Wolfsburg kurz vor Champions-League-Einzug

Von Von Sebastian Stiekel, dpa

dpa Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg ist im Rennen um die Champions-League-Plätze wieder in der Spur.

Wolfsburg kurz vor Champions-League-Einzug

Wolfsburgs Josip Brekalo (l) bejubelt sein Tor zum 1:0 mit einem Trikot von Bartosz Bialek. Foto: Swen Pförtner/dpa

Nach drei Niederlagen in den vorangegangenen vier Spielen schlugen die Niedersachsen den Europa-League-Anwärter Union Berlin mit 3:0 (1:0) und verteidigten dadurch den dritten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Alle drei Tore schoss der Kroate Josip Brekalo (12., 63. und 89. Minute). Sollte der VfL auch seine beiden letzten Saisonspiele gegen RB Leipzig und Mainz 05 gewinnen, würde er sich zum ersten Mal seit 2015 und zum dritten Mal überhaupt für den wichtigsten Wettbewerb des europäischen Club-Fußballs qualifizieren.

Das beeindruckendste an diesem abgeklärten und selbstbewussten Auftritt der Wolfsburger war, wie sehr sie alle störenden Einflüsse der vergangenen Wochen ausblendeten. Seien es die Niederlagen gegen Borussia Dortmund, Bayern München und Eintracht Frankfurt oder auch die Diskussionen um die nach wie vor ungeklärte Zukunft ihres Trainers Oliver Glasner - die Mannschaft arbeitete einfach konzentriert auf ihr großes sportliches Ziel hin und zeigte wieder die Qualitäten, die sie auf diesen dritten Platz gebracht hatten: Das frühe Attackieren des Gegners und eine solide Abwehrarbeit.

Einziges Manko der ersten Halbzeit: Wout Weghorst (21.) und Maximilian Philipp (26.) hätten die Führung längst ausbauen müssen, bevor die harmlosen Berliner durch Joel Pohjanpalo (30.) überhaupt zu ihrer ersten Torchance kamen. Dank Brekalos schönem Distanzschuss aus 18 Metern hatten die Wolfsburger Spieler aber schon früh die Gelegenheit, eine weitere Botschaft neben ihren hohen sportlichen Ambitionen zu transportieren: Nach dem 1:0 hielten sie beim Torjubel die Trikots von Bartosz Bialek und dem aktuell an Schalke 04 ausgeliehenen William hoch. Beide hatten sich während der Spielpause in den vergangenen zwei Wochen das Kreuzband im Knie gerissen.

Bei den Unionern saß der Ex-Wolfsburger Max Kruse wegen Oberschenkel-Problemen lange auf der Bank. Dass mit ihm, Taiwo Awoniyi, Sheraldo Becker, Leon Dajaku, Cedric Teuchert und Anthony Ujah insgesamt sechs Offensivspieler fehlten, war des Schlechten aus Berliner Sicht aber noch nicht genug. Denn Robert Andrich (vor dem Spiel) und Marcus Ingvartsen (während des Spiels) verletzten sich am Samstag in der Volkswagen Arena ebenfalls noch.

Trotzdem wurde der Tabellenachte nach einer halben Stunde besser - aber nicht gefährlicher. Die auffälligste Aktion, ein Pfostenschuss von Pohjanpalo (56.), wurde wegen Abseits zurückgepfiffen.

Genau in dieser Phase hätte das Spiel aber noch einmal kippen können, weil sich die Wolfsburger mit dem Nachlegen des zweiten Tores unnötig viel Zeit ließen. Weder ein Freistoß von Maximilian Arnold (60.) sorgte für die Entscheidung noch ein schöner Angriff über Philipp und Ridle Baku (62.). Das holte kurz darauf erst Brekalo nach.

Als sportlich alles gelaufen war, machten sich vor dem Stadion auf einmal mehrere Union-Fans bemerkbar, die ihre Mannschaft mit Trommeln und Gesängen anfeuerten. Sie waren dabei so laut, dass die Spieler auf dem Rasen sie gut hören konnten.

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