer Urs Fischer mit Blick auf die Freiburger, die „gut organisiert und sehr aggressiv“ seien. Dennoch hält er die Partie für „eine lösbare Aufgabe“. Eine spezielle ist sie allemal - zumindest für Max Kruse.

© dpa-infocom, dpa:201023-99-52492/2

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