Sportwelt

Desaster für Schott - Russisches Duo und Kostner glänzen

Eiskunstlauf

Donnerstag, 18. Januar 2018 - 16:41 Uhr

von Von Britta Körber, dpa

dpa Moskau. Nicole Schott kam überhaupt nicht in die Eiskunstlauf-EM: Zwei Stürze bedeuten Platz 18. Die 17-jährige Dastich aus Dresden lief bei ihrem Debüt sogar etwas besser. Ein russisches Duo und die Italienerin Kostner liefern sich einen spannenden Kampf um den Titel.

Erwischte bei der Eiskunstlauf-EM in Moskau einen rabenschwarzen Tag: Nicole Schott. Foto: Fabian Sommer

Die dreimalige deutsche Meisterin Nicole Schott erwischte einen rabenschwarzen Tag. Nach zwei Stürzen im Kurzprogramm der Eiskunstlauf-Europameisterschaften musste sie sich mit Rang 18 in Moskau abfinden.

„Ich war völlig neben der Spur“, sagte die 21-jährige Essenerin, die nach dem zehnten Platz im Vorjahr eigentlich angreifen wollte. Da lief sogar die 17 Jahre alte Lea Johanna Dastich aus Dresden bei ihrem Debüt auf Platz 16 an ihr vorbei. Mit Blick auf die zwei deutschen Startplätze bei der EM 2018 in Minsk müssen sich die beiden Deutschen steigern: Die Addition der Plätze muss 28 ergeben, sonst geht ein Platz verloren.

Besonders umjubelt war der Auftritt der Italienerin Carolina Kostner (78,30 Punkte) auf Platz drei. Die Olympia-Dritte von Sotschi und Schülerin des Oberstdorfer Trainers Michael Huth stand jeden Sprung und glänzte mit ihrem ganz eigenen Stil zu dem französischen Chanson „Ne me quitte pas“. Die 30-Jährige freute sich über hohe Noten und Platz drei. In Führung ging ein russisches Duo mit Alina Sagitowa (80,27) und Doppel-Weltmeisterin Jewgenija Medwedjewa (78,57) nach überstandenem Ermüdungsbruch. Die 15-jährige Sagitowa wackelte kein einziges Mal zur Filmmusik von „Black Swan“, die drei Jahre ältere Medwedjewa wackelte beim Doppel-Axel.

Schott hatte keine richtige Erklärung für das Desaster. Vor 12 000 Zuschauern in der Megasport-Arena verpatzte sie bei ihrem Vortrag „Nella Fantasia“ von Ennio Morricone die Kombination aus zwei dreifachen Toeloops und stürzte auch beim dreifachen Rittberger. Das gab nur 48,37 Punkte. „So etwas passiert mir normalerweise nicht“, sagte die Wahl-Oberstdorferin, die sich bei acht Saisonwettkämpfen stabil präsentiert und das Olympia-Ticket erkämpft hatte. „Mein Ziel war ein ganz anderes. Nun ist der Platz wurscht, ich will eine gute Kür laufen und mit einem guten Gefühl nach Hause fahren.“

Ihre eigene große Erwartungshaltung könne ein Grund für die schlechte Leistung gewesen sein, führte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union, an: „Das kann manchmal wie Klebstoff wirken.“

Auch Dastich schlug sich bei der EM-Premiere unter Wert. Nach einer unglücklichen Landung beim dreifachen Flip stellte die sportliche Läuferin ihr Programm um und hängte an den dreifachen Rittberger einen Doppel-Toeloop. „Sie war sehr nervös, das war dann sogar clever von ihr“, meinte Trainerin und Olympiasiegerin Anett Poetzsch. Dastich selbst ärgerte sich nicht lange über die 49,89 Zähler: „Für die Kür bin ich selbstbewusst, da will ich fehlerfrei laufen.“


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.